31.1.11

Jetzt ist es wieder einer weniger ...

Die meiste Zeit des heutigen Tages habe ich im Bett verbracht - schwere Erkältung. Aber einen Pflichttermin gab es doch: Heute nachmittag im Tante-Emma-Laden an Nehrens zentraler Straßenkreuzung. Heute schloß er nämlich für immer. Seit vor rund zwei Jahren am Dorfrand ein Supermarkt eröffnete, waren die Umsätze um ein Drittel eingebrochen, der Laden lief defizitär. Daß der Hauseigentümer das ganze Haus verkaufen will, spielt da auch keine Rolle mehr, ebensowenig, daß die Alternative Liste Nehren die Gemeinde zum Kauf des Hauses veranlassen will.

Die Liste lud die Nehrener zu Kaffee und Kuchen in den Laden ein, ich spendierte Sekt und Lachstoastschnittchen. Außerdem kaufte ich einige Regale, Konserven, Wein, Bier - was sich eben hält und nicht sofort verbraucht werden muß.

»Was machen Sie denn jetzt?« fragte mich eine Stammkundin. »Sie gehören doch schon fast zum Inventar - jeden Vormittag konnte man Sie hier Kaffee trinken sehen.« In der Tat, das hatte ich mir nach dem Tod meiner Tante 2006 angewöhnt: Im Dorfladen Cappuccino trinken, ein Stück Kuchen oder ein belegtes Brötchen essen, in den neuesten SPIEGEL schauen ... Vorbei. Ab morgen.

Etliche Produkte des Ladens, auch Spirituosen, lagen trotz Sonderangeboten wie Blei in den Regalen. »Tja«, sagte mir eine Angestellte, »da gab's halt mal einen Nachfrageschub, dann haben wir uns das da hingestellt, haben mal mehr bestellt als üblich - und schon brach die Nachfrage wieder ein.« Das kommt mir irgendwie bekannt vor ...

Tante Emma 1953 in der DDR - nun auch in Nehren Vergangenheit ... (Wikipedia)

26.1.11

Ursula Sarrazin SMerin?

Haben Sie's vernommen, werte Leser? Ursula Sarrazin ist ins Gerede gekommen, Thilo Sarrazins Gattin, Lehrerin zu Berlin.

Gar ruppig sei sie mit den armen Schülern und Schülerinnen umgegangen, den ach so gestreßten.

Ach! Die Wonnen der Schulzeit! (Bild: Muir Academy)

Auf Amazon.de findet sich eine Liste von SM-Büchern, eingestellt von »Ursula, Lehrerin, Berlin«, mit 19 Bewertungen, darunter - oh Wunder! - »20 hilfreiche«. Na ja, wir wissen ja seit Thilo S., daß Asiaten und Juden im Rechnen besser sind ... - Ob da die Gattin des Bestsellerautors dahintersteckt?

Oh glückliche Schulzeit! Mögest du doch nie vergehen! (Bild: Muir Academy)

23.1.11

Raus aus dem Polar-Expreß – ich bin dann mal wieder weg! – Galicien 2010/11: 1. Tag: Nehren – Montélimar (31.12.2010)

