11.6.13

Platz 6 der US-Rangliste der Schnüffelobjekte ...

Das erkennt man sogar noch aus dem Weltraum: Deutschland ist Europas liebstes US-Schnüffelobjekt, fand der britische Guardian (»Wächter«) heraus, von dem diese Karte stammt
... ist Deutschland. Auf obiger Schnüffellandkarte des britischen Guardian erscheinen wir wie eine rote Gefahrenzone hervorgehoben. Nur noch solch liebliche Länder wie Pakistan, Iran, China, Ägypten und Indien werden noch intensiver ausgekundschaftet. Schon vor Jahren gab es ja den Verdacht, daß z. B. gigantische Horchposten wie ECHELON weniger der Terrorabwehr dienen als der US-Wirtschaftsspionage zuungunsten Deutschlands. Von Seiten der deutschen Regierung geschah wie üblich nichts, ebenso wenig wie das EU-Parlament dem SWIFT-Kreditkartendatengeschnüffel der US-Behörden mehr als hinhaltenden Widerstand entgegensetzte (aber Glühbirnen und Duschköpfe regulieren, das können sie). Mehr darüber hier.

Haben Kurzgeschichten noch eine Chance?

Mein Autor Gerwalt meint: nein. Jedenfalls nicht auf Papier. Seit etwa 2005 seien im Netz so viele Kurzgeschichten zu lesen, daß niemand mehr Kurzgeschichten kaufen wolle. Ich widersprach unter Berufung auf Eurydikes »Die Nacht hat 24 Stunden«, das - nach den Ratgebern - mit rund 6.000 Exemplaren mein bestverkauftes Buch ist. Allerdings liegen seine goldenen Zeiten auch einige Jahre zurück, momentan ist es tatsächlich schwierig, mit Kurzgeschichten eine passable Auflage zu machen. Na, hoffen wir, daß es in einer Literaturgeschichte des Jahres 2200 nicht heißen muß: »Von der - so heißt es - bemerkenswerten deutschsprachigen Kurzgeschichte des 21. Jahrhunderts ist nichts erhalten. Die eine Hälfte ging bei einem Festplattenabsturz verloren, die andere verwehte, als ›die Wolke‹ sich in heiße Luft auflöste.«
»Die Wolke« - kein guter Speicherungsort für Dateien. Eines Tages verziehen sich die Wolken, und alles ist weg.

10.6.13

35 Jahre Konkursbuch Verlag - Sprachen, Länder, Umsatzhöhen ...

Mal sehen, was unser Annoncenblättchen so alles bringt, dachte ich vor Tagen. Aha: eine Notiz über den Vortrag meines Freundes S. in einem Tübinger Antiquariat über »Superhelden« - von Gilgamesch bis Superman; und gleich daneben ein Artikel über den 35. Geburtstag von Claudia Gehrkes Konkursbuch Verlag, kaum 500 Meter weiter.
35 Jahre hat sich der unabhängige Verlag jetzt schon gehalten und dabei rund 250 Titel auf Lager, pro Jahr sind es heute etwa 20 neue. Allerdings berichten Autoren auch schon mal von Minihonoraren und Miniauflagen. Na ja, das ist bei mir bei vielen Titeln (leider) auch nicht anders, und ich hab erst rund 100. Nur rund 50 Titel hingegen führt Greenery Press, der SM- und Erotikverlag aus Oakland, Kalifornien, und verkauft davon über 100.000 Stück jährlich, ich nur gut 10.000 - allerdings ist auch der englische Sprachraum rund fünfmal so menschenreich wie der deutsche. Tja - das sind die Relationen ...

Die Tücken der Technik

Sorry, Leute - eigentlich sollten zum gegenwärtigen Zeitpunkt ja schon die fünf ersten Ebooks des Marterpfahl Verlags auf dem Markt sein - aber eins will sein Verfasser noch mal überarbeiten, und bei den anderen setzt mir die Tücke der ungewohnten Technik zu. Ich komme mir vor wie ein Romanschriftsteller von 1950, der seinen Roman auf einmal zu einem Fernsehspiel machen soll, obwohl er noch nie einen Blick in dieses geheimnisvolle neue Medium getan hat; der dabei zwar sachkundige Hilfe bekommt, aber die ist etwas betriebsblind und setzt tausend Dinge als selbstverständlich voraus, die für ihn aber alles andere als selbstverständlich sind. Ich bitte daher noch um etwas Geduld, bis ich mich aus den Wirren der Technik befreit habe wie Laokoon aus den Schlangen ...
Zerrieben von den Tücken der Technik?

6.6.13

»Holt den Schurken runter von der Reichstagskuppel!« - Filmtip

Ende Mai mailte ich es einigen Freunden:

»Die Spur führt nach Berlin«

Habe soeben gemerkt, daß dieser alte Film (1952) jetzt auf DVD lieferbar ist, und habe sofort bestellt, obwohl ich noch gar keinen DVD-Player habe ;-):

»Die Spur führt nach Berlin«. Vom Feinsten!: Mord am Funkturm. Verfolgungsjagd mit Brezelfenster-Käfern quer durch Westberlin, das verfolgte Auto entschwindet am Brandenburger Tor durch die Sektorengrenze (deswegen wurde der Film am Staatsfeiertag 17. Juni so oft gezeigt - bis 1989); Geldfälscherbande in den unterirdischen Gängen der Krolloper und Reichskanzlei; Schießerei in der Ruine des Reichstags; mit dem Motorboot von der DDR durch den Wannsee nach Westberlin ...

Story: Arthur Brauner; Mitwirkende u. a.: Barbara Rütting, Horst Buchholz, Wolfgang Neuss, Günther Pfitzmann ...

Da staunt der eingeflogene Ami, was es in Berlin so alles an Untergrund gibt ...
»Hier geht's ja zu wie beim ›Dritten Mann‹!«
»Holt die Halunken runter von der Reichstagskuppel!«

4.6.13

»Lohnt es sich, gegen das organisierte Verbrechen zu kämpfen?« - »Nö«, ...

... meint Roberto Saviano, Verfasser des vor einigen Jahren verfaßten, die Mafia durchleuchtenden Bestsellers »Gomorrha«, in einem Interview. Müßte er es heute in Kenntnis der Folgen noch einmal entscheiden, er entschiede sich dagegen. Auch die Mohammedkarikaturisten oder Salman Rushdie würden sich heute vielleicht anders entscheiden und die Werke nicht verfassen oder zeichnen, deretwegen sie skandalös berühmt wurden. Der Dank des Vaterlands ist dir gewiß, pflegte man früher zu sagen. Mag sein - aber der Dank verfliegt schnell, Ruhm und öffentliche Aufmerksamkeit (und vielleicht auch das Geld, das Einkommen) wenden sich was anderem zu - nur die Fanatiker, die hinter dir her sind, die vergessen nicht so schnell, vielleicht sogar überhaupt nicht, und du führst ein ziemlich freud- und freundloses Leben im Verborgenen, unter Polizeischutz, im Exil und fragst dich: War es das wert? Roberto Saviano meint: Nein!

