Zugegeben, oft genug ist Amazon.de eher ein Quell des Ärgers denn der Freude. Warum soll man sich nicht mal freuen, wenn's andersrum läuft: Momentan bringen Eingaben wie »PC vernetzen« oder »Sachbuch« Resultate wie »Analsex« oder »Onanieren für Profis« oder »Sex für Fortgeschrittene«. Die WELT berichtete darüber, vielbesuchte Blogs, Schweizer Zeitungen und auch die BILD:
»Wer bei Deutschlands größtem Online-Händler Amazon in der Suche das Wort ›Sachbuch‹ oder ›Ratgeber‹ eintippt, bekommt sehr merkwürdige Ergebnisse: Gleich unter ›Mein Deutschland‹ von Frank Walter Steinmeier listet Amazon.de Sex-Werke wie ›Onanieren für Profis‹, ›Das Schwanzbuch‹ und ›Prostata Massage‹ auf ...«
So konnte ich von »Onanieren für Profis« ein paar hundert Stück mehr verkaufen :-)
So weit das Wort zum Sonntag - Gruß, Rüdiger
... gibt es hier jetzt, überwacht von unserem »Senior Publisher« Rudi Marterpfahl, geliefert von unseren Spitzenagenten Raymond Schaendler, Séamus Bomb und anderen, die wissen, worauf's ankommt ... Auch Zeitgeschehen und Politik wird's weiterhin geben, wenn's nicht zu sehr nervt ...
25.4.09
»Feuerwerk erotischer Highlights«
Die SCHLAGZEILEN würdigen passionale, »Audienz beim Sonnenkönig«:
Ein schillerndes Feuerwerk erotischer Highlights entzündet passionale für uns.
Die Titelgeschichte »Audienz beim Sonnenkönig« vereint Satire und Liebesgeschichte, Erotik und SM.
Simone schenkt ihrem Dom ein Wochenendseminar, in dem er in »Sex Schritten zum wahren Meister« werden soll. Augenzwinkernd und doch erotisch spielt der Autor mit Klischees und präsentiert den klassischen Dumm-Dom. Dennoch ist die Geschichte nicht albern, sondern überaus erotisch und voll tiefer Gefühle.
Auch schön ist die sehr kurze Geschichte »Niemals«, in der der ewige Zwiespalt zwischen Beziehung mit allem, was dazugehört, und Strenge bzw. Unterwerfung thematisiert wird: Frag mich niemals, ob ich dich liebe ...
Jede der sieben Storys ist anders, überraschend und gut.
Jou, und echt gut ist diese Rezension :-)
Ein schillerndes Feuerwerk erotischer Highlights entzündet passionale für uns.
Die Titelgeschichte »Audienz beim Sonnenkönig« vereint Satire und Liebesgeschichte, Erotik und SM.
Simone schenkt ihrem Dom ein Wochenendseminar, in dem er in »Sex Schritten zum wahren Meister« werden soll. Augenzwinkernd und doch erotisch spielt der Autor mit Klischees und präsentiert den klassischen Dumm-Dom. Dennoch ist die Geschichte nicht albern, sondern überaus erotisch und voll tiefer Gefühle.
Auch schön ist die sehr kurze Geschichte »Niemals«, in der der ewige Zwiespalt zwischen Beziehung mit allem, was dazugehört, und Strenge bzw. Unterwerfung thematisiert wird: Frag mich niemals, ob ich dich liebe ...
Jede der sieben Storys ist anders, überraschend und gut.
Jou, und echt gut ist diese Rezension :-)
21.4.09
»CaroLines« und »Spuren im Schnee«
Der Winter ist vorbei, und seit letzten Samstag liegen hier die ersten 150 Stück des neuen Kurzgeschichtenband von Amara von Stein: »Spuren im Schnee«. 11 Stories überwiegend über die weibliche Hingabe und die männliche Dominanz: »Das Bild«, »Das Kleid«, »Der Thron«, »Die Einladung«, »Die schwarze Hochzeit«, »Spuren im Schnee«, »Die Weinprobe«, »Schwarze Engel«, »Ein Mittagessen«, »Grand Prix de Sadovision« und »Der Hauptgewinn«.
Auf die zweite Neuerscheinung des Monats warte ich noch: Gestern kam der Lkw aus Lettland mit den 1000 Bildbänden »CaroLines - Ansichten einer gestrengen Herrin« noch nicht - dann sollte er heute kommen, sonst müßte ich dooferweise noch einen dritten Tag wie angenagelt zu Hause hocken und warten ... (Daß die das nie genau angeben können! Eingrenzung auf ein paar Stunden genügt ja schon, dann weiß man wenigstens, wann einen die elende Schlepperei der schweren Bände erwartet.)
Offiziell vorgestellt wird der prächtige Bildband am 8. Mai ab 19.30 Uhr auf einer Lesung der Autorin höchstselbst und ihres Haus- und Hoffotografen und Ehemannes Ronnie Putzker im Wiener SMart-Café, Köstlergasse 9. Ich werde wahrscheinlich auch da sein. Mein ursprünglicher Plan, danach noch gleich ein bißchen an die Adria weiterzufahren, hat sich zwar zerschlagen, dazu liegen zu viel Neuerscheinungen an, aber ein bißchen Wien ist ja auch ganz nett. Bis einschließlich der Lesung am 8. Mai gilt für den Band ein Subskriptionspreis von 20 Euro, danach sind 28 zu berappen.
Näheres zu den beiden Neuerscheinungen folgt in kürze.
+++++
Ein weiterer Tag (Mittwoch) verging mit Warten, am Donnerstagmorgen kamen sie dann endlich: 900 kg Bücher auf einer Palette.
Auf die zweite Neuerscheinung des Monats warte ich noch: Gestern kam der Lkw aus Lettland mit den 1000 Bildbänden »CaroLines - Ansichten einer gestrengen Herrin« noch nicht - dann sollte er heute kommen, sonst müßte ich dooferweise noch einen dritten Tag wie angenagelt zu Hause hocken und warten ... (Daß die das nie genau angeben können! Eingrenzung auf ein paar Stunden genügt ja schon, dann weiß man wenigstens, wann einen die elende Schlepperei der schweren Bände erwartet.)
Offiziell vorgestellt wird der prächtige Bildband am 8. Mai ab 19.30 Uhr auf einer Lesung der Autorin höchstselbst und ihres Haus- und Hoffotografen und Ehemannes Ronnie Putzker im Wiener SMart-Café, Köstlergasse 9. Ich werde wahrscheinlich auch da sein. Mein ursprünglicher Plan, danach noch gleich ein bißchen an die Adria weiterzufahren, hat sich zwar zerschlagen, dazu liegen zu viel Neuerscheinungen an, aber ein bißchen Wien ist ja auch ganz nett. Bis einschließlich der Lesung am 8. Mai gilt für den Band ein Subskriptionspreis von 20 Euro, danach sind 28 zu berappen.