Das hat man nun davon! Da vertraut man auf den Klimawandel und auf einen milden Winter, läßt wie eh und je, nur jetzt gesetzwidrig die Sommerreifen drauf und tankt den Öltank des Hauses nur zweidrittelvoll – und dann das: »Schuld ist der Polar-Express«, verkündete ein Meteorologe in der Sonntags-FAZ vom 19. Dezember, und man kann sich seine vor Begeisterung eisblau aufleuchtenden Augen vorstellen: »Die Wetterlage in dieser Woche war mehr als außergewöhnlich. (...) Der Polar-Express (...) ist jetzt tatsächlich quer durch Europa gerauscht. Eine derartige Konstellation der steuernden Hochs und Tiefs habe ich noch nie gesehen. Allein der Luftdruck über Grönland mit 1080 Hektopascal [früher nannte man das Millibar – ein extremes Hochdruckgebiet. R. H.] ist denkwürdig. Den Wert muss man auf dem Barometer erst mal finden. [Interviewer:] Was hat das für Folgen? [Meteorologe:] Da müssen Sie sich nur an den Donnerstag erinnern. Die Front, die sich aufgrund der ungewöhnlichen Druckunterschiede gebildet hatte, war die reinste Schneewalze und zog von Norden nach Süden. Einige Gegenden sind tief im Schnee versunken, selbst im Flachland. Das öffentliche Leben stand zeitweise still. In Island etwa sackte die Temperatur innerhalb von anderthalb Tagen um 26 Grad in den Keller. In Deutschland [ist] der Dezember (...) bisher im Schnitt um vier Grad zu kalt. (...) Schuld an der gegenwärtigen Kältewelle ist eine gestörte Zirkulation. Die Strömung steht kopf. Normalerweise ziehen in regelmäßigen Abständen Tiefs mit milder Luft im Gepäck vom Atlantik nach Europa. Seit September 2008 jedoch ist der Atlantik häufig wie im Tiefschlaf. Dort, wo eigentlich das Islandtief liegt, hat sich in den vergangenen Wochen erneut ein riesiges Hoch aufgebläht, das alle Tiefdruckgebiete, die von Westen kommen, niederringt und somit die Warmluft blockt. Extrem kalte Wetterlagen, die sich regelmäßig erneuern, sind die Folge. [Zu den Ursachen:] Dass aber ein versiegender Golfstrom dahintersteht, wie manche schon behaupten, halte ich für unwahrscheinlich.«
Na, Gott sei Dank! Trotzdem: Höchste Eisenbahn, dem Polarexpreß zu entfliehen in jene Gegenden, in denen Golfstrom noch wirklich was zu sagen hat!
Am Ersten Weihnachtstag wollte ich weg. Das Schneechaos hielt mich zurück – ohne einen Ersatz-Schneeschaufler würde sich auf dem Gehweg vor meinem Haus womöglich jemand das Bein brechen – und ebenso unerledigter Bürokram. Wie soll man den auch erledigen, wenn von fünf Copyshops in Tübingen vier zu haben!
Ich verschob die Abreise von Tag zu Tag. Am Silvestertag war es endlich soweit: Fast etwas lustlos lud ich alles ins Auto, was ich die Tage zuvor schon zusammengetragen hatte. Noch einmal die Zimmerpflanzen in ihrem kühlen Zimmer wässern, den Schnee so weit wie möglich räumen und die Heizung auf 13 Grad herunterdrehen. Draußen wechselten sich leicht überfrierende Nässe und leichtes Tauwetter ab. Jetzt oder nie!
Ein letztes Mal beantwortete ich Mails, saß von zwölf bis eins in Bademantel und Unterwäsche am Rechner, dabei Deutschlandfunk hörend (»Informationen am Mittag«), neben mir das Abschiedsbier, frische Klamotten griffbereit.
Um 13.30 Uhr ging’s endlich los. Rauf auf die B 27 und südwärts nach Hechingen, abbiegen westwärts Richtung Autobahn, rauf auf die A 81 Richtung Schweizer Grenze. Raststätte Neckarburg bei Rottweil: Zum Abschied ein letztes Mal Linsen mit Spätzle und Saitenwürschtle. An den heißen Linsen verbrannte ich mir fast den Mund. Ein kleiner Junge vom Nebentisch schaute mich mit großen Augen ungläubig an, als mir aus Schreck darüber ein Stück Wurst auf den Boden hüpfte, von mir aufgehoben und gegessen wurde.
15.30 Uhr: Schweizer Grenze. Einige Stunden lang ist meine Schweizer Autobahnvignette noch gültig – also nur rasch volltanken und weiter.
Herum um Zürich. Es wurde langsam dunkel.
Weiter Richtung Bern. Gelegentlich zeigten rote, leuchtende Herzchen in Fenstern autobahnnaher Häuser den Reisenden den Weg zu käuflicher Lust und Liebe. Doch auch auf der Autobahn war der Verkehr sehr rege …
Seit ich im Frühjahr 2009 in Galicien gewesen war, wollte ich wieder herkommen. Vielleicht sollte ich über Weihnachten fahren und dabei zwei Nächte in diesem Parador »de los Reyes Catolicos« gegenüber der Kathedrale von Santiago verbringen? Ich hatte schon fast online gebucht, aber der Gedanke an die viele Arbeit mit den anstehenden Neuerscheinungen hielt mich zurück. Im März 2010 wollte ich mit dem Schiff von Genua nach Marokko fahren und dort mit dem Auto die Küstenstraße Nr. 1 hinunter bis ins marokkanisch besetzte Westsahara, nach Dakhla oder bis kurz vor die mauretanische Grenze, so wie die beiden Studenten, die mit ihrem alten Golf II »mal eben an den Wendekreis« fuhren und im Internet darüber berichteten. Doch der ganze Themenkreis Marokko/Westsahara wäre ein eigenes Buch und viel, viel Zeit und Muße wert – und die hatte ich nicht. So blieb ich zu Hause. Bis ich den Entschluß faßte: Zwischen Weihnachten und Dreikönig fährst du wieder nach Galicien.
Vorbei an Bern und weiter südwestwärts. Die Ortsnamen wurden französisch. Der Verkehr dünnte aus. Lausanne. Die Temperatur schien bei + 1 Grad festgestellt zu sein, alle öffentlichen Temperaturanzeigen bis nach Frankreich hinein zeigten dasselbe an.
19.30 Uhr: Hinter Genf passierte ich die französische Grenze. Mal sehen, ob ich es heute noch bis Montélimar schaffe, dachte ich. Diese Stadt hatte ich mir als Etappenziel auf der Landkarte ausgesucht: 35.000 Einwohner, »Pforte der Provence«, bereits knapp südlich des 45. Breitengrads, der Mitte zwischen Nordpol und Äquator, gelegen, dort, wo sich das Tal der unteren Rhone schon fast trichterförmig zum Mittelmeer weitet …