Crash oder Notbremse?

Der Euro habe eh nur noch eine Überlebenschance von maximal einigen Jahren, meint Prof. Lucke, der Chef der neuen eurokritischen Partei AfD. Es dreht sich (seiner und meiner Auffassung nach) nur noch darum, ob wir die Notbremse ziehen und so kontrolliert aussteigen, ohne noch mehr Geld zu verbrennen, oder ob wir mit sinnlosen Rettungsversuchen noch tiefer im finanziellen Schlamassel versinken und dann einen unkontrollierten Währungscrash erleben. Hier das ganze Interview.

»Youtube ruinös! Filmer raus!«

Youtube sei die organisierte Urheberrechtsverletzung, urteilte mal ein Kritiker. Kein Wunder bei einem Laden aus dem Dunstkreis von Google. Jetzt platzte einem Pianisten mal der Kragen, als er zum xten Male erleben mußte, wie einer seiner Auftritte von einem Besucher mit Handy gefilmt wurde. Zu oft hatte er erleben müssen, daß ihm Auftritte platzten, weil es hieß: »Ach, das gibt's ja schon auf Youtube.« Komisch, früher waren Musikliebhaber Hifi-Fans; jetzt scheint die geringere Ton- und Bildqualität ihnen schnuppe zu sein, solange nur alles schön billig oder gratis ist. Der Künstler hat genug davon.

28.5.13

»Schutzschirm« für Suhrkamp

Die Suhrkamp-Pleite in Etappen schreitet voran: Jetzt hat der Verlag einen »Schutzschirm« beantragt wie Griechenland oder Portugal. Nein, nein, das bedeutet nicht, daß der Verlag pleite sei, wird versichert - nur so halbtot auf der Intensivstation, am Tropf gewissermaßen. (Die Suhrkamp-Mitarbeiter, die vor zwei, drei Jahren lieber kündigten, als mit dem Verlag von Frankfurt nach Berlin umzuziehen, hatten den richtigen Riecher: Lieber die unangenehme Jobsuche sofort hinter sich bringen als sie aufschieben.) Näheres dazu hier.

Kußverbote, leuchtendes Unkraut und andere »Klöpse«: Der Mai '13 im Überblick

Geschäftsschädigend ...

... ist das, was die WELT kürzlich meldete:
Junge (männliche) Amerikaner verzichten aufs Onanieren - nicht aus religiösen Gründen, nein, sondern weil man nach längerer Abstinenz erst im Vollbesitz seines Testosteronspiegels sei und so richtig dominant rüberkomme. Hm - denen sollte man mal sagen, daß schon nach zwei Tagen Abstinenz der Anteil der defekten Spermien zunimmt und daß der schlanke Waschbrettbauch durch den Kalorienverbrauch beim Wichsen auch leichter erhalten werden kann, oder? Schaden könnte auf keinen Fall diese Lektüre: Onanieren für Profis.

Islamisten fordern Todesstrafe für Atheisten

200.000 Islamisten demonstrierten neulich in Bangla Desh für die Rückkehr ins Mittelalter. Für bürgerkriegsartige Zustände haben sie schon mal gesorgt. So viel zu den friedlichen Absichten des Islams.

Windspargel und Planwirtschaft

Eine gute Nachricht: Einige geplante Windspargel über Tübingens Kreßbacher Höhe werden nun doch nicht gebaut, der Standort ist zu windarm, andere stehen bei Tübingen nicht zur Verfügung, so können wir nun die Aussicht auf die Alb weiterhin ungeschmälert genießen, fast ungeschmälert, denn der erweiterte Golfplatz Kreßbach hat nahe der Straße ein paar künstliche Hügelchen - aber wenigstens sind die hohen Maispflanzen weg, die vorher die Sicht behinderten (noch früher war's Getreide - unproblematisch für die Aussicht). Vielleicht gibt's im Golfclublokal sogar richtigen Spargel mit Schinken und Sauce hollandaise, wer weiß ... Ansonsten wird die Energiewende immer verkorkster, wie meistens, wenn man planwirtschaftlich in die Marktwirtschaft hineinfummelt. Da ist unser württembergischer Energieversorger EnBW schon komplett verstaatlicht, da müssen hochmoderne Gaskraftwerke stillgelegt werden, weil es sich nicht lohnt, so ein teures Ding als »Notfallreserve« für wenige Tage im Jahr bereitzuhalten. Der Wind- und Solarstrom wiederum ist dann meistens nicht da, wenn man ihn bräuchte - und Unmengen davon, wenn man ihn nicht bräuchte ... In den USA werden Wind- und Atomkraftwerke stillgelegt, weil Fracking einfach billiger ist, und bei uns werden Gaskraftwerke stillgelegt, weil wir uns ja selbst gesetzlich die Fessel auferlegt haben, den teuren Wind- und Solarstrom abzunehmen, koste es, was es wolle - also leider viel zu viel. »Ein leitender Mitarbeiter eines der Wettbewerber von E.ON, der aus verständlichen Gründen ungenannt bleiben will, erwartet deshalb die Verstaatlichung aller großen Kraftwerks- und Netzbetreiber bis spätestens Ende 2016. Eine Alternative zur Verstaatlichung könnte auch die Übernahme durch Gazprom sein. Für die Stromkunden verheißen beide Lösungen nichts Gutes«, meint dieser Artikel auf »eigentümlich frei«.

Aus Klopsen werden Klöpse

Schon gemerkt? »Klops« hat jetzt neuerdings den Plural »Klöpse«, aber nur in der (ebenfalls neuen) Bedeutung »mißliebige Äußerungen«, etwa eines Politikers. Die werden heutzutage nicht mehr durchgewinkt - wie im Duden von 1976 - und auch nicht mehr - so die moderne Form - »durchgewunken«; der einzige mir bekannte Fall, wo ein schwaches Verb wieder stark geworden ist.
Dafür wollen Forscher jetzt dem weit zurückliegenden Ursprung der eurasiatischen Sprachfamilien Uralisch, Altaisch und Indogermanisch auf der Spur sein.
Das ist doch ein Grund zum Feiern - am besten bei ein paar guten Königsberger Klopsen.