Näheres zu den beiden Neuerscheinungen folgt in kürze.
+++++
Ein weiterer Tag (Mittwoch) verging mit Warten, am Donnerstagmorgen kamen sie dann endlich: 900 kg Bücher auf einer Palette.
Rabiate Russin
Als wär's aus einem Buch von mir:
Mann überfällt Friseursalon in einer russischen Provinzstadt, will die Tageseinnahmen rauben, wird aber selbst geraubt: Die kampfsportgestählte Oberfriseuse überwältigt ihn und teilt ihm nach Dienstschluß, als alle Angestellten weg sind, mit, wenn er keine Polizei wolle, müsse er brav mitkommen und gehorchen ... (Wirklich wie in den SM-Klischeegeschichten von der ertappten Ladendiebin, die sich durchnudeln lassen muß, wenn sie keine Polizei will).
Zu Hause bei der Oberfriseuse wird der gescheiterte Räuber mit Plüschhandschellen an die Heizung gekettet, mit Viagra vollgepumpt und drei Tage lang zugeritten:
Das Leben schreibt doch die besten Geschichten.
Mann überfällt Friseursalon in einer russischen Provinzstadt, will die Tageseinnahmen rauben, wird aber selbst geraubt: Die kampfsportgestählte Oberfriseuse überwältigt ihn und teilt ihm nach Dienstschluß, als alle Angestellten weg sind, mit, wenn er keine Polizei wolle, müsse er brav mitkommen und gehorchen ... (Wirklich wie in den SM-Klischeegeschichten von der ertappten Ladendiebin, die sich durchnudeln lassen muß, wenn sie keine Polizei will).
Zu Hause bei der Oberfriseuse wird der gescheiterte Räuber mit Plüschhandschellen an die Heizung gekettet, mit Viagra vollgepumpt und drei Tage lang zugeritten:
Das Leben schreibt doch die besten Geschichten.
20.4.09
3 1/4 Stunden statt eine - unterwegs mit der Bahn
Endlich wollte ich meine Harley abholen, am Dienstag nach Ostern. Bei Limbächer in Filderstadt-Bernhausen südöstlich von Stuttgart stand sie, ca. 50 bis 60 km von Nehren entfernt. Mit dem Auto braucht man bei ruhigem Verkehr keine Stunde, aber das ging ja diesmal nicht, ich wollte ja mit dem neuen Mopped heimfahren. Mit der Bahn fährt man einen Dreiviertelkreis und garantiert 80 bis 90 Kilometer.
Also ging ich um 14 Uhr aus dem Haus und stand gegen 14.15 Uhr auf dem Nehrener Bahnsteig. Die Fahrkarte für gut 13 Euro hatte ich mir schon am Morgen aus dem Automaten gezogen, als ich den Fahrplan studiert hatte; das war unproblematisch gewesen.
Es war 14.19 Uhr - wo war der versprochene Zug? Jetzt erst bemerkte ich einen Anschlag unter dem Fahrplan: Heute und noch drei weitere Tage wird die Bahnlinie hier repariert, es gibt einen Schienenersatzverkehr. Abfahrt 14.32 vor dem Bahnhof.
Also rein in den Bus und ab nach Dußlingen, dort in den Zug nach Tübingen. In Tübingen stand der Zug nach Stuttgart am gegenüberliegenden Bahnsteig, Abfahrt 15.05 Uhr. Doch wenn ich schnell machte und direkt nach Stuttgart wolle, so die Bahnangestellte, die ich fragte, dann könne ich auf Gleis 3 noch den (fünf Minuten früher fahrenden) Interregio erwischen. Ich erwischte ihn. Zwischenhalt nur in Reutlingen - es sei denn ein außerplanmäßiger Halt. Wegen einer Baustelle im Bahnhof Wendlingen. »Bitte nicht aussteigen«, tönte es über den Lautsprecher.
Um 15.50 Uhr war ich in Stuttgart - auch nicht viel schneller als mit dem normalen Eilzug.
Ich weiß nicht, ob ich gleich in Nehren eine Fahrkarte nach Bernhausen hätte lösen können - ich hatte mich mit »Stuttgart Hauptbahnhof« begnügt, und jetzt brauchte ich Fahrplan und Fahrkarte für die Weiterfahrt. Die einst leere Bahnhofshalle war voller Verkaufsbuden für Dinge wie naturreinen Honig, die man als Reisender gar nicht benötigt. Nur Karten des S-Bahn-Netzes waren rar, und der Fahrkartenautomat nahm keine 50-Euro-Noten; andere hatte ich aber keine mehr. Also an einem Stand eine Bierdose gekauft (»Ohne Verkaufsvorgang öffnet sich die Kasse gar nicht mehr!«), Wechselgeld bekommen, Fahrkarte gezogen, nach dem Weg gefragt, raus aus dem Bahnhof, runter in die S-Bahn, mindestens eine Viertelstunde auf die richtige warten, rausfahren bis zur Endstation Filderstadt-Bernhausen und dann noch 15 Minuten bis zu Limbächer wandern. Ankunft: 17.15 Uhr.
Ergebnis: 3 Stunden und 15 Minuten für einen Weg, der mit dem Auto keine Stunde gedauert hätte ... Kosten für die Fahrkarten: rund 17 Euro. Benzingeld wären es um die 4 Euro gewesen. Zugegeben, die »Vollkosten« eines Autos sind natürlich höher, bei dieser Rechnung wäre es ähnlich teuer gewesen wie mit der Bahn. Aber das gilt eben nur für die totale Alternative: nur Auto fahren contra nur Bahn fahren. Für den Gelegenheits-Bahnfahrer hingegen fallen die Fixkosten eines Autos sowieso an, der vergleicht das Benzingeld mit den Kosten der Fahrkarte, und da sieht die Bahn noch älter aus als beim Vergleich der Fahrzeiten ohnehin schon ...
Also ging ich um 14 Uhr aus dem Haus und stand gegen 14.15 Uhr auf dem Nehrener Bahnsteig. Die Fahrkarte für gut 13 Euro hatte ich mir schon am Morgen aus dem Automaten gezogen, als ich den Fahrplan studiert hatte; das war unproblematisch gewesen.
Es war 14.19 Uhr - wo war der versprochene Zug? Jetzt erst bemerkte ich einen Anschlag unter dem Fahrplan: Heute und noch drei weitere Tage wird die Bahnlinie hier repariert, es gibt einen Schienenersatzverkehr. Abfahrt 14.32 vor dem Bahnhof.