Vorläufig allerdings mußte ich mich mit der Strecke dorthin herumschlagen. Landschaftlich schön ist diese Autobahn Genf-Lyon, aber davon sah man in Dunkelheit nichts, stattdessen Kurven und immer wieder plötzlich dichte Nebelschwaden, die ebenso plötzlich wieder verschwanden.
Endlich blieben die Berge und der Schnee zurück. Ich näherte mich Lyon. Immer habe er bei Lyon im Stau gestanden, wenn er auf dem Weg nach Biarritz gewesen sei, erzählte mir einmal mein Freund J.. Das war allerdings schon rund 30 Jahre her; inzwischen wird man, kommt man von Genf, auf allerlei Umgehungsautobahnen östlich um Lyon herumgeleitet, vorbei an Industrie- und Supermarktarealen, Vororten, dem »Saint-Exupéry-Flughafen« und etlichen öd und standardisiert wirkenden Hotels großer Ketten (Etap, Mercur, Novotel), die mich nicht reizten. Ein gemütliches, familiengeführtes kleines Hotel in Montélimar, das wär’s doch für diese Silvesternacht, dachte ich. Es war etwa 21 Uhr. Eine halbe Stunde brauchte ich, um Lyon zu umkurven.
»St. Etienne geradeaus« las ich auf einem Wegweiser. St. Etienne – Clermont-Ferrand – Bordeaux – Hendaye – das wäre die kürzeste Route gewesen, aber ich wollte bei diesem Winterwetter nicht übers Zentralmassiv fahren, auch nicht auf der (hoffentlich geräumten) Autobahn.
Also bog ich auf die A 7 ein, die »Autoroute du Soleil«, die Hauptrennstrecke ans Mittelmeer für sonnenhungrige Pariser, Richtung Süden, Richtung Marseille. Sie war ziemlich belebt, ganz im Gegensatz zu den halbleeren Autobahnen, die hinter mir lagen.
Noch etwa 150 Kilometer bis zu meinem Etappenziel. Tankstop. An dieser Tankstelle gab es für mein Auto nur noch das brandneue »E10«. Ging aber alles gut – der Motor vertrug‘s. Sollte ich hier im Motel gleich bei der Tankstelle einchecken? Nein. Lieber weiter.
Auf Langwelle 153 kHz konnte ich leidlich den Deutschlandfunk empfangen. Kabarett und Jazz. Auch wenn ich noch kein Quartier für die Nacht hatte, fühlte ich mich entspannt und wohl. Der Kälte des Nordens war ich vorerst entflohen, entflohen nach Südwesten, von wo in Europa der Frühling kommt, von wo auch in den vergangenen Wochen die spärlichen Tauwetter-Abschnitte gekommen waren, um dann ins Deutschlands Mitte zu versacken.
Dichtbesiedeltes Land. Immer wieder warm orange beleuchtete Ortschaften und auch Städte wie Vienne und Valence, immer wieder inmitten von Gewerbeparks Hotels in Sichtweite der Autobahn. Mehrere Male kreuzte ich die Rhone oder fuhr in ihrer Sichtweite. Parallel zur Autobahn lief die alte Nationalstraße 7, die vor dem Bau der Autobahn in den 60er Jahren den französischen Touristen-Treck ans Mittelmeer bewältigt hatte – und heute vermutlich unter seiner Last zusammenbräche, gäbe es die Autobahn nicht …
Vereinzelt ließen Feierlustige schon Leuchtkugeln steigen. Ein vermutlich luftverkehrsbedingtes Blitzlicht auf einem Berg beleuchtete die Wolken unheimlich von innen.
Ich hatte Valence passiert. Es wurde langsam Zeit, irgendwo anzukommen. Sonst wäre ich beim Jahreswechsel noch unterwegs. Sollte ich auf die »Route Nationale 7« wechseln und dort in einem kleinen Kaff irgendwo ein Zimmer nehmen?
Ich unterließ es, blieb auf der Autobahn bis zur Abfahrt Montélimar-Nord, 780 Kilometer von meinem Start in Nehren entfernt.
Gleich an der Abfahrt zwei Hotels – aber ich bog links ab, nach Süden, auf die RN 7 Richtung Stadt. Doch die war noch über zehn Kilometer entfernt, und es war schon 23 Uhr durch. Als bei der Fahrt durch zwei winzige Vororte nur ein geschlossen wirkendes kleines Hotel in meinem Sinne auftauchte, drehte ich wieder um – zur Autobahnabfahrt.
»Zimmer 37 Euro« verhieß eines, hatte aber nur einen »automatischen Check-in«. »Ich kenne mich damit nicht aus – könnten Sie mir bitte helfen?« fragte ich einen Angestellten, der sich glücklicherweise in der Halle dennoch fand.
»Was heißt das, Sie kennen sich nicht aus?« muffelte er mich an, wahrscheinlich frustriert darüber, in der Silvesternacht Dienst schieben zu müssen, und führte mich zu einem Automaten außen an der Tür: »Lesen werden Sie doch wohl noch können, oder!?« In der Tat: »Geben Sie Ihre Kreditkartennummer an«, las ich dort auf deutsch auf dem Display. Ich hatte meine Kreditkarten aber mal wieder zu Hause gelassen, ich benutze sie eigentlich nur, wenn ich im Internet was bestelle ...
Also fort von diesem ungastlichen Ort! Aufs »Hotel Dacia« hatte ich aber auch keine Lust, und so fuhr ich 200 Meter weiter ins »Ibis«. Leider doppelt so teuer wie das Automatik-Hotel, aber wenigstens mit Bedienung. Im Hof standen Oleander, Zypressen und eine schlanke, vielleicht fünf Meter hohe Palme, einer jener zuverlässigen Indikatoren des Im-Süden-Angekommenseins.
Als einziger Gast setzte ich mich an die Hotelbar, machte Notizen und ließ mir vom Barkeeper und Nachtportier, der zwischendurch immer wieder ein bißchen Staub saugte oder aufräumte, ein großes »Kronenbourg« vom Faß nach dem anderen servieren.
Kurz vor Mitternacht ging ich kurz raus vor die Tür in die angenehm laue Nachtluft, aber Feuerwerk war nicht zu sehen, dafür war die Stadt zu weit weg; nur ein paar ferne Böller waren zu hören. Bis auf eine Handvoll Karnickel, die über die Wiese am Hotelparkplatz hoppelten, war ich ganz allein.
Ich setzte mich wieder an die Bar. Gegen ein Uhr nachts an diesem wohl merkwürdigsten Silvesterabend meines bisherigen Lebens schob ich mir mein Notizbuch in die Tasche und entdeckte beim Zahlen mit Schrecken, daß sich die Bar eine Halbe mit stolzen sechs Euro bezahlen ließ. Teures Hotel, teure Autobahnt, teure Bierchen, zweimal Tanken – kein Wunder, daß hier in Frankreich das Reisegeld schneller den Bach runtergeht, als das Rhonewasser das Mittelmeer erreicht, dachte ich. Aber was soll’s – man soll die Feste feiern, wie sie fallen. Hauptsache, ich bin aus der Kälte weg ...