Neues aus der Welt der Pseudoskandale

Den wievielten haben wir jetzt eigentlich? »Aufschrei« war einer: Da wartet eine Journalistin ein Jahr lang und kultiviert dann ihre »Empörung« über wahrlich harmloses Bargeflüster des FDP-Brüderle, um ihm und seiner Partei zu schaden - und halb Deutschland mit seinen Blabla-Talkshows steigt darauf ein. - Die bayerischen Abgeordneten-Ehefrauen-und-Sekretärinnen sind ein weiterer Pseudo-Fall: Entweder ihre Beschäftigung war illegal (war sie nicht), oder sie war legal. Letzteres war sie - Fall eigentlich erledigt - außer für die Journaille und die Opposition, die ihr moralinsaures, selbstgefälliges Süppchen zu kochen versucht. - Apropos moralinsauer: So hatte ich »Derrick« in Erinnerung. Moralinsauer, glubschäugig und melancholisch. Daß ausgerechnet der im Ausland zum Beispiel des Deutschen avancierte, war ein schlechtes Zeichen. In seinen frühen Ganovenrollen, z. B. als Oberposträuber - »Die Gentlemen bitten zur Kasse« - war er mir bedeutend sympathischer. Aber die waren ihm später peinlich. Kein Wunder, daß er nach dem Ende der Serie »Derrick« noch moralischer wurde und einen Kardinal spielte. Als er vor Jahren mal insgeheim einen der unidentifizierten Posträuber traf und dabei sagte, er spiele nur noch Polizisten, antwortete der: »Ein trauriger Abstieg.« Recht hatte der Mann. Aber was den armen »Derrick« jetzt posthum trifft, das hat er wirklich nicht verdient: Alle sind pseudo-entsetzt, nur weil sich jetzt herausstellte, daß er bei der Waffen-SS war. Zur Erinnerung: Waffen-SS war nicht gleich SS, sondern auch nicht viel anders als die ganz gewöhnliche Wehrmacht; meines Wissens stuften die Alliierten sie 1945 noch nicht mal als verbrecherische Organisation ein. Und deswegen setzen jetzt z. B. die Holländer abrupt Derrick-Folgen ab - nicht weil er so ein doofer und langweiliger Kommissar war. Für letzteres hätte ich bedeutend mehr Verständnis ... (Auch das ZDF hechelt gleich beflissen hinterher und will keinen »Derrick« mehr wiederholen - an sich eine gute Nachricht, nur die Begründung ist daneben. O tempora, o mores!)

Deutschland ist abgehängt (9.5. - Christi Himmelfahrt)

Vorhin auf dem Rückweg von Tübingen am Nehrener Rathaus vorübergefahren: Die Flagge Nehrens hing neben der (inoffiziellen) EU-Flagge mit den EU-Sternen auf blauem Grund, Deutschlands Schwarz-Rot-Gold fehlte.

Es grünt so grün - wo? In der Sahara ...

In der Sahelzone, um genauer zu sein. Daß die Klimaerwärmung, wenn sie denn endlich wieder in Gang kommt - seit 1998 pausiert sie ja leider -, keineswegs nur für gemäßigte Zonen nützlich sein könnte, sondern auch für die Sahelzone, die in den letzten Jahren spürbar ergrünt ist, zeigt der folgende Artikel: Während vergangener Klimaoptima war die Sahara am grünsten.

»Er ist ein Schweinehund, aber er ist unser Schweinehund«

So dachten die Amis oft. In den 50er Jahren stützten sie den Diktator des Irak trotz dessen brutaler, menschenrechtsverachtender Politik, solange er brav antikommunistisch blieb und den Amis billiges Öl lieferte. Erst als er sein Volk mehr vom Öl profitieren und die Ölquellen verstaatlichen lassen wollte (wie Jahre zuvor Mossadegh im Iran), fiel er in Washington in Ungnade. Die USA benutzten Saddam Hussein als Werkzeug, um den mißliebig gewordenen alten Diktator loszuwerden und den Irak wieder in den Griff zu bekommen. Wenn bei dieser Art Politik allzu viel schiefläuft, dürfen wir Deutschen und andere NATO-Partner die Scherben dann bündnissolidarisch aufwischen helfen. Mehr über diese Art Politik in einem Artikel auf eigentümlich frei.

»Diskriminierung ist bei uns Programm«

... sagt eine Berliner Fotohandlung, die bewußt und prinzipiell keine Männer, sondern nur Frauen einstellt. Andersrum gäbe es Riesenärger, so nur milden Tadel. Arne Hoffmann berichtet.
Auch Berliner Politikern scheint Diskriminierung keinerlei Kopfzerbrechen zu bereiten: Im Bezirk Hellersdorf-Marzahn planen Politiker allen Ernstes eine Turnhalle, die nur Frauen vorbehalten sein soll - aber es regt sich bereits Widerstand: Der Berliner Kurier berichtet.

Popeye hatte doch recht!

Spinat macht Muckis, zu dieser Erkenntnis hat sich jetzt die Ernährungswissenschaft durchgerungen - nachdem die Nitrate (im Spinat und anderswo) lange als Krebserreger verpönt waren. Über die wechselnden Moden der Ernährungswissenschaft berichtet der Deutschlandfunk.

Kohle aus Müll

Die JUNGE FREIHEIT berichtete unlängst von einem neuen, in Deutschland entwickelten Verfahren, aus Müll steinkohleähnliche Briketts herzustellen, die man in Steinkohlekraftwerken verfeuern kann. Das ist doch mal was! So was sollte es öfter geben! (Nein, Link hab ich momentan leider nicht.)

Selbst als Sparkassendirektor taugte er nichts

Dabei verdient man da doch mehr als als Bundeskanzler! Doch der »Finanzexperte« Steinbrück hatte im Vorstand der WestLB so manch verhängnisvolle Entscheidung (mit-)vertreten (z. B. Engagements der WestLB in den Steuerparadiesen, die er jetzt gar nicht genug schelten kann). Bei Thyssen Krupp, dem in Schieflage geratenen Unternehmen, hatte er indes wenig zu vertreten, er glänzte bei den Aufsichtsratssitzungen meist durch Abwesenheit, genau wie im Bundestag - logisch, seine vielen teuren Vorträge mußten ja irgendwann vorbereitet werden. Die PAZ berichtet.

Scharia-Patrouillen in London

In Ostlondon, wo mir schon 2005 auffiel, daß dort viele Leute im Nachthemd oder mit Gardine vorm Gesicht herumlaufen, wachen jetzt illegale, aber offenbar von der legalen Obrigkeit wenig gestörte muslimische Patrouillen darüber, daß Miniröcke, Besoffene und Plakatreklame für Dessous nicht mehr lange das orientalische Stadtbild stören: Armes England! Glücksschweinchen auf Neujahrsgrüßen sollen dort angeblich schon länger nicht mehr erlaubt sein. Wo soll das noch hinführen ... ?