Also rein in den Bus und ab nach Dußlingen, dort in den Zug nach Tübingen. In Tübingen stand der Zug nach Stuttgart am gegenüberliegenden Bahnsteig, Abfahrt 15.05 Uhr. Doch wenn ich schnell machte und direkt nach Stuttgart wolle, so die Bahnangestellte, die ich fragte, dann könne ich auf Gleis 3 noch den (fünf Minuten früher fahrenden) Interregio erwischen. Ich erwischte ihn. Zwischenhalt nur in Reutlingen - es sei denn ein außerplanmäßiger Halt. Wegen einer Baustelle im Bahnhof Wendlingen. »Bitte nicht aussteigen«, tönte es über den Lautsprecher.
Um 15.50 Uhr war ich in Stuttgart - auch nicht viel schneller als mit dem normalen Eilzug.
Ich weiß nicht, ob ich gleich in Nehren eine Fahrkarte nach Bernhausen hätte lösen können - ich hatte mich mit »Stuttgart Hauptbahnhof« begnügt, und jetzt brauchte ich Fahrplan und Fahrkarte für die Weiterfahrt. Die einst leere Bahnhofshalle war voller Verkaufsbuden für Dinge wie naturreinen Honig, die man als Reisender gar nicht benötigt. Nur Karten des S-Bahn-Netzes waren rar, und der Fahrkartenautomat nahm keine 50-Euro-Noten; andere hatte ich aber keine mehr. Also an einem Stand eine Bierdose gekauft (»Ohne Verkaufsvorgang öffnet sich die Kasse gar nicht mehr!«), Wechselgeld bekommen, Fahrkarte gezogen, nach dem Weg gefragt, raus aus dem Bahnhof, runter in die S-Bahn, mindestens eine Viertelstunde auf die richtige warten, rausfahren bis zur Endstation Filderstadt-Bernhausen und dann noch 15 Minuten bis zu Limbächer wandern. Ankunft: 17.15 Uhr.
Ergebnis: 3 Stunden und 15 Minuten für einen Weg, der mit dem Auto keine Stunde gedauert hätte ... Kosten für die Fahrkarten: rund 17 Euro. Benzingeld wären es um die 4 Euro gewesen. Zugegeben, die »Vollkosten« eines Autos sind natürlich höher, bei dieser Rechnung wäre es ähnlich teuer gewesen wie mit der Bahn. Aber das gilt eben nur für die totale Alternative: nur Auto fahren contra nur Bahn fahren. Für den Gelegenheits-Bahnfahrer hingegen fallen die Fixkosten eines Autos sowieso an, der vergleicht das Benzingeld mit den Kosten der Fahrkarte, und da sieht die Bahn noch älter aus als beim Vergleich der Fahrzeiten ohnehin schon ...
»Chronik des laufenden Wahnsinns«
... nennt mein Autor Marcel Feige sein in seine Website integriertes Blog, und genau den Eindruck hab ich vom Leben auch immer mehr, neuerdings beim Laufen:
Das Wetter wird frühlingshaft, draußen ist's schöner als auf dem Laufband, es kostet zu viel Zeit, jeden Tag ins Fitneßstudio zu fahren, also hab ich mir mit dem Kilometerzähler des Autos eine rund 4,3 km lange Strecke abgemessen, zuerst über »die Promenade«, einen von Hundefreunden stark frequentierten Wiesenweg mit alten Obstbäumen, dann kreuz und quer durch den Ort, endend in einem Laden, wo man seinen Cappuccino schlürfen und mit Kuchen oder belegten Brötchen frühstücken kann. Auf der »Promenade«, die ich seit vielleicht einem Jahr nicht mehr gesehen hatte, obwohl sie nur wenige hundert Meter von meinem Haus entfernt liegt, fiel es mir auf: die weißen Kästen mit der Aufschrift »Hier werden wertvolle Lebensmittel angebaut«. Bisher kannte ich sie nur von struppigen, landstraßennahen, ungemähten Wiesen eines zehn Kilometer entfernten Dorfes, auf denen alles mögliche Unkraut wuchs, nur keine wertvollen Lebensmittel. Nun hatten sie Nehren erreicht. Man soll die Hundescheiße in Plastiksäckchen einpacken und im weißen Kasten versenken. Zugegeben, hier gibt's viele Hunde, es ist aber noch nie jemand krank geworden, und ich kann mich nicht erinnern, daß die Hundehäufchen in den Obstwiesen jemals gestört hätten. Sie gehören doch auch irgendwie zum Nährstoffkreislauf dazu. Oder will man bald auch den Kühen Windeln umbinden und den Wildtieren und Vögeln? Irgendwie scheint unsere Gesellschaft mittlerweile einen Knall zu haben und im pathologischen Reinlichkeits- und Sicherheitswahn zu leben. Rauchverbote in den Kneipen, Umweltzonen in den Städten, die außer Streß, Kosten und Verdruß nichts bringen, jedenfalls kaum einen meßbaren Effekt für die Umwelt - wo soll das noch enden? Wer weiß, vielleicht wird man in zehn Jahren verhaftet, wenn man es wagt, in der Fußgängerzone einen Furz zu lassen ... (Viele meckern ja auch in Leserbriefen über das angebliche Problem der Hundekacke auf dem Gehweg, als wären wir hier in Paris; dabei muß man hierzulande meilenweit laufen, um vielleicht mal ein Häufchen auf dem Gehweg zu sehen, die haben ja Seltenheitswert.)
Hundekacke und Hygienefimmel ...
Das Wetter wird frühlingshaft, draußen ist's schöner als auf dem Laufband, es kostet zu viel Zeit, jeden Tag ins Fitneßstudio zu fahren, also hab ich mir mit dem Kilometerzähler des Autos eine rund 4,3 km lange Strecke abgemessen, zuerst über »die Promenade«, einen von Hundefreunden stark frequentierten Wiesenweg mit alten Obstbäumen, dann kreuz und quer durch den Ort, endend in einem Laden, wo man seinen Cappuccino schlürfen und mit Kuchen oder belegten Brötchen frühstücken kann. Auf der »Promenade«, die ich seit vielleicht einem Jahr nicht mehr gesehen hatte, obwohl sie nur wenige hundert Meter von meinem Haus entfernt liegt, fiel es mir auf: die weißen Kästen mit der Aufschrift »Hier werden wertvolle Lebensmittel angebaut«. Bisher kannte ich sie nur von struppigen, landstraßennahen, ungemähten Wiesen eines zehn Kilometer entfernten Dorfes, auf denen alles mögliche Unkraut wuchs, nur keine wertvollen Lebensmittel. Nun hatten sie Nehren erreicht. Man soll die Hundescheiße in Plastiksäckchen einpacken und im weißen Kasten versenken. Zugegeben, hier gibt's viele Hunde, es ist aber noch nie jemand krank geworden, und ich kann mich nicht erinnern, daß die Hundehäufchen in den Obstwiesen jemals gestört hätten. Sie gehören doch auch irgendwie zum Nährstoffkreislauf dazu. Oder will man bald auch den Kühen Windeln umbinden und den Wildtieren und Vögeln? Irgendwie scheint unsere Gesellschaft mittlerweile einen Knall zu haben und im pathologischen Reinlichkeits- und Sicherheitswahn zu leben. Rauchverbote in den Kneipen, Umweltzonen in den Städten, die außer Streß, Kosten und Verdruß nichts bringen, jedenfalls kaum einen meßbaren Effekt für die Umwelt - wo soll das noch enden? Wer weiß, vielleicht wird man in zehn Jahren verhaftet, wenn man es wagt, in der Fußgängerzone einen Furz zu lassen ... (Viele meckern ja auch in Leserbriefen über das angebliche Problem der Hundekacke auf dem Gehweg, als wären wir hier in Paris; dabei muß man hierzulande meilenweit laufen, um vielleicht mal ein Häufchen auf dem Gehweg zu sehen, die haben ja Seltenheitswert.)