Im Süden angekommen! Die Rhone bei Montélimar. Hier das Bild in voller Pracht.

15.1.11

Vertreter, die das Handtuch werfen, Sklavenjagden und andere Aktualitäten

Nach drei Jahren (in denen er freilig kaum etwas verkaufte) hat er nun das Handtuch geworfen: mein Vertreter für Bayern. »Das Interesse am Marterpfahl-Sortiment geht gegen Null - die Sortimenter trauen sich nicht, sich solche SM-Bücher in den Laden oder gar ins Schaufenster zu legen, und die Kunden bestellen lieber anonym im Internet.« Das betraf sogar einen weiteren, viel »literarischeren« Erotikverlag, dessen Programm er außerdem noch vertrat, einen Verlag, der lange vor dem Internetzeitalter gegründet worden war ...

Tja, so ist das. Das Netz bedroht den MARTERPFAHL VERLAG (durch Raubkopien), aber es bietet auch Absatzmöglichkeiten: Wer würde schon bei der langjährigen Buchhändlerin seines Vertrauens Titel wie »Windeln, Stöckchen, strenge Gouvernanten« bestellen? (Wir sprachen schon mal darüber.)

Auf der anderen Seite entwickelt sich meines Bestsellerautors Tomás de Torres' jüngster Wurf »Sklavenjagd« sehr erfreulich:

Libri: »Ist ›Sklavenjagd‹ lieferbar?«
Ich: »Ja - wird gerade in der Druckerei nachgedruckt.« (Gleich nach dem Telefonat bestellte ich bei der Druckerei 1000 Stück.)
Libri: »Okay, also momentan nicht lieferbar.«
Ich: »Aber nicht vergriffen!«
Libri: »Nein, natürlich nicht. Ich stell dann die Anzeige auf ›innerhalb von 14 Tagen wieder lieferbar‹ [und dieser Anzeige folgt dann wohl auch Amazon.de ...].«
Ich: »Sie haben wohl eine ziemliche Nachfrage?«
Libri: »Allerdings!«
Ich: »Ich werd der Druckerei faxen, daß sie Ihre 40-Stück-Bestellung gleich von den 1000 Stück absondert und Ihnen direkt liefert, ohne den Umweg über mich.«
Libri: »Prima!«

10 Minuten später - Unterbrechung beim Frühstück.

Buchhandlung Meier KG am Telefon: »Wo bleiben unsere bestellten ›Sklavenjagd‹?«
Ich: »Ach ja, Sie haben mehrere Mal Kleinbestellungen gemacht, nicht wahr?« (ungewöhnlich für eine Buchhandlung, die meist nur auf Kundenwunsch 1 Ex. bestellt.) Meier KG: »Ja.«
Ich: »Ein oder zwei liegen in der Ausgangspost, eine liegt als Fax hier vor mir. Zwei Stück. So viel haben wir noch und ein paar mehr, aber dann müssen wir auf die Lieferung aus der Druckerei warten.«
Meier KG: »Können Sie die zwei Stück auf 10 Stück aufstocken?«
Ich: »Ja, das geht.«
Meier KG: »Prima!«

So weit das Neueste von der Verkaufsfront :-)

12.1.11

5388!?

Soeben von einer 12tägigen Nordspanientour zurückgekehrt (ausführliche Reiseberichte folgen an dieser Stelle im Laufe der nächsten Wochen), habe ich nicht nur mildes Wetter mitgebracht, sondern auch die Berge aufgelaufener Arbeit zu erledigen. Doch zuvor erst mal ein wenig Lektüre in Zeitungen und im Netz, und was sehe ich hier in der Statistik? Es wirkt wie ein Nachbild der Berge und Schluchten Asturiens:



Die Unterschiede zwischen 20 und 220 Lesern pro Tag verblassen zu unbedeutenden Hügelchen in der Tiefebene im Vergleich zu den 5388 Lesern, die am 10.1. mein Blog besucht haben. Woher dieses plötzliche Interesse? Ich weiß es nicht ...

Eins ist aber sicher: Ich habe das Wohl meiner Leserschaft in Santiago in meine Gebete mit eingeschlossen.

Auf ein erfolgreiches, ereignisreiches Jahr 2011!

28.12.10

Staatspleiten überall: Unkraut vergeht DOCH!

Ach ja, es sind schlechte Zeiten: (Drohende) Staatspleiten überall - nicht nur in der dritten Welt, sondern mitten im reichen Europa!
Diesmal droht es einen der kleinsten Staaten der Welt zu erwischen:

In den letzten Jahren pflegte ich auf Fragen nach dem OWK zu antworten: »Unkraut vergeht nicht!« Reichlich vernachlässigt und heruntergekommen wirke das OWK, hatte mir allerdings schon vor Jahren eine private »Domme« aus der Schweiz erzählt. Auch die diversen ... äh ... »Ferien-« bzw. Versklavungsangebote waren immer mehr reduziert worden; zuletzt war gar die Seite mit dem ewigen »Sklaven für Filmaufnahmen gesucht« seit Monaten nicht mehr aktualisiert worden. Und irgendwer hatte mir auch erzählt, daß das OWK verkauft werden solle. Ob ich Näheres darüber wisse. Nö - woher auch?

Offenbar ist es jetzt tatsächlich soweit: »Das Projekt FEMDOM REPUBLIC könnte man vereinfacht auch folgend nennen: »RETTEN WIR DEN OWK« oder investiere in dein Hobby!
Das vorrangige Ziel der neu gegründeten Gesellschaft mit beschränkter Haftung FEMDOM REPUBLIK, s.r.o. (Ltd., GmbH) ist der Abkauf des OWK Schlossareals sowie die Fortsetzung und Entwicklung von Tätigkeiten im Privatstaat der Dominanten Frauen - THE OTHER WORLD KINGDOM. Die Tätigkeit im OWK Areal wurde unterbrochen aus der Grund, dass es die Königin Patricia I. zum Verkauf anbietet. Wir alle, die hier viele angenehme Momente verbracht haben, wollen es nicht wahr haben, dass es den OWK nicht mehr geben soll. Deshalb legen wir ein Projekt vor, dass sowohl ein weiteres Bestehen von OWK, als auch eine große Erweiterung der bisherigen Tätigkeiten sichern soll.«


Zumindest das holprige Deutsch ist geblieben. Nur das OWK wird es bald nimmer geben, wenn nicht gewaltig gespendet wird. Tja - manchmal vergeht Unkraut offenbar doch.