200 Jahre Befreiung vom napoleonischen Joch ...

... könnte Deutschland in diesen Tagen feiern - aber Pustekuchen! Während 1913 das protzige Völkerschlachtdenkmal eingeweiht wurde, macht man (das offizielle Deutschland) diesmal offenbar gar nichts - dabei wäre das doch so eine schöne Gelegenheit, die deutsch-französische Freundschaft zu feiern! Angela Merkel gibt da ja beste Beispiele: Als am 8. Mai 2010 die Euroverträge zu Lasten Deutschlands das erste Mal gebrochen wurden (Griechenlandhilfe), fand sie es wichtiger, bei einer Siegesparade in Moskau anwesend zu sein statt bei den Verhandlungen in Brüssel. Genauso könnte sie doch Monsieur Hollande zur 200-Jahr-Feier der Befreiung von der napoleonischen Terrorherrschaft einladen. Hollande könnte in einer bewegenden Rede - so bewegend wie Richard von Weizsäckers Rede zum 9. Mai 1985 - darlegen, wie schlimm er das damalige Benehmen Frankreichs findet, und alles feiert danach voller Eintracht. Stattdessen wurde die schöne Gelegenheit verschenkt. Schade. (Nachtrag: Zum 150. Geburtstag der deutschen Schwester-Sozis kam Hollande ja neulich sogar nach Leipzig, und weil die SPD sich den Festakt im Gewandhaus eigentlich gar nicht leisten konnte, verkaufte sie die Fernsehrechte daran ans ZDF und an Phoenix, so daß wir Zwangsgebührenzahler nun indirekt die SPD mitfinanzieren. - Die Gelegenheit war günstig, gleich vom Gewandhaus weiterzuspazieren zum Völkerschlachtdenkmal - wieder mal eine vertane Gelegenheit ... ;-) - Hochinteressant auch diese Alternativgeschichte der SPD)
Das Leipziger Völkerschlachtdenkmal von 1913

Den globalen Klimaklüngel ...

... analysierte unlängst eine Journalistin und fand heraus: Fürs Fortkommen in den und in dem Weltklimarat ist ein Lebenslauf aus Ökoverbandsaktivitäten allemal besser als wissenschaftliche Reputation. Das journalistische Urgestein Günther Ederer berichtet.

Gold - sicherer Hafen unter Beschuß

Der seltsame Absturz des Goldpreises vor einigen Wochen brachte sicher nicht nur mich ins Grübeln. Eigentlich sollte doch Gold in Krisenzeiten wie den heutigen als »sicherer Hafen« gelten. Daß an diesem Absturz manipuliert wurde, war allen Beobachtern klar. Die meisten erklärten den Grund dafür so: Den Anlegern sollte der Drang zum Gold genommen werden, sie sollten am Papiergeld kleben bleiben. Vielleicht steckt aber noch etwas ganz anderes dahinter: Die USA wollen den Iran von seinen Öleinnahmen abschneiden. Mittel dazu war das Abschneiden des Irans vom internationalen Zahlungsverkehr. Als Ausweg entwickelte der Iran Öl-gegen-Gold-Geschäfte, abgewickelt über die Vereinigen Emirate und sogar auch über das Natoland Türkei. Um den Mullahs nun auch diese Geschäfte zu vermiesen, hätten die USA den Goldpreis nach unten manipuliert, behauptet dieser Blogger.

Kußverbote und Nüchternheitszwang

Nicht nur den USA mißfallende Öl-gegen-Gold-Geschäfte betreibt Herr Erdogan in der Türkei, auch sonst benimmt er sich ungeniert: Über 100 Journalisten sitzen wegen irgendwelcher Meinungsdelikte ein (nur die, die etwa den NSU-Prozeß beobachten und Stimmungsmache gegen Deutschland betreiben, die gefallen ihm), eine Deutschlandfunk-Reportage beschrieb vor Monaten, wie seit Jahrzehnten die griechische und armenische Minderheit durch Auswanderung ausbluten, weil sie den türkischen Nationalismus ihrer Umgebung nicht mehr ertragen, die einst (von Atatürk vermutlich) lizenzierten Puffs werden immer weiter an Zahl eingeschränkt, neuerdings berichten Medien gar von Kußverboten in der Öffentlichkeit (und wer dagegen verstößt, muß mit Messerattacken von Islamisten rechnen), und wer sich von all diesen Zumutungen bei einem Bierchen erholen will, der schaut an immer mehr türkischen Orten in die Röhre, weil Erdogan mit einer Salamitaktik aus Schikanen und Repressionen den Alkoholkonsum immer mehr einschränken will. Er marschiert halt auf die saubere islamische Republik Türkei zu, der Herr Erdogan. Seien wir froh, daß er an einer EU-Mitgliedschaft der Türkei gar nicht mehr so recht interessiert ist ...

Der Elefant verschwindet

»There is an elephant in the room« pflegen Angelsachsen zu sagen, wenn eine im Grunde unübersehbare Tatsache beharrlich von allen Anwesenden geleugnet wird. Bei den Meinungsmachern in den Medien war das jahrzehntelang ihr Einfluß auf die öffentliche Meinung. Als der Medienforscher Kepplinger vor 35 Jahren behauptete, der knappe Wahlsieg der sozialliberalen Koalition in der Bundestagswahl 1976 sei auch der negativen Medienberichterstattung über Kohl und die Union geschuldet, erntete er wüste Beschimpfungen. Und heute? Heute geben sich die Massenmedien plötzlich besorgt über ihren schwindenden Einfluß, weil Blogger, Facebook, Internet und Privatsender ihr Meinungsmonopol gefährden. »Solange der Elefant im Raum ist, bemühen sich alle, ihn zu ignorieren. Doch wenn er die Party verlassen hat, beginnen die Teilnehmer sichtlich, ihn zu vermissen - und verraten damit nebenher, daß sie ihn natürlich die ganze Zeit gesehen hatten«, schreibt der Medienwissenschaftler Petersen in diesem Artikel.

Leuchtendes Unkraut ...

... haben Ihre Nachbarn gewiß noch nicht! Schnell bestellen und damit Eindruck schinden! Für 40 Dollar (wegen der Entwicklungskosten) bekommen Sie eine Samentüte mit genetisch verändertem und somit leuchtendem Unkraut. Für 200 Dollar gibt's einen Gentechnik-Baukasten zum Selbermachen - da kann dann jeder sein eigener Pflanzenschöpfer werden. Wenn genügend Spenden eingehen, wollen die US-Forscher auch noch eine leuchtende Rose züchten. Verzichten Sie in Zukunft auf die Solarlämpchen an ihrer Grundstückseinfahrt - lassen Sie sich (und Ihren Gästen) durch eine leuchtende Rosenrabatte heimleuchten! Näheres dazu hier. (Aber Vorsicht: Achten Sie auf unsere gentechnik-miesepetrigen Gesetze, sonst kriegen Sie Ärger!)

