Der strenggläubig christlichen Familie Romeike aus Bietigheim wurde in Tennessee Asyl geboten, nachdem der deutsche Staat es abgelehnt hatte, ihnen zu gestatten, die Kinder zu Hause zu unterrichten:
»Gegen alle amerikanischen Werte!«
Reisende soll man nicht aufhalten. Wir brauchen keine Parallelgesellschaften, weder islamistische noch fundamentalchristliche. Darum gute Reise in den »bible belt« für alle diejenigen deutschen Eltern, die ähnlich denken!
... gibt es hier jetzt, überwacht von unserem »Senior Publisher« Rudi Marterpfahl, geliefert von unseren Spitzenagenten Raymond Schaendler, Séamus Bomb und anderen, die wissen, worauf's ankommt ... Auch Zeitgeschehen und Politik wird's weiterhin geben, wenn's nicht zu sehr nervt ...
31.1.10
27.1.10
Biernotstand in Belgien
Biernotstand in Belgien, Panikkäufe in Supermärkten meldete die FAZ am Samstag:
»Biernotstand rettet Arbeitsplätze«
Hintergrund: Als die weltgrößte Brauerei Inbev einen Arbeitsplatzabbau ankündigte, blockierten erboste Arbeiter die Firma. »Aus dem spontanen Widerstand erwuchs eine nationale Bierkrise. Kein[e] (...) einzige Flasche Bier hat seitdem die Brauereien in Löwen, Lüttich und Hoegarden verlassen. (...) Selbst Biere anderer Marken sind derzeit nur schwer zu bekommen. Die Konkurrenz konnte das Loch offenbar nicht schließen, das AB Inbev gerissen hat. Mit seinen Bieren Stella Artois, Jupiler und Hoegarden hat der Konzern einen Marktanteil von fast 60 Prozent in Belgien. (...) Bald ist der [zweiwöchige] Biernotstand vorüber. Spätestens bis am Wochenende sollen alle Barrikaden abgebaut worden sein.«
Die Bevölkerung reagierte mit Panikkäufen, auch wenn sie sich in Umfragen mit der Belegschaft solidarisch erklärt hatte. Es sei nicht einzusehen, weshalb ein Konzern in der Gewinnzone so viele Mitarbeiter entlassen müsse. AG Inbev mußte einlenken und den Plan zum Arbeitskräfteabbau begraben - oder werden sie nur nach Deutschland verlagert? Bei der Konzernmarke Beck's in Bremen etwa? Werden dort gleich 500 Mitarbeiter »freigesetzt«? Proteste gibt's aber noch nicht - typisch Deutschland?
Der Wirt jedenfalls, der dem FAZ-Artikel als Aufhänger diente, hatte vorgesorgt, reichlich eingekauft und konnte so weiterhin bis zu 500 »Pintjes« Stella Artois täglich ausschenken, das kleine Glas zu 1,40 Euro.
Konnten das Loch nicht schließen: Orval und seine Klosterbräu-Brüder

Na, da hab ich ja Glück gehabt, daß ich schon im September in Belgien war - oder Pech, so was Aufregendes verpaßt zu haben?
»Biernotstand rettet Arbeitsplätze«
Hintergrund: Als die weltgrößte Brauerei Inbev einen Arbeitsplatzabbau ankündigte, blockierten erboste Arbeiter die Firma. »Aus dem spontanen Widerstand erwuchs eine nationale Bierkrise. Kein[e] (...) einzige Flasche Bier hat seitdem die Brauereien in Löwen, Lüttich und Hoegarden verlassen. (...) Selbst Biere anderer Marken sind derzeit nur schwer zu bekommen. Die Konkurrenz konnte das Loch offenbar nicht schließen, das AB Inbev gerissen hat. Mit seinen Bieren Stella Artois, Jupiler und Hoegarden hat der Konzern einen Marktanteil von fast 60 Prozent in Belgien. (...) Bald ist der [zweiwöchige] Biernotstand vorüber. Spätestens bis am Wochenende sollen alle Barrikaden abgebaut worden sein.«
Die Bevölkerung reagierte mit Panikkäufen, auch wenn sie sich in Umfragen mit der Belegschaft solidarisch erklärt hatte. Es sei nicht einzusehen, weshalb ein Konzern in der Gewinnzone so viele Mitarbeiter entlassen müsse. AG Inbev mußte einlenken und den Plan zum Arbeitskräfteabbau begraben - oder werden sie nur nach Deutschland verlagert? Bei der Konzernmarke Beck's in Bremen etwa? Werden dort gleich 500 Mitarbeiter »freigesetzt«? Proteste gibt's aber noch nicht - typisch Deutschland?