Wissen ist Macht ...

... aber Nichtwissen erleichtert oft das Leben. Das dachte ich mir bei der Lektüre des neuesten Blog-Artikels meines Bestseller-Autors Tomás de Torres. Ich ärgerte mich nur darüber, daß eine gute Rezension des Romans »Sklavenjagd« trotz zweimaligen Einstellens immer noch nicht auf der Amazon-Titelseite erschienen ist, er ärgerte sich über eine Rezension, die den Romanausgang verriet (wußte ich gar nicht, daß das verboten ist), und über den Absturz in den Verkaufsrängen.

Wenn ich da noch an den Sommer 2007 denke! Unaufhaltsam hatte sich »Sex für Fortgeschrittene« bis auf Rang 20 vorgearbeitet. »Weiter nach oben geht's wahrscheinlich nicht«, schrieb mir sein Autor Arne Hoffmann. »Vor uns sind zweimal Hape Kerkeling - ›Ich bin dann mal weg‹ - und dreimal Harry Potter. Den Papst müßten wir auch noch aus dem Weg räumen.« (Ratzingers Jesusbuch war gerade erschienen.) Dennoch schaffte es »Sex für Fortgeschrittene« bis auf Rang 5 - und dann kam der Absturz. Amazon.de fummelte mal wieder an seiner Software herum, nahm »Sex für Fortgeschrittene« aus der Bestsellerliste heraus, verweigerte jegliche nähere Auskunft. Das seien Betriebsgeheimnisse, hieß es - und wir konnten noch von Glück reden, daß wir einige Telefonnummern und Adressen kannten. Schauen Sie mal ins nichtssagende Impressum von Amazon.de, lieber Leser: Die verschanzen sich hinter Blabla wie die Insassen von Kafkas »Schloß«. Über die Suchfunktion war »Sex für Fortgeschrittene« weiterhin auffindbar, aber der dort angegebene Verkaufsrang (z. B. »62«) stimmte nicht mit der Bestsellerliste überein, denn dort war auf Nr. 62 ein anderer Titel angegeben. Als Amazon.de seinen technischen Kram endlich auf die Reihe gebracht hatte, war »Sex f. F.« erst mal im Eimer - von 3000 Stück, die Libri noch während des Booms bestellt hatte, wurden 1000 retourniert, die ich bei mir im Korridor aufstapelte, um mich davor selbst zu knipsen - ein Bild, das ich leider nicht eingescannt habe, sonst könnte ich es hier zeigen. Im ersten Halbjahr hatte ich über 10.000 Stück verkauft, im zweiten 26!

Daß Autoren sich nicht gegen Kritik verteidigen sollen, lese ich auch zum ersten Mal. Es hätte mich aber auch nicht davon abgehalten, »Entführt« gegen den Vorwurf überzogener Preise zu verteidigen. Bei Kleinauflagen muß man anders kalkulieren, als es die Großverlage tun können.

Ein weiteres Ärgernis sind die Ein-Sterne-Verrisse von Konkurrenten und Neidern, die einem das Geschäft vermiesen wollen.

Das alles wäre nicht allzu tragisch, wäre Amazon.de einer unter einem Dutzend gleich bedeutender Online-Anbieter. Aber da Amazon ein halber Monopolist ist - leider weiß ich selbst auch nicht, wie viel ich über Amazon.de verkaufe, ich liefere nicht direkt an Amazon.de - fühlt man sich ausgeliefert, und man ist es auch.

23.12.10

Vorweihnachtlicher Streß?

Im Sommer sind meine beiden Blogs mit einer Statistikfunktion beglückt worden; da kann ich ablesen, wie viele Leute mein Blog besucht haben, aus welchen Ländern die kamen usw. Ist oft ganz lustig. Meistens besuchten so 20 bis 40 Leute pro Tag mein Blog. Im September/Oktober gab es dann einen ersten Höhepunkt vor der Frankfurter Buchmesse, als ich auf gutbesuchten SM-Websites für meinen Storywettbewerb warb - bis zu ca. 140 Besucher pro Tag. Eine Geschichte geschrieben hat dennoch keiner von denen.
Danach dümpelte mein Blog wieder so rum - 21 Besucher am 8.12.2010.

Doch plötzlich schossen die Zugriffszahlen in die Höhe wie die Alpengipfel dem herannahenden Porschefahrer. Nanu!? Ob's daran liegt, daß ich einen Artikel »Jodeln wie ein Muezzin« geschrieben habe? Haben islamfeindliche Kreise mein Blog entdeckt?

291 Leser hatten in der angeblich so stressigen Vorweihnachtszeit die Muße, in meinem Blog rumzuhängen. Und ich hatte Zeit, heute abend einen Artikel wie diesen hier zu schreiben.
Frohes Fest, liebe Leser, und ein gesegnetes neues Jahr!

15 Kisten »Sex für Fortgeschrittene«

Kürzlich wurde ich von einer Spedition angemailt: »Wir haben hier zehn bis 15 Kisten ›Sex für Fortgeschrittene‹ und können die nicht zuordnen. Dürfen wir sie verschenken, oder holen Sie sie ab?«

Verschenken? 500 bis 700 Stück? Nein.