Miesester Mai seit 1970

... kalt und regnerisch nämlich, und insgesamt der kälteste Frühling seit 1970, soviel steht schon jetzt, wenige Tage vor dem meteorologischen Sommerbeginn (1.6.), fest. Vor einem Jahr war's heiß um diese Zeit, heute ist es so, daß ich im ungeheizten Arbeitszimmer (mein Öltank ist fast leer) im Bademantel dasitze und hoffe, daß die Sonne die Zimmertemperatur von heute morgen 14 Grad doch allmählich Richtung 20 Grad hochtreibt. Morgen und die nächsten Tage soll's ja wieder kräftig regnen. Typisch: Im Winter hätten wir milde Atlantiktiefs brauchen können, bekamen aber nur eisige Hochs. Jetzt könnten wir ein stabiles, sonniges Hoch gebrauchen, bekommen aber nur Tiefs mit Plemperwetter. Verkehrte Welt: Oslo sonnig, 24 Grad, und Santiago de Compostela 13 Grad und Dauerregen. Näheres darüber u. a. hier. Soviel zum aktuellen Stand der Klima-Erwärmung.


... und zu guter Letzt:


Die Gefahren des allzu investigativen Journalismus

Und das Allerletzte:

»Merkel ist schwer anzugreifen, denn wenn ein neues Problem auftaucht, dann schweigt sie erst mal lange, und wenn sie dann den Finger hebt, dann nicht um den Kurs vorzugeben, sondern um die Windrichtung zu prüfen.« Wo er recht hat, hat er recht, der Steinbrück.

30.4.13

5 Neuerscheinungen ...

... wird dieser Blog nächsten Monat - Anfang Juni - präsentieren: allesamt Ebooks (und auch nicht alles neue Titel, sorry).

Ich wünsche allen Lesern einen angenehmen »Tag der Arbeit« (für mich wird's eher ein »Monat der Arbeit« werden ;-) ).

»Ungehaltene Reden« ...

... nannte ein Promi mal seine unveröffentlichten Reden doppelsinnig. Ich hätte auch öfters Lust, solche zu halten - z. B.

... zur Frauenquote:

»Wir lehnen die Frauenquote jetzt und in Zukunft ab, weil sie verfassungswidrig ist. Art. 3 Grundgesetz: ›Niemand darf wegen seines Geschlechts benachteiligt oder bevorzugt werden.‹ Eine Quote tut aber genau das: Sie benachteiligt die einen wegen ihres Geschlechts und bevorzugt die anderen wegen ihres Geschlechts. Auch Art. 33 GG sagt eindeutig: ›Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte.‹ Nach seiner Befähigung - nicht nach seinem Geschlecht! Die Mütter und Väter des Grundgesetzes wollten eine freiheitliche und offene Gesellschaft, in der Leistung und Fähigkeit zählen, nicht das Geschlecht.«

... oder zum NPD-Verbot:

»Wir lehnen ein NPD-Verbot ab, weil die NPD - wiewohl vermutlich verfassungsfeindlich - eher Mitleid oder Belustigung erregt als Angst. Sie dümpelt im Unter-5-Prozent-Ghetto herum, oft sogar im 0,5-Prozent-Bereich - und wenn sie doch mal knapp in einen Gemeinderat oder Landtag einzieht, dann erweckt ihr Treiben ebenfalls mehr Mitleid als Furcht. Daß jede Demo von 50 Neonazis zuverlässig 500 krawallbereite Antifas auf den Plan ruft, ist kontraproduktiv und tut dieser Partei viel zu viel Ehre und Aufmerksamkeit an. Gegen das Problem rechtsradikaler Schlägertrupps in manchen Gegenden und Städten hülfe ein NPD-Verbot eh nichts.«

... oder zum Fall Uli Hoeneß:

»Wir beantragen die volle Wiederherstellung des Bankgeheimnisses auch in Deutschland. Dem legitimen Einnahmeinteresse des Staates kann durch eine anonyme, von den Banken en bloc überwiesene Quellensteuer vollauf genügt werden, da ist es absolut nicht nötig, in den Kontoständen von Lieschen Müller oder Herrn Meier von nebenan herumzuschnüffeln. Als vor einigen Jahren das Bankgeheimnis in Deutschland abgeschafft wurde, hieß es, es werde nur wenige Kontoabfragen pro Jahr geben. Doch es entwickelte sich so wie beim großen Lauschangriff: Nachdem das neue Fahndungsinstrument erst einmal zugelassen war, gewöhnten sich die staatlichen Organe daran, und das Rinnsal von Anfragen schwoll zu einer Flut an. Die Schutzrechte der Bürger schwinden mehr und mehr. Das können wir nicht akzeptieren.«

Das SOLLTEN sie sagen, die Politiker, aber *seufz* sie sagen es nicht. Zur Heuchelei des Staates gegenüber reichen Steuersündern hier ein Artikel des altgedienten Journalisten Günter Ederer, der schon 1982 eine Reportage über Steueroasen drehte: Die Woche der Heuchler.

Die Sommerzeit - ein Energiefresser

1976 waren die Franzosen die Vorreiter: Eine Sommerzeit sollte Energie sparen - hatte sie ja irgendwie in den Weltkriegen auch geschafft, nicht wahr? Deutschland blieb skeptisch - und bis 1980 mußten Züge an der französisch-deutschen Grenze eine Stunde lang stehenbleiben (jeder Ami oder Kanadier würde sich totlachen - bei den vielen Zügen, Flügen, Bussen, die dort tagtäglich die vielen Zeitgrenzen ohne Stopp überschreiten). Dann hatten wir die Sommerzeit auch, obwohl jeder schon ahnte, was jetzt eine Studie aus Indiana ans Licht brachte: Abends wird weniger Licht gebrannt, aber die lange Helligkeit verführt zu manchen Ausflügen mit dem SUV oder ähnlich Verschwenderischem, was sonst unterbliebe, und morgens ist es dunkel und kalt, man muß mehr Licht brennen und heizen. Das Problem der verschnarchten Teenager wird durch die Sommerzeit auch größer (wir sprachen darüber). Da wäre es an der Zeit, diesen erkannten Unsinn wieder abzuschaffen - aber da hoffen wir wohl vergeblich. Eher wendet ein Tanker in einer Pfütze, als daß die EU ihren Kurs korrigiert. Hier ein ausführlicher Artikel darüber: Der Sommerzeit-Flop.

»Was fällt Ihnen ein, uns unseren Atom-Wertstoff wegnehmen zu wollen!?«

So wird man wahrscheinlich in zwanzig, dreißig Jahren vom Atommüll sprechen, wenn das neue Transmutationsverfahren, das in der belgischen Kernforschungsanlage Mol erprobt wird, in breitem Ausmaß angewendet werden wird. Dann kommt es nämlich nicht mehr darauf an, ob der Atommüll in Anlagen liegt, die auch in 1000 Jahren noch sicher sein werden, sondern darauf, ob man ihn wieder zurückholen kann, nämlich um ihn zu entgiften und dabei noch ein wenig Energie zu produzieren - zurück bleibt ungefährlicher, nichtstrahlender Müll. Nur die deutschen Parteien, die sich jetzt verantwortungsschwer an einer neuen Endlagersuche abarbeiten, haben den Schuß noch nicht gehört - wie sollten sie auch, wo Rotgrün vor rund 10 Jahren die pöhse Atomforschung stark zurückgefahren hat; da machen jetzt eben andere die Innovationen, mit denen sonst wir Geld hätten verdienen können. Den ganzen Artikel finden Sie hier.