Hundekacke und Hygienefimmel ...
26.2.09
»Entführt - die Geschichte einer Abrichtung«
Letzten Samstag lagen sie in der Garage, als ich von Besorgungen zurückkehrte - und wie immer samstags direkt auf dem (diesmal gottlob trockenen) Garagenboden. Der samstäglichen Postaushilfe ist es schon zu viel, nur eine meiner Paletten von der Garagenwand herunterzuklappen, um dann die Pakete daraufzustellen.
150 Stück pro Band hatte ich diesmal nur drucken lassen. Im Digitaldruck. Es ist ein Dreiteiler, der Länge wegen, nicht weil das Konzept des Buches so angelegt ist. Es ist die Geschichte eines hübschen jungen Mannes, der von einem reichen, skrupellosen Schwulen entführt und brutal zum Sexsklaven abgerichtet und psychisch teilweise gebrochen wird. Völlig nonkonsensuell. Es ist mehr die Chronik eines Verbrechens als ein SM-Buch - zumindest wenn man SM im üblichen einvernehmlichen, konsensuellen Sinne versteht.
Ich bin gespannt, wie sich der Titel entwickelt ...
150 Stück pro Band hatte ich diesmal nur drucken lassen. Im Digitaldruck. Es ist ein Dreiteiler, der Länge wegen, nicht weil das Konzept des Buches so angelegt ist. Es ist die Geschichte eines hübschen jungen Mannes, der von einem reichen, skrupellosen Schwulen entführt und brutal zum Sexsklaven abgerichtet und psychisch teilweise gebrochen wird. Völlig nonkonsensuell. Es ist mehr die Chronik eines Verbrechens als ein SM-Buch - zumindest wenn man SM im üblichen einvernehmlichen, konsensuellen Sinne versteht.
Ich bin gespannt, wie sich der Titel entwickelt ...
An inspector calls ...
Letzten Donnerstag klingelte es an der Tür, kaum daß ich mich morgens angezogen hatte. »Guten Morgen, ich bin von der Berufsgenossenschaft. Ich möchte Ihre Betriebsstätte inspizieren.«
Schreck in der Morgenstunde - aber zu meckern hatte der Inspektor außer Kleinigkeiten nichts, und wiederkommen wird er - oder sein Nachfolger - wahrscheinlich erst in etlichen Jahren, vielleicht nie ...
Schreck in der Morgenstunde - aber zu meckern hatte der Inspektor außer Kleinigkeiten nichts, und wiederkommen wird er - oder sein Nachfolger - wahrscheinlich erst in etlichen Jahren, vielleicht nie ...
18.1.09
Hessen hat gewählt
Immer war es nettes Ritual am Sonntagabend, wenn Wahl war: Um 18 Uhr versammelte sich die ganze Familie um den Fernseher, mit Bier und Schnittchen, und jubelte dann oder trauerte, je nachdem.
Heute gibt's nur zum Jubel Anlaß. So unsympathisch Koch auch sein mag - fortgeblasen ist die noch unsympathischere, intrigante und mobbende Andrea Ypsilanti und ihr durchgeknallter »Solarpapst« Scheer.
Fortgeblasen die doofe Kälte, fortgeblasen meine hartnäckige Erkältung, fortgeblasen Andrea Ypsilanti. Ein Toast auf den heutigen Abend! :-)
Heute gibt's nur zum Jubel Anlaß. So unsympathisch Koch auch sein mag - fortgeblasen ist die noch unsympathischere, intrigante und mobbende Andrea Ypsilanti und ihr durchgeknallter »Solarpapst« Scheer.
Fortgeblasen die doofe Kälte, fortgeblasen meine hartnäckige Erkältung, fortgeblasen Andrea Ypsilanti. Ein Toast auf den heutigen Abend! :-)
»Audienz beim Sonnenkönig« ist da!
Am Montagmorgen kamen sie. Am 12. Januar. 1000 Stück auf einer Palette. Besonders schwer waren sie diesmal nicht, aber dennoch mißlang wie üblich der Versuch, sie die Einfahrt hoch in die Garage zu ziehen: Zu vereist war die Garageneinfahrt.
Sieben Kurzgeschichten rund um die männliche Dominanz; einfühlsam, nachdenklich, gut geschrieben.
Link auf unsere Detailseite folgt demnächst :-)
Sieben Kurzgeschichten rund um die männliche Dominanz; einfühlsam, nachdenklich, gut geschrieben.
Link auf unsere Detailseite folgt demnächst :-)
3.1.09
Prost Neujahr! ;-)
Das erste Mal geschah es am Ersten Weihnachtstag: Plötzlich wurde der Bildschirm dunkel - gerade, als ich dabei war, die letzten Sätze meines Balkan-Reiseberichts zu tippen. Würde ich meinem mir selbst gegebenen Schwur untreu werden, daß ich den Reisebericht - zumindest die Haupthandlung ohne Infoblöcke - bis Weihnachten fertig haben würde?
Aber der Rechner startete wieder. Offenbar doch nur eine Macke am Monitor. Ich schrieb den Bericht zu Ende, suchte ein paar Youtube-Links dazu, die verlorengegangen waren, wieder heraus und sandte das Ganze per Rundmail an alle meine Freunde.
Das zweite Mal geschah es, als ich gerade einen nervigen Thread im Forum der »Sklavenzentrale« las - der Bildschirm wurde plötzlich dunkel, das »Keine Verbindung«-Symbol erschien. Sicher ein Hinweis von oben: »Du sollst nicht so viel auf dämlichen Foren surfen!« (Zwischen den Jahren kamen wieder die »Don Camillo und Peppone«-Filme, in denen bekanntlich auch immer Jesus zu Don Camillo spricht).
Aber es war nicht der Monitor, der ganze Rechner war im Eimer. Und das nach nur dreieinhalb Jahren! Im Gegenteil: Der Monitor ist das einzige, was noch funktioniert :-) Fast 700 Euro bin ich nun wieder losgeworden, alles in allem. Alle alten Mails sind weg - also wer mir ab etwa dem 20.12. was Wichtiges geschickt hat, möge es bitte noch einmal tun. Danke.