»Dann geben Sie bitte eine Adresse an. Haben Sie eine Laderampe für Paletten und Hubwagen?« Nein.

Seltsam. Da taucht vor Weihnachten eine Palette Bücher auf im Druckwert von mehreren tausend Euro, und keiner weiß, für wen die bestimmt waren, ich nicht, die Spedition nicht - die Druckerei hat noch nicht mal den Namen der Spedition gehört. Schöne Bescherung ;-)

17.12.10

Nachtrag Weihnachtsmarktbummel

Was mir auch noch auffiel: die Grüppchen von Rauchern, die vor etlichen Lokalen in der Kälte standen, sich brav und gehorsam der Anti-Raucher-Treibjagd beugten und zum Rauchen rausgingen aus dem (hoffentlich) gemütlich geheizten Lokal.

Was mir in letzter Zeit in dem Zusammenhang auch auffällt: Früher fanden viele überhaupt nichts dabei, stundenlang in verqualmten Kneipen zu sitzen und anderntags denselben Pullover noch mal anzuziehen, jetzt sind viele sehr etepetete geworden. »Das stinkt ja so widerlich nach Rauch!« meckern sie, wenn ihre Sachen nur mal ein Viertelstündchen in verrauchter Luft waren. Die Prinzessin auf der Erbse, Anti-Rauch-Ausführung sozusagen. Fällt schon in Ohnmacht, wenn sich am anderen Ende eines turnhallengroßen Saals einer eine anzündet ...

Nachtrag 2: Was ebenso penetrant auffällt, ist die wachsende Zahl der Handyläden in der Altstadt :-(

16.12.10

Weihnachtsfreuden - »von der lieben Mami«!

Letzten Samstag war ich soweit, daß ich mich in Winterfreuden stürzte: Kalte Füße und beschlagene Scheiben, dreckiger Schneematsch auf dem Boden, muffige, nasse Mäntel in überfüllten Zügen - auf zum Tübinger Weihnachtsmarkt, diesmal nicht mit dem Auto.
Mein Kumpel D. kam aber mit dem Auto - und brauchte eine halbe Stunde länger als geplant, weil er keinen Parkplatz fand.
Ich erwartete ihn in der Lobby der Kreissparkasse. Irgend jemand hatte vor zwei Monaten einen Kontoauszug verloren, ich las ihn mit Interesse: »263 Euro: Kindesunterhalt von der lieben Mami; 400 Euro: Extra von der lieben Mami.« Sieh an, es müssen also nicht immer Männer von Frauen geschröpft werden, es geht auch andersrum! In gehobener Stimmung begab ich mich mit Freund D. in den glühweingeschwängerten Tübinger Weihnachtsmarkttrubel, bis hin zu der Kneipe »Hades« mit ihrem »Ausgang für Zechpreller«, einer dunklen, telefonzellengroßen Sackgasse.-
Diesen Mittwoch nun letzter Abend des Steptanzkurses für dieses Jahr. Nach dem Kurs gehen wir noch ins »Lomo«, eine Cocktailbar, in der man auch mexikanisch essen kann und in der ich mich mit meinem Assistenten und Freund D. (demselben wie vom Weihnachtsmarkt) jeden Freitagabend zur »After-work-party« treffe. Herrliche Fajitas, herrlicher Planter's Punch. Aber anschließend bleibe ich beim Herausfahren aus der Seitengasse, in der ich gratis parkte, stecken und rutsche fast in Querlage, nur weil es leicht bergauf geht. Ganz vorsichtig schaffte ich es 200 Meter weit rückwärts heraus ...
Da hofft man nun auf den Klimawandel und einen milden Winter, und alles bleibt in Glatteis und wildem Schneetreiben stecken. Mit Müh und Not kam ich auf meinen Sommerreifen wieder nach Hause.
Dort sah ich einen Krimi, der sich zur Hälfte nur darum drehte, mit Hilfe irgendwelcher Handynutzungstabellen einen Bösewicht zu überführen, mindestens aber Menschen zu überwachen. Und wieder einmal nahm ich mir vor, niemals mehr ein Handy zu kaufen ;-)

Falls wir uns vorher nicht mehr lesen: Ich wünsche allen Lesern und MARTERPFAHL-Freunden frohe Weihnachten und ein gesegnetes neues Jahr!

9.12.10

Jodeln wie ein Muezzin?

Aus allen Wolken fiel ein Grazer, der neben einer Moschee wohnt und beim Rasenmähen seiner Fröhlichkeit einfach durch Jodeln Ausdruck verleihen wollte. Die Moslems fanden das gar nicht schön, sahen darin vielmehr ein verächtliches Nachäffen des Muezzins, und das angerufene Gericht kam zu derselben Ansicht. 800 Euro Strafe.

»Schieß den Muezzin!« - ein Online-Spiel der steirischen FPÖ. Auch dagegen läuft jetzt ein Prozeß.

»Die Arroganz der Lektorinnen« ...

... beklagt mein Bestsellerautor Tomás de Torres in seinem brandneuen Blog:

Unerträglich!

Der Buchhandel ist - bis auf einige belanglose Kapitalgeber und Chefs ;-) - fest in Frauenhand, und da kann dann schon mal das passieren, was meinem Autor Arne Hoffmann auf Verlagssuche für sein feminismuskritisches Buch »Sind Frauen bessere Menschen?« passierte: »Tut mir leid, meine Lektorinnen weigern sich einfach, dieses Buch auch nur zu lesen!« - so ein hilfloser Chef. Ein Glück, daß es auch noch andere gibt - solche wie mich zum Beispiel ... :-)

Stellen Sie sich darin einfach zwei Möpse vor und darüber ein arrogant erhobenes Näschen, und schon haben Sie eine Lektorin.

Kuschelpädagogik zum Nikolaustag ...