Leipzig: 5 Millionen Bücher brennen

Das Viertel südöstlich der Leipziger Innenstadt war früher das Buchdrucker- und Verlegerviertel, damals, als Leipzig noch DIE Bücherstadt par excellence und Standort der weltgrößten Buchmesse war, nicht Frankfurt. 1943 verbrannte das Buchdruckerviertel im Bombenhagel, nach 1945 flohen viele Verleger in den Westen - aber bedeutungsvoll als Bücherstandort ist Leipzig nach wie vor.
Stellen Sie sich vor, dieses Leipziger Bücherlager geriete in Brand ...
Und so geschah es tatsächlich: 5 Millionen Bücher (vornehmlich von Kleinverlagen) verbrannten in Leipzig im größten Bücherbrand seit 1943, wie dieser Artikel der FAZ erschütternd bezeugt. 

Alles rennet, rettet, flüchtet ...

... hier Südkoreaner, die sich mit Sack und Pack aus der nordkoreanischen Sonderwirtschaftszone Kaesong ins nahe Südkorea absetzen und dabei all ihre Habseligkeiten in die wenigen Autos stopfen müssen, weil sie keine Gelegenheit zu einer zweiten Fahrt haben werden:


Und zu guter Letzt noch:

Wenigstens ist jetzt draußen alles grün geworden, wenn ich auch im dicken Bademantel hier sitzen muß, denn um Heizöl zu sparen, stellte ich die Heizung ab, und ich sitze hier bei knapp 15 Grad ...

21.4.13

Posten für aufstrebende Frauen

Wo? Hier:
Gerüstbau Hienicken, Detmold. 23 männliche Mitarbeiter, 2 weibliche - im Büro. Wollen wohl nicht so hoch hinaus. Tja - selber schuld ... (Wär doch hübsch, da oben mopsfreie ArbeiterINNEN zu erblicken!)

20.4.13

Die Lady mit dem Rohrstock - für ein ganzes Land ...

In diesen Tagen gibt es Lobeshymnen für sie aus konservativem und liberalem Mund: Sie habe das verkrustete, halbgelähmte Großbritannien befreit, befreit vor allem aus dem Würgegriff der Gewerkschaften; befreit und wiederbelebt habe sie das freie Unternehmertum.
»Alles Quatsch«, meint ein Libertärer, also einer, der es mit der Freiheit besonders ernst meint, in einem Essay auf eigentümlich frei. Hofiert habe sie (wie Schröder) nur die Großunternehmen, außerdem habe sie das Fundament für den New-Labour-Bevormundungs-und-Supernanny-Staat gelegt, in dem heute alle Briten lebten:
»Sie führte Geldwäschegesetze ein, die nun zu einer generellen Kontrolle unserer finanziellen Transaktionen ausgeweitet wurden. Sie lockerte die Voraussetzungen für polizeiliche Durchsuchungen und Beschlagnahmungen. Sie vergrößerte den Polizeiapparat und weitete seine Vollmachten aus. Sie schwächte die Geschworenengerichte. Sie schwächte den rechtsstaatlichen Schutz der Angeklagten. Sie erteilte Vollzugsbeamten die Macht, ohne ordentliches Verfahren Bußgelder und Strafen zu verhängen. Sie löste die ersten Schritte zur absoluten Kriminalisierung des Schußwaffenbesitzes aus.«
Den ganzen Artikel finden Sie hier.
Wahrscheinlich hatten die konservativen Hinterbänkler doch recht, die in den 80er Jahren ein bekanntes Londoner Dominastudio aufsuchten und sich wünschten, die Domina solle vor der Züchtigung eine Gummimaske mit den Zügen von Margaret Thatcher aufsetzen oder ihnen mit einer thatcherartigen Handtasche eins über den Rücken ziehen ...

19.4.13

Frauenquote 95 %!

Wo gibt's denn so was? Im »Bienenstich« in Hamburg-Altona: 21 weibliche Mitarbeiter, 1 männlicher Mitarbeiter - und wie man sieht, stehen noch mindestens zwei herausragende Top-Positionen für weitere leistungswillige Mitarbeiterinnen offen:
So weit unser Beitrag zur aktuellen Debatte ...

18.4.13

Gefangen im sozialen (Tratsch-)Netzwerk

Soeben auf Facebook gefunden:
Ohne weitere Worte ;-)
Oder doch noch ein Wort: Der Facebook-Man weiß nicht mal, daß eins seiner Kommata zuviel ist ...

17.4.13

MARTERPFAHL immer noch lendenlahm ...

Immer noch ist mein Assi außer Gefecht gesetzt und ich auch nicht hundertprozentig in Form, so daß der Verlag momentan außerstande ist, a) normal zu arbeiten und b) so wie hier vor der Hochzeitsnacht vollsportlich die Freuden des Joggings genießen zu können, wie sie Benny Hill hier bereits in den 80ern schön geschildert hat.

Verwischt dynamisch: Benny Hill bevorzugt die Freuden des Joggings gegenüber denen einer Hochzeitsnacht

Immerhin gelang uns beiden (Journalist S. und mir) im dritten Anlauf endlich die Anmeldung zu einem Herbstmarathon. Der Medoc-Marathon sollte es zunächst sein, wo man in Verkleidung läuft, mit Wein statt mit Wasser abgefüllt wird und wo nicht nur die Zeit des ersten gemessen wird, sondern auch der Promillepegel des letzten - hätte mich treffen können ...
Der aber war schon ausgebucht - und die für alle französischen Marathons obligatorischen Gesundheits-Testate - für uns derzeit heikel, wir sind momentan beide recht schlaff - hätten wir schon im März einreichen sollen. - Also woanders hin. Brüssel schied aus - strammes Zeitlimit von 5 Stunden. Amsterdam schien machbar - aber als S. uns beide online anmelden wollte, wurde seine Kreditkarte nicht akzeptiert. Erst ich schaffte es anderntags.
Na, da haben wir jetzt noch gut 6 Monate zum Trainieren ...


16.4.13

Frauen am Drücker oder: Feminismus totalitär

Kaum hast du ihnen den kleinen Finger gegeben, da bedrohen sie dich auch schon mit einer Zündkerze und verbannen dich auf den neuen Archipel GuLag auf der fiesen, lebensfeindlichen Oberfläche von Medora, die »Mädchen aus dem Weltraum« (D/GB 1976).