Zum Zeitunglesen kam ich wegen all dieser Umtriebe kaum. Aber eine Meldung erboste mich doch: Sabine Bätzing, die Drogenbeauftragte des Deutschen Bundestags ist sie, glaube ich, will die Promillegrenze, deren Senkung auf 0,3 angeblich schon geplant ist, auf 0,0 absenken. Für Lokale wie das Japgo in Tübingen mit seinen guten Cocktails (in dem mein Bruder als Koch arbeitet), das draußen im Industriegebiet liegt und gerade um die Zeit öffnet, wenn der letzte Bus gerade gefahren ist, um 19 Uhr etwa, wird es dann eng - und für seine Besucher erst ... In solchen Momenten beneide ich meinen Berliner Autor Marcel Feige alias Christoph Brandhurst dafür, daß er in Fußgängerentfernung zu allerlei interessanten Bars lebt - und für solche miesepetrigen Typen wie Bätzing hab ich nix außer Haß übrig, und das meine ich ganz ehrlich. Quotentussis, Gender-Mainstreaming, Rauchverbot in Kneipen, Umweltzonen - soll jetzt auch noch die Prohibition kommen? Man möchte auswandern, aber wohin? Überall dieselbe Sch...
In diesem Sinne: Prost Neujahr! ;-)
Aber der Rechner startete wieder. Offenbar doch nur eine Macke am Monitor. Ich schrieb den Bericht zu Ende, suchte ein paar Youtube-Links dazu, die verlorengegangen waren, wieder heraus und sandte das Ganze per Rundmail an alle meine Freunde.
Das zweite Mal geschah es, als ich gerade einen nervigen Thread im Forum der »Sklavenzentrale« las - der Bildschirm wurde plötzlich dunkel, das »Keine Verbindung«-Symbol erschien. Sicher ein Hinweis von oben: »Du sollst nicht so viel auf dämlichen Foren surfen!« (Zwischen den Jahren kamen wieder die »Don Camillo und Peppone«-Filme, in denen bekanntlich auch immer Jesus zu Don Camillo spricht).
Aber es war nicht der Monitor, der ganze Rechner war im Eimer. Und das nach nur dreieinhalb Jahren! Im Gegenteil: Der Monitor ist das einzige, was noch funktioniert :-) Fast 700 Euro bin ich nun wieder losgeworden, alles in allem. Alle alten Mails sind weg - also wer mir ab etwa dem 20.12. was Wichtiges geschickt hat, möge es bitte noch einmal tun. Danke.
Zum Zeitunglesen kam ich wegen all dieser Umtriebe kaum. Aber eine Meldung erboste mich doch: Sabine Bätzing, die Drogenbeauftragte des Deutschen Bundestags ist sie, glaube ich, will die Promillegrenze, deren Senkung auf 0,3 angeblich schon geplant ist, auf 0,0 absenken. Für Lokale wie das Japgo in Tübingen mit seinen guten Cocktails (in dem mein Bruder als Koch arbeitet), das draußen im Industriegebiet liegt und gerade um die Zeit öffnet, wenn der letzte Bus gerade gefahren ist, um 19 Uhr etwa, wird es dann eng - und für seine Besucher erst ... In solchen Momenten beneide ich meinen Berliner Autor Marcel Feige alias Christoph Brandhurst dafür, daß er in Fußgängerentfernung zu allerlei interessanten Bars lebt - und für solche miesepetrigen Typen wie Bätzing hab ich nix außer Haß übrig, und das meine ich ganz ehrlich. Quotentussis, Gender-Mainstreaming, Rauchverbot in Kneipen, Umweltzonen - soll jetzt auch noch die Prohibition kommen? Man möchte auswandern, aber wohin? Überall dieselbe Sch...
In diesem Sinne: Prost Neujahr! ;-)
18.11.08
»Autsch!«
... werden die Leser unserer Neuerscheinung vom 11.11. sagen, und sie werden sich nach der Lektüre der 29 Geschichten Wie im Paradies fühlen. Damit hätten wir schon zwei Geschichtentitel, und auch die anderen 27 Stories von »Drea« drehen sich um lustvoll verabreichte und erhaltene und natürlich immer vollkommen verdiente Züchtigungen.
Ein Link zu unserer Detailseite folgt, sobald wir sie haben :-)
Nachtrag 18.1.2009: Hier ist er:
»Autsch!«
Die bibliographischen Daten stehen auf der Katalog-Hauptseite unter »DREA«:
Alphabetischer Katalog
Ein Link zu unserer Detailseite folgt, sobald wir sie haben :-)
Nachtrag 18.1.2009: Hier ist er:
»Autsch!«
Die bibliographischen Daten stehen auf der Katalog-Hauptseite unter »DREA«:
Alphabetischer Katalog
»Jugendporno«
... heißt die neueste kreative Gesetzesänderung aus Berlin. Schon bislang war die Gesetzgebung im Erotikbereich schwammig und widersprüchlich: 16jährige dürfen ficken, auch mit, sagen wir mal: 40jährigen Partnern. Aber lassen Sie mal eine 16jährige als Hauptdarstellerin in einem Porno mitspielen oder in einem Puff arbeiten - dann werden Sie Ihr blaues Wunder erleben. Das gilt u. U. sogar, wenn sie nur eine 16jährige als eine Figur in einem völlig fiktiven erotischen Roman auftreten lassen. 16jährige dürfen ficken, aber literarisch oder bildlich dargestellt werden darf das nicht, auch nicht nur fiktiv. (Das sorgt bei manchen meiner Autoren für Kopfschütteln, bei mir auch, aber es ist so). Sogar wenn ein 17jähriger von seiner gleichaltrigen Freundin am Strand Nacktfotos in lasziver Pose macht und die dann herumzeigt, kann er wegen »Herstellung und Verbreitung von Kinder- oder Jugendpornografie« belangt werden; die Rechtslage gibt das seit einigen Monaten her. Zwecks eines besseren Jugendschutzes wurden Verschärfungen eingeführt, deren Grundtenor den moralinsauren US-Gesetzen ähnelt.