... ist völlig unangebracht. Das gilt nicht nur für den christlichen Teil der Welt:

Rohrstockzüchtigung einer Frau in Banda Aceh, Indonesien, gemäß der Scharia.

An sich wollte ich hier schöne Bilder zum Anti-Kuschelpädagogik-Knecht-Ruprecht-Thema hier bringen: Was man mit unartigen Kindern so macht. Ein Schnuller mit einer »Kirsche« aus einem Kaktus. Eine Rutsche, die am unteren Ende wie ein Reibeisen ausgestattet ist. Und so weiter. »I love it!« schrieb mir der Freund, der mir das mailte, darunter. Aber leider verdient mein Rechner mittlerweile selbst eine Züchtigung - oder sein Hersteller. Wieso kriegen es die PC-Hersteller nicht fertig, daß die PCs wenigstens fünf Jahre ohne Zicken laufen? Meiner, kaum zwei Jahre jung, muß jetzt schon wieder in die Werkstatt, aus der er gerade gekommen ist, und die alte Mail mit den erwähnten schönen Bildern ist wahrscheinlich futsch, zumindest finde ich sie nimmer ... (Deswegen auch das verspätete Posting: Ich war eine Woche lang offline ...)

30.11.10

Robin Hood oder was?

Zuerst war es die Musikbranche, die von den Raubkopien betroffen war, so sehr, daß die Musikmesse »Popcom« (bei der Schreibweise bin ich unsicher) in Berlin (immer knapp vor der Marathon-Messe im September) eingegangen ist. Immerhin konnte man sich damit trösten, daß die vielen kleinen Musikmacher, die »Mittelständler« der Branche, noch am wenigsten betroffen waren.

Dann sah ich vor Wochen - vor der Frankfurter Buchmesse - in der FAZ einen Artikel, daß immer mehr Verlage darunter litten, daß ihre Bücher gratis ins Netz gestellt würden. Zumeist handle es sich um Fachbücher. Aha. Ja - die zwei oder drei Mal, daß Texte von mir oder einem Konkurrenz-SM-Kleinverlag im Netz auftauchten, das hatte sich schnell und unbürokratisch erledigt.

Mist, jetzt hab ich's auch getan! Ist schon eine Plage der heutigen Zeit: das Raubkopieren. (»Geld, Scheck, Kreditkarten - pack aus, aber dalli!« - »Was ist denn das?« - »Das Neueste - ein Raubkopierer!« - »Wird's bald?«)

Einer meiner Autoren war mal mit einem in einem anderen Verlag erschienen Buch betroffen - das Buch war auf einer Website im Volltext dargestellt, die einem »Prinzen von x« (x = ein afrikanisches Land) gehörte. Aufwendig zu löschen.

Und jetzt bin ich mit gleich zwei Titeln betroffen, mit welchen, sage ich nicht. Diesmal haben sich die Raubkopierer sogar die Mühe gemacht zu tun, was ich erst nächstes Jahr - vielleicht! - in Angriff nehmen wollte: Sie haben die Titel in ein Ebook konvertiert und so ins Netz gestellt.

Nun möchte ich bloß wissen: Handeln die Typen auf eigene Rechnung, oder halten die sich für so eine Art modernen Robin Hood, so einen »Rächer der Enterbten«, der den pöhsen reichen Verlagen was wegnimmt und es den Armen im Geiste gibt?

Jedenfalls wird's für einen Urheberrechtsspezialisten bei Stuttgart bald was zu tun geben ...

29.11.10

Himmel und Hölle

Die Sonntags-FAZ sorgt doch immer wieder für Unterhaltung. Diesen Sonntag gab es einen ganzseitigen Artikel der Moskauer Korrespondentin, der in Tagebuchform das ganze Ausmaß die Gesetzlosigkeit Rußlands, dieses Landes mit der vierfachen Mordrate der USA, schilderte: Immer wieder fahren Oligarchen in gepanzerten Limousinen Fußgänger und Kleinwagen platt, und nichts geschieht, gegen Investoren und Straßenbauer Opponierende werden zu Krüppeln geschlagen, und nichts geschieht usw. usf. Daneben eine Kurzmeldung: »Ein Gemälde des britischen Künstlers Mark Sinckler schockiert im Moment die Londoner Bürger. Der muslimische Künstler stellt nun, pünktlich zum Start der Untersuchungen über das Bombenattentat vom 7. Juni 2005, ein Gemälde aus, das den vom Selbstmordattentäter Hasib Hussain gesprengten Bus der Linie 30 zeigt. Aus dem zerstörten Bus steigen vier Engel in den Himmel, welche die vier an den Anschlägen beteiligten Attentäter symbolisieren. Auf der anderen Seite werden viele nackte Menschen zur Seite aus dem Bild gezogen, was darauf hinweist, daß die Seelen der getöteten Passagiere in die ewige Verdammnis gehen müssen. Das Bild ist nur eine Meile von dem Ort ausgestellt, in dem die 13 Pendler sterben mußten. Trotz des geringen Preises von 3.500 Pfund hat sich aber bisher kein Verkäufer gefunden.«

Himmel oder Hölle? Das ist hier die Frage - für uns, für den abgebildeten Herrn wohl eher nicht ...

Eigentlich wären schon 3,50 Pfund zuviel für dieses Haß-Werk.

Die heutige Montagsausgabe der FAZ berichtet, daß der Großmufti Ägyptens bei seinem kürzlichen Besuch in der Schweiz die Einrichtung eines Gremiums von Rechtsgelehrten zur Abfassung von Fatwas für die Eidgenossenschaft anregte. Das fehlt dem Alpenländchen gerade noch ... Er stieß zwar auf Widerspruch auch von seiten schweizerischer Muslime, aber allein schon auf eine solche Idee zu kommen ist bereits ... nun, zeugt nicht eben von Einfühlungsvermögen, sagen wir es mal so.