»Wann wird der Feminismus totalitär?« fragt sich mein Autor Arne Hoffmann. Erst dann, wenn er Lager für widerspenstige Männer errichtet - immerhin gab's schon Forderungen nach Kriminalisierung feminismuskritischer Äußerungen (s. u.) -, oder bereits dann, wenn es keine wählbare Alternative zu den vielen von feministischen Klüngeln, Cliquen und Seilschaften - neumodisch: »Netzwerken« - unterwanderten Parteien mehr gibt? An diesem Punkt sind wir nun fast, denn die beiden letzten Bastionen des Widerstands, die Union und die FDP, sind gerade am Einknicken, die Piraten sowieso (abgesehen davon, daß sie eh reif für die Tonne sind), allenfalls die neue AfD bietet vielleicht Hoffnung. Näheres dazu siehe hier und hier. 

»Ich glaube, diesen Autor von der ZEIT können wir als Leibsklaven annehmen, so gekonnt, wie er die Entrechtung von Männern als Fortschritt preist. Aber diesen Hoffmann müssen wir uns vorknöpfen wegen antifeministischer Belästigung!«

15.4.13

Der westlich-liberale Fortschritt marschiert ...

... zum Beispiel in Afghanistan:
... oder im ach so befreiten Tunesien, wo die mopsfreie 19jährige Amina von rauschebärtigen Mullahs mit dem Tode bedroht wird:
In Deutschland hingegen streiten Feministinnen aller Parteien mal wieder hingebungsvoll über die Zwangs-Frauenquote, ein Karriereprogramm für einige hundert »Goldröcke«, und geben sich intensiv ihren Neurosen hin:
Prost Mahlzeit, liebe Leser! ;-)

14.4.13

... und die Anemonen sind schon da! (wenn auch nicht die Kirschblüten)

Endlich ist der Sommer da - der Frühling fällt einfach aus wie in manchen nördlichen Gegenden, wir geraten ohne Verzug vom Winter in den Sommer. Letzten Sonntag war das Wetter noch mies gewesen und ich vergrippt, so blieb ich dem Solitude-Lauf fern. Heute aber war eine gute Gelegenheit, erstmals den Roller in dieser Saison spazieren zu führen, und so fuhr ich nach Ohmenhausen zum Frühjahrslauf - nein, nicht die 10 km mit starkem Profil - 200 Höhenmeter bergauf und bergab -, sondern die 8-km-Walkingstrecke (als ich aber  bei km 2,8 die letzte Joggerin sah, die - 55 min nach dem Start - bei km 6,8 bergauf kroch wie eine müde Klosettfliege, bereute ich es schon fast: DER hätte ich auch noch Konkurrenz machen können!)
Doch auch so war es schön: Die Spechte trommelten, die Anemonen blühten, nur die Knospen der Bäume waren noch kaum zu sehen, dafür waren die wenigen warmen Tage einfach noch nicht genug ...
... ebenso wenig, um Kirschblüten fürs heutige Nehrener Kirschblütenfest hervorzubringen. Tja - sorry!

»Der Transparenz-Terror tobt«

... so ist dieser Artikel überschrieben. Vor Jahren gab's noch ein Bankgeheimnis in Deutschland, und als es ausgehöhlt wurde, hieß es beschwichtigend, die Zahl der Kontoabfragen werde gering ausfallen. Fiel sie anfangs auch - doch dann wurden es immer mehr. Gegenwärtig wird der Fall des Bankgeheimnisses in immer mehr Staaten bejubelt, und selbst die bürgerliche Presse hat nichts mehr gegen diese staatliche Schnüffelei einzuwenden. - Gegen eine anonyme Quellensteuer hätte ich ja nichts einzuwenden, jedenfalls nicht mehr als gegen andere Abgaben - aber warum muß der Staat in den Bankkonten von Frau Müller und Herrn Meier herumschnüffeln? Der Staat wird immer totalitärer und überwachungssüchtiger, das ist alles.

Die Sklaverei wächst

Bislang war Tschechien - vor allem unter Premier Vaclav Klaus - noch einer der letzten Horte von Freiheit und Demokratie, z. B. in einer großen Bierkneipe im Herzen Prags: »Hier fließt Budweiser Bier in Hektolitern, und im Minutentakt wandern Schweinebraten, Knödel und Kraut über den Tresen. Ganz so, wie es jeder Reiseführer beschreibt. Doch nicht nur der Duft des böhmischen Essens liegt in der Luft. Durch den riesigen, gewölbten Speisesaal ziehen dichte Rauchschwaden, einen Nichtraucherraum sucht man vergeblich. Auch in der nebenan liegenden Schankstube wird fleißig gequalmt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern Europas gibt es in Tschechien kein Rauchverbot in der Gastronomie. Zwei Jahre lang stritten die Abgeordneten im tschechischen Parlament über eine Neufassung des Tabakgesetzes. Beschlossen wurde ein zahnloser Kompromiß: Ab 1. Juli dieses Jahres müssen Lokale klar als Raucher- oder Nichtraucherlokale gekennzeichnet werden. Die Entscheidung darüber, ob geraucht werden darf oder nicht, liegt alleine beim Besitzer des Restaurants.« ... und anstatt es einfach dabei zu belassen, bohren manche tschechischen Politiker immer wieder nach und wollen strengere Anti-Rauch-Vorschriften erlassen. Der Tenor der deutschen Berichterstattung: Fast alle Reporter finden das gut - wahrscheinlich liegt's daran, daß sie mehrheitlich den Grünen zuneigen, dieser Partei des Supernanny-Beamtenbürgertums ...

12.4.13

Erleuchtung für Langschläfer, Sicherung durchgebrannt für Sparer und anderes Erschröckliches mehr ...

Geile Nutten und langweilige Rauschgoldengel

Megageil fand meine Grafikerin den Klappentext zu »Ich war kein braves Mädel, Santa Claus«: Da setzte sich der Santa die Büroangestellte auf den Schoß und fragte mit tiefer Stimme nach den Sünden und Verfehlungen des letzten Jahres, dieweil er ihr mit der Hand untern Rock fuhr. Das Buch verkaufte sich dennoch nur 500 Mal in drei Jahren.
Kaum war es aber in »Eine Nacht lang wirst du käuflich sein« umgetauft (mit einem entsprechend nuttigen Titelbild), da verkaufte ich im selben Zeitraum 2500 Stück. (Sorry, Sibil, daß ich das jetzt zu deinem Kummer nochmals erwähne, es ist keine Kritik an deinem Bild, aber zur Erhärtung meiner These brauche ich es.)
Das funktioniert (leider) nicht immer, aber es zeigt die Wichtigkeit eines auf Anhieb geil wirkenden Titels. Es ist so wie bei der Zeitschriftenwerbung: Wenn der Leser nicht im ersten Moment gefesselt ist, blättert er weiter und liest den Rest gar nicht mehr - und wenn dieser Rest noch so gut ist.
Autor Gerwalt sieht das anders. Er ärgere sich heute noch darüber, daß er sich zu dem Titel »Sklavin am Ohio« überreden ließ, genützt habe der nämlich nichts. Irrtum: Mit dem von Gerwalt favorisierten Titel »Nouvelle France« wären es wahrscheinlich noch weniger Verkäufe gewesen.
Gerwalt bevorzugt die gute Vernetzung in diversen Foren, Blogs und »sozialen Netzwerken« wie Facebook. Das überzeugt mich nicht. Aus meiner Sicht klopft sich da nur der ewiggleiche Klüngel von ein paar Dutzend Unentwegten gegenseitig auf die Schulter, mehr nicht.
Etwas mehr bringt schon das Pilgern von einem Gästebuch einer flagellantischen Website zum nächsten, wie die Autoren einiger flagellantischer Bücher meines Verlags es gemacht haben: Das bringt vielleicht einige hundert Verkäufe.
Wer aber höhere Verkaufszahlen von mehreren tausend Stück anpeilt, der kommt mit dieser modernisierten Form der Mund-zu-Mund-Propaganda nicht mehr weiter, der braucht den Zugang zu Werbeplattformen, die einer breiteren Öffentlichkeit offenstehen - und die Werbung muß dann auch so knackig sein, daß der Leser in der ersten Sekunde schon gefesselt wird (sollte für einen SMer eigentlich selbstverständlich sein ;-)).
Genau :-) .