Jetzt geht es noch einen Tick weiter: Wenn man eine 20jährige in Schottenröckchen, mit Schulranzen und Zöpfen, also als Pseudo-Schulmädchen, erotisch posieren läßt, dann kann man für die Verbreitung eines solchen Fotos auch schon belangt werden, und zwar dann, wenn die Dargestellte »für das Empfinden des Normalbetrachters« (was immer das sein soll) minderjährig wirkt (nicht ist). Subjektivismus und Rechtsunsicherheit steigen somit noch einmal:
Heise-Newsticker
Jetzt geht es noch einen Tick weiter: Wenn man eine 20jährige in Schottenröckchen, mit Schulranzen und Zöpfen, also als Pseudo-Schulmädchen, erotisch posieren läßt, dann kann man für die Verbreitung eines solchen Fotos auch schon belangt werden, und zwar dann, wenn die Dargestellte »für das Empfinden des Normalbetrachters« (was immer das sein soll) minderjährig wirkt (nicht ist). Subjektivismus und Rechtsunsicherheit steigen somit noch einmal:
Heise-Newsticker
»Nächstes Jahr in Frankfurt!«
»Yes, I can!« (Teil 2): Ja, jetzt hab ich mich (den Marterpfahl Verlag) doch tatsächlich für die Frankfurter Buchmesse 2009 angemeldet. Oh je ;-)
»Nach Olympia geht ihr!? Ja reichen euch die Mühsale des Lebens noch nicht?« soll Diogenes, der antike Philosoph in der Tonne, Reisenden zugerufen haben. So bedürfnislos er sonst war, in einem war er anspruchsvoll: in der Vermeidung von unnötigem Streß. Ja, er hat wohl als einer der ersten erkannt, daß beides nur zwei Seiten derselben Medaille darstellt: Der vermeintlich bittere Verzicht auf Wohlstand und Statussymbole hat den süßen Lohn der Streßverminderung zur Folge ... Ein Olympiabesuch ist ein Wahnsinnsstreß, damals wie heute; ein Besuch der Frankfurter Buchmesse nicht minder.
Als ich gerade anfing mit der Verlegerei, Ende 1999 war es wohl, zwei Titel hatte ich, der dritte war in Vorbereitung, ventilierte ich mit der »Seitenblick«-Verlegerin Bettina Tegtmeier die Möglichkeit eines gemeinsamen Messebesuchs - »aber nur, wenn sich noch ein dritter Teilnehmer findet« (B. T.), zum Füllen der Regale (wir hatten ja sooo wenige Titel) und zum Teilen des Stresses nämlich (der Messestand muß ja ständig besetzt sein). Der fand sich aber nicht, also wurde die Idee begraben. Wäre wahrscheinlich sowieso eine »Außer-Spesen-nichts-gewesen«-Veranstaltung gewesen.
Ob das jetzt anders werden wird? Damals kostete der kleinste Stand rund 1200,- DM. Jetzt sind es (mit Frühbucher-Rabatt) knapp unter 900,- Euro. Die popligsten Pensionen im Frankfurter Westend erhöhen ihre Zimmerpreise zur Messezeit von 50,- auf 150,- Euro pro Nacht und Nase, und die Millionenvorschüsse und Bestsellerrechte werden in den Salons und Lobbies des »Frankfurter Hofs« gedealt, wo ein Zimmer zur Messezeit locker 400 Euro pro Nacht kostet. Vor wenigen Jahren hing denn auch wegen dieser Kostenexplosion das Damoklesschwert des Wegzugs der alljährlichen Bücherkarawane an einen billigeren Ort drohend über Frankfurt; es konnte aber noch einmal abgewendet werden ...
Was anderes als die Jugendherberge oder eine weit entfernte, aber vielleicht mit dem Zug schnell zu erreichende Billigunterkunft kommt da nicht in Frage ... Und ich muß wohl schnell reservieren, das steht fest. Das Hotel und die Messe. Wegen dem Frühbucherrabatt. Und an mein »Messegirl« muß ich ja auch noch denken. (Eine alte Bekannte hat sich prompt begeistert bereit gezeigt, als meine Assistentin mitzugehen; das trifft sich gut, denn so kann ich mal meinen Stand verlassen, um mich mit Vertretern, Agenten und solchen Leuten zu treffen, und nur so lohnt sich der Besuch der Messe eigentlich, wenn man schon alles in allem - mindestens - 2000 Euro dabei los wird).
Als ich die Messeleitung heute am Telefon fragte, an welche Adresse ich denn die schriftliche Anmeldung schicken sollte, lautete die Gegenfrage, ob ich mich denn nicht schon per Email angemeldet hatte? Ich erinnerte mich nur, per Email um ein Paßwort gebeten zu haben, um mich dann online anmelden zu können. Es kam aber keine Reaktion, und so druckte ich die Anmeldeformulare aus und füllte sie aus. Aufs Abschicken werde ich aber vorerst verzichten, wenn meine Paßwortbitte bereits als Anmeldung gilt. (Die konnten sich an den kuriosen Namen »Marterpfahl Verlag« genau erinnern und sagten mir, den solle ich auf gar keinen Fall ändern - das klingt doch schon mal positiv :-)
»Nächstes Jahr in Jerusalem!« grüßen sich die Juden, aber nur wenige machen es wahr. »Nächstes Jahr in Frankfurt!« sagen Verleger und Buchhändler, und allzu viele machen es wahr, so daß sich ein unglaublicher Menschenstrom durch die Messehallen ergießt. - Wer Fachbesucherkarten für die etwas weniger frequentierten Fachbesuchertage will, soll mir das mitteilen; vielleicht kann ich da was machen. Vielleicht.
»Nach Olympia geht ihr!? Ja reichen euch die Mühsale des Lebens noch nicht?« soll Diogenes, der antike Philosoph in der Tonne, Reisenden zugerufen haben. So bedürfnislos er sonst war, in einem war er anspruchsvoll: in der Vermeidung von unnötigem Streß. Ja, er hat wohl als einer der ersten erkannt, daß beides nur zwei Seiten derselben Medaille darstellt: Der vermeintlich bittere Verzicht auf Wohlstand und Statussymbole hat den süßen Lohn der Streßverminderung zur Folge ... Ein Olympiabesuch ist ein Wahnsinnsstreß, damals wie heute; ein Besuch der Frankfurter Buchmesse nicht minder.
Als ich gerade anfing mit der Verlegerei, Ende 1999 war es wohl, zwei Titel hatte ich, der dritte war in Vorbereitung, ventilierte ich mit der »Seitenblick«-Verlegerin Bettina Tegtmeier die Möglichkeit eines gemeinsamen Messebesuchs - »aber nur, wenn sich noch ein dritter Teilnehmer findet« (B. T.), zum Füllen der Regale (wir hatten ja sooo wenige Titel) und zum Teilen des Stresses nämlich (der Messestand muß ja ständig besetzt sein). Der fand sich aber nicht, also wurde die Idee begraben. Wäre wahrscheinlich sowieso eine »Außer-Spesen-nichts-gewesen«-Veranstaltung gewesen.
Ob das jetzt anders werden wird? Damals kostete der kleinste Stand rund 1200,- DM. Jetzt sind es (mit Frühbucher-Rabatt) knapp unter 900,- Euro. Die popligsten Pensionen im Frankfurter Westend erhöhen ihre Zimmerpreise zur Messezeit von 50,- auf 150,- Euro pro Nacht und Nase, und die Millionenvorschüsse und Bestsellerrechte werden in den Salons und Lobbies des »Frankfurter Hofs« gedealt, wo ein Zimmer zur Messezeit locker 400 Euro pro Nacht kostet. Vor wenigen Jahren hing denn auch wegen dieser Kostenexplosion das Damoklesschwert des Wegzugs der alljährlichen Bücherkarawane an einen billigeren Ort drohend über Frankfurt; es konnte aber noch einmal abgewendet werden ...