Einen Mangel an Einfühlungsvermögen zeigt auch Nicolas Blancho, ein zum Islam Konvertierter aus Biel, der Verbindungen zu Terroristen hat, Steinigungen billigt und die Scharia gern in der Schweiz eingeführt sähe. Hier einer von mehreren Artikeln über diesen Herrn: Tagesanzeiger.

Wann war der Anschlag in London? 2005? Vor einigen Tagen las ich beim Archivieren von mir aufgehobener Zeitungsausschnitte der FAZ auf der Rückseite eines Artikels von 2005 eine Meldung aus Belgien: Belgische Parlamentarier sagten ein gemeinsames Bankett mit iranischen Politikern ab, weil die verlangten, daß auf dieser Veranstaltung kein Alkohol ausgeschenkt werden solle. Wohlgemerkt, die Iraner verzichteten nicht nur selbst auf Alkohol (was ihnen selbstverständlich freistand), sie verlangten, daß auch die Belgier keinen haben sollten. Damit unterscheiden sie sich in nichts von jenen Neuköllner muslimischen Eltern, die verlangen, daß die ganze Schulkantine schweinefleischfrei zu sein und am Ramadan geschlossen zu sein habe, nur weil sie selbst es so präferieren. Der Rest der Welt soll nach der muslimischen Pfeife tanzen. - Als dann noch ein führender muslimischer Politiker sich weigerte, einer Frau, in diesem Falle der belgischen Parlamentspräsidentin, wenn ich mich recht entsinne, die Hand zu schütteln, sagte die wiederum einen geplanten Empfang ab (ebenfalls 2005).

Wie weit weg erscheinen heute die 70er Jahre! Türkische Mädchen, die damals in Deutschland aufwuchsen, berichten, damals habe das Kopftuch überhaupt keine Rolle gespielt. (Und der Ramadan meiner Erinnerung auch nicht.) So ändern sich die Zeiten, und das nicht zum Besseren ...

25.11.10

Weltmännertag und Welttoilettentag

Den Morgen des 3. November erlebte ich in einer Pension in Lauenburg. Aus dem Nebenraum des »Frühstückszimmers« erklang aus dem Radio Grönemeyers »Männer«-Song und darauf die Stimme des Moderators: »Heute ist Weltmännertag ...«

Richtig, dachte ich. Wieder einmal dieser Tag, den einige Wiener vor Jahren mit Gorbatschow als Schirmherrn initiiert haben, und die Medien sind jetzt allmählich so weit, daß sie ihn nicht mehr vergessen und auch nicht mehr bewitzeln, sondern allmählich mal zu den echten Problemen der Männer vordringen (Zwangswehrdienst, »Unterhaltssklaverei«, Umgangsboykott ...)

Doch es gibt, wie ich zwei Wochen später erfuhr, noch einen zweiten Weltmännertag, von Trinidad initiiert. »Trinidad wäre mir schon lieber als Moskau«, schrieb ein Männerrechtler in einem Onlineforum. »In Trinidad wären wir willkommen«, entgegnete einer und untermalte das mit diesem Bild:

Was kaum einer weiß: der 19. November ist auch Welttoilettentag:

40 % der Menschheit könnten sich nicht glücklich schätzen, eine solche oder überhaupt eine Toilette zu besitzen, meldete die Welttoilettenorganisation WTO (nicht zu verwechseln mit der Welthandelsorganisation WTO). Die Verwirklichung der Devise »Hau wech die Scheiße!« scheitere oft an diesem Mangel an Toiletten. Genau.

20.11.10

Zoll stoppt 40.000 »Heizbälle« wegen Sprengstoffverdacht

Die schöne Aktionen gegen das EU-Glühbirnenverbot (siehe unten) ist bedroht. Nun wird eine Ladung von 40.000 frisch importierten »Heizbällen« unter dem Vorwand des Sprengstoffverdachts vom Zoll festgehalten. Näheres hier:

Heizbälle gestoppt?

11.11.10

IKEA - entdecke die Möglichkeiten!

Stellen Sie sich vor, sie gehen mit ihrem herzigen Hundi in ihren örtlichen IKEA und werden gleich am Eingang von einem netten Fotografen angesprochen - und schließlich werden Sie mitsamt Ihrem Hund Coverboy des nächsten IKEA-Katalogs - so geschehen meinem Schweizer Autor Hans-Peter Lepper:

Um so größer seine Enttäuschung, als er neulich wieder einmal - natürlich mit Hund - zu IKEA wollte und man ihm am Eingang klarmachte, daß Hunde in dem »unmöglichen Möbelhaus« leider nicht mehr erwünscht seien ...

Ein allerdings in diesem Falle nur theoretisches Verbot, denn als Hund eines invaliden Frührentners genießt der Hund meines Autors ähnliche oder gleiche Privilegien wie Blindenhunde, d. h. er dürfte auch in Fleischereien und Lebensmittelgeschäfte - worauf mein Autor aber rücksichtsvollerweise verzichtet. Die IKEA-Leute sind da nicht ganz so rücksichtsvoll mit den Empfindungen anderer Leute ...

19.10.10

Niqabitch - die Schleierschlampen

Auf ungewöhnliche Art und Weise protestierten Französinnen - muslimische und nichtmuslimische - unlängst gegen das vor Monaten vom französischen Parlament verabschiedete Burka- und Niqabverbot: Obenrum vollverschleiert, untenrum mit Minirock und Stöckelschuhen.

So sollten sie mal durch die Problem-Vorstädte stöckeln, die Schleierschlampen, schlug ein Kommentator im Internet vor. Wäre doch bestimmt auch wahnsinnig lustig - oder?

bofewo 6-8.3.'26

 äläl                   äläl