PS: Eine solche Plattform stellen Talkshows dar. Sein neues Buch in einer Talkshow präsentieren zu dürfen, bringe ihm 5000 Verkäufe zusätzlich, schätzte mal ein Autor.

Opas Stalingradwetter

Zu kalt war der arschkalte März, befand der Meteorologe Dominik Jung auf wetter.net (wir berichteten) - der fünfte zu kalte Winter in Folge sei es gar gewesen. Zu warm sei der Winter gewesen, befanden die Klimawandel-Gurus vom Potsdamer »PIK«. Wie das? Nun, die hatten Opas Winterwetter als Referenz herangezogen, nämlich den Zeitraum von 1961 bis 1990. Hätten sie mal Uropas Stalingradwetter genommen, dann wäre der Vergleich noch deutlicher ausgefallen - oder den ostprrreußischen Fluchtwinter 1944/45, da waren doch so viele bei der Flucht übers Eis des frischen Haffs eingebrochen. Also eigentlich auch wieder ein zu milder Winter. Mist. :-(

Mehr über die letzten Windungen einer »Wissenschaft«, die aus einer Erkältung eine Erwärmung machen will, hier.

Verschnarchte Teenager in der Sommerzeit

»Morgengrauen - das ist das Gefühl beim frühen Aufstehen« - so formulierte es mal jemand. Ein herrliches Bonmot! Besonders ausgeprägt empfinden dieses Grauen viele Teenager, denn die meisten von ihnen durchleben in ihrer Pubertät einige Langschläferjahre, in denen ihr Tagesrhythmus verrutscht ist und ihnen das Frühaufstehen besonders schwerfällt. Ließe man die Schule erst um 9 beginnen, würden die Teenie-Schüler ausgeschlafener und besser, so ein häufiger Vorschlag. Ein guter Vorschlag, auch fürs Arbeitsleben! Schließlich beginnt in England, Frankreich usw. das Berufsleben auch erst morgens um 9. Nur die deutschsprachigen Länder sind eine Insel mit Frühaufsteher-Fimmel, besonders in Sachsen-Anhalt (»Wir stehen früher auf« - die anderen Länder ringsum sollten einen sich verschlafen Rekelnden plakatieren mit der Aufschrift: »Endlich ausschlafen - Sie haben's überstanden!«). Schluß damit! Als ersten Schritt zu einer Trendwende könnte man endlich mal die unnütze Sommerzeit abschaffen - denn die innere Uhr richtet sich wohl mehr nach der Sonne als nach der Uhrzeit. Wenn man morgens um 8 antanzen muß, und nach dem Sonnenstand ist es eigentlich erst 7, dann fühlt man sich auch so verschlafen wie um 7. Mit anderen Worten: Die Sommerzeit verschleißt beim Aufstehen unnütz Energie, statt solche zu sparen (wie einst versprochen). Weg mit ihr!

MARTERPFAHL total vergrippt (12.4.)

Die Grippe hat uns leider momentan fest im Griff: Mein Assistent hat sich krankgemeldet, und ich hänge auch mehr matt als fit vor dem Rechner - es kann leider zu Verzögerungen bei den anstehenden Aufgaben kommen. Sorry.

Deutsche leben fast abstinent

Jeder Deutsche trinkt im Jahr statistisch eine Badewanne voll Bier, Wein und Schnaps, verkündet die »Hauptstelle für Suchtfragen« besorgt. Allerdings nur eine kleine Badewanne: 138 Liter - und über die Gewichtung der drei Alkoholika darin wird auch nichts Näheres gesagt. Also gerade mal 0,38 Liter pro Tag - fast nichts. Ein kleines Pilschen mit einem extra Schluck. Mit anderen Worten: Die Deutschen leben beinahe abstinent. Für diese richtige Einordnung sorgt Eckhard Fuhr in der WELT. Dazu paßt: Die Tschechei ist eins der letzten Kneipenraucherparadiese in der EU, genau wie die Tschechen auch gern Unmengen fettes Schweinefleisch mit Knödeln verdrücken und uns Deutsche beim Pro-Kopf-Bierverbrauch längst überholt haben. Doch mit der Qualmerei in den Kneipen solle jetzt Schluß sein, verkünden Radioberichte nicht etwa mit Trauer, sondern triumphierend, als wäre die Vernichtung der Freiheit etwas Positives :-(

Endlich wieder die gute alte Erleuchtung ...

... gibt's bei Manufactum:


Für Industriezwecke (d. h. etwas stoßfester) wird die gute alte traditionelle Glühlampe ja weiterhin gehandelt, nicht nur bei Manufactum, sondern in jedem x-beliebigen Baumarkt. Den Hinweis »Für Haushaltszwecke nicht geeignet« (oder so ähnlich) können Sie getrost ignorieren - außer es kommt gerade einer von Günther Oettingers Glühbirnen-Polizisten um die Ecke ;-)

Jetzt sind peu à peu die Sparer dran - das Unheil rückt näher

In Zypern wurde es vorgemacht: Erstmals erlitten die Sparer einen »Haircut«, erstmals gab es Devisenkontrollen, jetzt ist Spanien dran: Die »Vorzugsgläubiger« der Bankia (deren Vorzug darin besteht, daß sie als erste dran glauben müssen) können 38 bis 61 % ihrer Anlagen in den Schornstein schreiben, meldet die PAZ: Erste Sicherungen durchgebrannt.

1.4.13

Frühlingsdeko :-)

Für den Fall, lieber Leser, daß der Frühling endlich doch noch kommt - wie wäre es mit folgender Frühlingsdekoration im Wald?:
Macht sich doch hübsch so - pink vor zartem Grün. Beeindruckt bestimmt viele Passanten, Wanderer, Spaziergänger und Schulkinder! :-)

bofewo 6-8.3.'26

 äläl                   äläl