Was anderes als die Jugendherberge oder eine weit entfernte, aber vielleicht mit dem Zug schnell zu erreichende Billigunterkunft kommt da nicht in Frage ... Und ich muß wohl schnell reservieren, das steht fest. Das Hotel und die Messe. Wegen dem Frühbucherrabatt. Und an mein »Messegirl« muß ich ja auch noch denken. (Eine alte Bekannte hat sich prompt begeistert bereit gezeigt, als meine Assistentin mitzugehen; das trifft sich gut, denn so kann ich mal meinen Stand verlassen, um mich mit Vertretern, Agenten und solchen Leuten zu treffen, und nur so lohnt sich der Besuch der Messe eigentlich, wenn man schon alles in allem - mindestens - 2000 Euro dabei los wird).
Als ich die Messeleitung heute am Telefon fragte, an welche Adresse ich denn die schriftliche Anmeldung schicken sollte, lautete die Gegenfrage, ob ich mich denn nicht schon per Email angemeldet hatte? Ich erinnerte mich nur, per Email um ein Paßwort gebeten zu haben, um mich dann online anmelden zu können. Es kam aber keine Reaktion, und so druckte ich die Anmeldeformulare aus und füllte sie aus. Aufs Abschicken werde ich aber vorerst verzichten, wenn meine Paßwortbitte bereits als Anmeldung gilt. (Die konnten sich an den kuriosen Namen »Marterpfahl Verlag« genau erinnern und sagten mir, den solle ich auf gar keinen Fall ändern - das klingt doch schon mal positiv :-)
»Nächstes Jahr in Jerusalem!« grüßen sich die Juden, aber nur wenige machen es wahr. »Nächstes Jahr in Frankfurt!« sagen Verleger und Buchhändler, und allzu viele machen es wahr, so daß sich ein unglaublicher Menschenstrom durch die Messehallen ergießt. - Wer Fachbesucherkarten für die etwas weniger frequentierten Fachbesuchertage will, soll mir das mitteilen; vielleicht kann ich da was machen. Vielleicht.
Würdigung von »Morgendunkel«
Ebenfalls in den SCHLAGZEILEN 100 wird unsere Neuerscheinung »Morgendunkel« besprochen:
+++
Kurzgeschichten zum Thema Spanking
Vier längere Geschichten enthält das Buch »Morgendunkel« – teilweise verwirrende, an Alpträume erinnernde Begebenheiten.
Der rote Faden des Buches ist Age Play, beginnend mit der häuslichen Strafe von aufmüpfigen Teenagern (dennoch über 18) bis hin zum Ausleben dieser Lust im Erwachsenenalter. Auch Feminisierung und Spiele über jegliche Grenze sind Thema des Buchs.
Das Titelbild ist ... eigenartig. Oder besser gesagt: Geschmackssache. Der Inhalt ist klasse.
Zilli
Das hast du schön gesagt, Zilli ;-) Das Titelbild wählte ich extra in Anlehnung an die »oberboarische« Geschichte so aus; ich wollte bewußt kein typisches »SM-Titelbild«, von denen gibt's schon genug ...
+++
Kurzgeschichten zum Thema Spanking
Vier längere Geschichten enthält das Buch »Morgendunkel« – teilweise verwirrende, an Alpträume erinnernde Begebenheiten.
Der rote Faden des Buches ist Age Play, beginnend mit der häuslichen Strafe von aufmüpfigen Teenagern (dennoch über 18) bis hin zum Ausleben dieser Lust im Erwachsenenalter. Auch Feminisierung und Spiele über jegliche Grenze sind Thema des Buchs.
Das Titelbild ist ... eigenartig. Oder besser gesagt: Geschmackssache. Der Inhalt ist klasse.
Zilli
Das hast du schön gesagt, Zilli ;-) Das Titelbild wählte ich extra in Anlehnung an die »oberboarische« Geschichte so aus; ich wollte bewußt kein typisches »SM-Titelbild«, von denen gibt's schon genug ...
»Offene Worte: Dominas« positiv gewürdigt
Das SCHLAGZEILEN-Jubiläumsheft Nr. 100 - herzlichen Glückwunsch nach Hamburg! - würdigt unsere Neuerscheinung »Offene Worte: Dominas« mit freundlichen Worten:
***
Interviews mit dominanten Frauen aus dem Gewerbe.
»Offene Worte: Dominas« von Arne Hoffmann beinhaltet 16 Interviews mit und ca. 12 Fotos [nein, es sind wesentlich mehr! R. H.] von professionellen dominanten Damen.
Interessant ist das Buch allemal, die Frauen erzählen offen über ihre Arbeit, über die Lust an und den Frust mit den Männern, über Spaß am SM und ungewöhnliche Wünsche der Kunden.
Neben dem, was man immer schon zu wissen glaubte, offenbaren die Interviewten auch Intimes, reden über persönliche Vorlieben und Lust an kriechenden Männern.
Lesenswert für die, die jenseits der Klischees einen Blick auf die Damen hinter den Hochglanzfotos werfen möchten. Und auch Studiogänger werden nicht desillusioniert, denn neben dem reinen Broterwerb bringt dieser Job den Frauen erstaunlich viel perverses Vergnügen.
Zilli
***
Interviews mit dominanten Frauen aus dem Gewerbe.
»Offene Worte: Dominas« von Arne Hoffmann beinhaltet 16 Interviews mit und ca. 12 Fotos [nein, es sind wesentlich mehr! R. H.] von professionellen dominanten Damen.
Interessant ist das Buch allemal, die Frauen erzählen offen über ihre Arbeit, über die Lust an und den Frust mit den Männern, über Spaß am SM und ungewöhnliche Wünsche der Kunden.
Neben dem, was man immer schon zu wissen glaubte, offenbaren die Interviewten auch Intimes, reden über persönliche Vorlieben und Lust an kriechenden Männern.
Lesenswert für die, die jenseits der Klischees einen Blick auf die Damen hinter den Hochglanzfotos werfen möchten. Und auch Studiogänger werden nicht desillusioniert, denn neben dem reinen Broterwerb bringt dieser Job den Frauen erstaunlich viel perverses Vergnügen.
Zilli
17.11.08
»Yes, I can« ...
... dachte ich, als am 5.11. gegen Morgen Barack Obamas Sieg endgültig feststand und ich froh und beschwingt (nach einigen Bierchen) von der Fernsehcouch ins Bettchen strebte. Aber als bedächtiger alter Europäer ist man ja doch nicht so schwungvoll und bedenkenfrei. Am 11.11. war ich aber doch soweit, diese närrische Tat zu begehen: einen knapp fünfstelligen Betrag für ein neun Jahre altes Stück Schwermetall aus Milwaukee auf den Kopf zu hauen. (Meine ist blau statt grau.) Was soll's - bei Bedarf kriegt man das teure Stück wenigstens mit geringem Wertverlust schnell wieder los, das ist tröstlich. Man gönnt sich ja sonst nichts :-)
Nachtrag 2.12.: Neben »meiner« Maschine stand - für noch ein paar Tausender mehr - im Showroom die gebrauchte Maschine derselben Marke, die einst der Kabarettistin Lisa Fitz gehört hatte. Offenbar braucht die Dame Geld - erst verkauft sie sich an dieses unsägliche »Dschungelcamp«, dann verkauft sie ihr amerikanisches Schwermetall ...
Nachtrag 2.12.: Neben »meiner« Maschine stand - für noch ein paar Tausender mehr - im Showroom die gebrauchte Maschine derselben Marke, die einst der Kabarettistin Lisa Fitz gehört hatte. Offenbar braucht die Dame Geld - erst verkauft sie sich an dieses unsägliche »Dschungelcamp«, dann verkauft sie ihr amerikanisches Schwermetall ...
10.10.08
100.000 :-))
Heute war es soweit: Der Marterpfahl Verlag hat sein hunderttausendstes Buch verkauft :-))
(Gerade eben wollte ich noch ausrechnen, ob wir nun bei 99.750 oder bei 99.825 stehen, da kommt ein Fax mit einer 500-Stück-Bestellung »Sex für Fortgeschrittene« - damit war die Sache entschieden. Gleichzeitig steht die Marterpfahl-Homepage kurz vor ihrem 300.000 Besucher ...)
Die .gif-Animation eines kleinen Feuerwerks funktioniert hier im Blog leider nicht - aber Anlaß zum Feiern ist dieses Ereignis allemal. Wo wir doch Anfang 2003 gerade mal erst das zehntausendste verkaufte Buch feiern konnten ...
(Gerade eben wollte ich noch ausrechnen, ob wir nun bei 99.750 oder bei 99.825 stehen, da kommt ein Fax mit einer 500-Stück-Bestellung »Sex für Fortgeschrittene« - damit war die Sache entschieden. Gleichzeitig steht die Marterpfahl-Homepage kurz vor ihrem 300.000 Besucher ...)
Die .gif-Animation eines kleinen Feuerwerks funktioniert hier im Blog leider nicht - aber Anlaß zum Feiern ist dieses Ereignis allemal. Wo wir doch Anfang 2003 gerade mal erst das zehntausendste verkaufte Buch feiern konnten ...
10.8.08
Renovierungsarbeiten auf der Marterpage
Nächsten Sommer (2009) wird die Homepage des Marterpfahl Verlags 10 Jahre alt werden, und ich schätze mal, sie wird dann den 333 333. Besucher hinter sich haben. Zeit für eine gründliche Renovierung. Und damit nicht alles auf einmal kommt, werd ich's peu à peu angehen.
Aus den »Reportagen« werden jahrealte Artikel 'rausfliegen, und die Linkliste werd ich Schritt für Schritt auf Links zu denjenigen Seiten verkleinern, die wirklich ganz direkt was mit mir und dem Marterpfahl Verlag zu tun haben. Mit den großen Linklisten will und mag ich nicht mehr konkurrieren; das können andere besser, die mehr Personalressourcen, Zeit und Geld haben.
Aus den »Reportagen« werden jahrealte Artikel 'rausfliegen, und die Linkliste werd ich Schritt für Schritt auf Links zu denjenigen Seiten verkleinern, die wirklich ganz direkt was mit mir und dem Marterpfahl Verlag zu tun haben. Mit den großen Linklisten will und mag ich nicht mehr konkurrieren; das können andere besser, die mehr Personalressourcen, Zeit und Geld haben.
8.8.08
»Offene Worte: Dominas« erschienen
Ich wollte meinem Assistenten schon zurufen: »Ich bringe jetzt gleich das Essen auf den Tisch!« - da klingelte es an meiner Haustür. Der Lastwagen aus Lettland war da, mit 2000 Stück »Offene Worte: Dominas«.
Ob die Letten das noch mal lernen, daß Lastwagen besser mit Hebebühnen ausgestattet sein sollten? Da waren die zwei Paletten voller Bücher schon so schön gegen Regenwetter und andere Unbilde mit Plastik umhüllt, und nun mußte das Plastik aufgeschnitten und entfernt und die einzelnen schweren Kartons (insgesamt über 900 kg) von Hand in die Garage gewuchtet werden - möglichst schnell, denn es fing gerade wieder an zu regnen ;-)
Nun ist alles drin im Lagerraum, fast unversehrt, nur ein, zwei Kartons sind am Rand etwas angestoßen ...
»Offene Worte: Dominas«: Ein Interviewband von Arne Hoffmann und meiner Wenigkeit aus der Welt der professionellen Dominas - Rezensionsexemplare etc. pp. gehen jetzt zusammen mit denen von »Morgendunkel« 'raus ... (Am 8.8.08 erschienen - das müßte doch eigentlich ein Glücksbuch werden, oder!? ;-)
Ob die Letten das noch mal lernen, daß Lastwagen besser mit Hebebühnen ausgestattet sein sollten? Da waren die zwei Paletten voller Bücher schon so schön gegen Regenwetter und andere Unbilde mit Plastik umhüllt, und nun mußte das Plastik aufgeschnitten und entfernt und die einzelnen schweren Kartons (insgesamt über 900 kg) von Hand in die Garage gewuchtet werden - möglichst schnell, denn es fing gerade wieder an zu regnen ;-)
Nun ist alles drin im Lagerraum, fast unversehrt, nur ein, zwei Kartons sind am Rand etwas angestoßen ...
»Offene Worte: Dominas«: Ein Interviewband von Arne Hoffmann und meiner Wenigkeit aus der Welt der professionellen Dominas - Rezensionsexemplare etc. pp. gehen jetzt zusammen mit denen von »Morgendunkel« 'raus ... (Am 8.8.08 erschienen - das müßte doch eigentlich ein Glücksbuch werden, oder!? ;-)
Abonnieren
Posts (Atom)
-
"Siehst du? Ohne Röckchen geht's nicht! Und hast du auch die Fragen im Fragebogen richtig beantwortet? Noch nicht schwanger, nein?...
-
... die Attacken der Bargeldlos-Mafia nämlich (laut Google und KI): Das Kunsthaus Zürich wird ab dem 1. Januar 2026 wieder Bargeld als Zahl...
-
Amazon-Ebook für 4,99 € - Text: Die Haushälterin war schon angewiesen worden, die Suppe warm zu stellen, als die beiden Mädchen endlich ...