Der Wirt jedenfalls, der dem FAZ-Artikel als Aufhänger diente, hatte vorgesorgt, reichlich eingekauft und konnte so weiterhin bis zu 500 »Pintjes« Stella Artois täglich ausschenken, das kleine Glas zu 1,40 Euro.
Konnten das Loch nicht schließen: Orval und seine Klosterbräu-Brüder

Na, da hab ich ja Glück gehabt, daß ich schon im September in Belgien war - oder Pech, so was Aufregendes verpaßt zu haben?
2 plus 2 ist 4
Die TAZ berichtete unlängst verblüfft, daß Feministinnen besonders häufig zur Islamkritik neigten - mit anderen Worten: Sie hat entdeckt, daß zwei plus zwei vier ist.
Was hätten (westliche) Frauen schon vom Islam zu erwarten außer (bestenfalls) Türkei light und schlimmstenfalls so was wie Saudi-Taliban (mit Zwangsvermummung, Schulverbot, Fahrverbot und so)? Eine Verbesserung gewiß nicht. Eine marokkanische Professorin äußerte vor Jahren mal kopfschüttelnd, sie könne sich den Übertritt westlicher Frauen zum Islam nur mit einem gehörigen Schuß Masochismus bei den betreffenden Frauen erklären ... Wenn Sie mal eine Mußestunde haben, verehrter Leser, dann schauen Sie sich mal die Kontaktanzeigen auf Muslima.com an. Klicken Sie nur die verschleierten Frauen an - das sind die schärfsten :-) Mit etwas Glück werden Sie erstaunliche Texte finden. Da möchte z. B. eine dänische Frau ihrem algerischen Wunschpartner beweisen, welch gehorsame Ehefrau sie sein kann, da schreibt eine aus Los Angeles: »I'm a perfect muslima and obeing every command of you, my man, my master!«, und eine vollvermummte 18jährige Bosnierin schreibt aus Oslo: »Es ist Allahs Wille, daß ich einen konservativen, traditionellen Moslem heirate, mich ihm unterordne und ihm viele Kinder schenke. Sollte ich seine Zweit-,Dritt- oder Viertfrau sein, dann ist auch das Allahs Wille.« Und für alle Begriffsstutzigen, die »Allahs« Willen immer noch nicht verstanden haben, fügt sie noch hinzu, es möchten sich doch bitte nur diejenigen melden, die verstünden, daß der Islam die Männer über die Frauen stelle. (Ob die inzwischen unter der Haube ist? Nein, da ist sie noch, nicht mehr in der Hauptübersicht, aber immerhin. Die ist schon für eine scharfe Phantasie gut - aber ernsthaft auf Schinkenbrot und Bier verzichten wollte ich dann doch nicht - und auf meinen »Porno-Verlag«, wie die Muslime ihn nennen würden, erst recht nicht. Lieber noch eine scharfe Geschichte über in Harems verschleppte Europäerinnen schreiben :-).) Oft frag ich mich als SMer bei solchen Kontaktanzeigen, ob die Damen glücklich werden, wenn sie geliefert bekommen, was sie bestellt haben. Es KÖNNTE sich als ein Tunnelspiel von ungeahnter Dauer erweisen ... (»Tunnelspiele« sind Spiele, bei denen man nicht zwischendurch abbrechen oder aussteigen kann - im Nicht-SM-Bereich z. B. ein Transatlantikflug.)
Tja, mit dem Aussteigen ist das so eine Sache. Für viele Inder und Südostasiaten sei der Übertritt zum Christentum wie eine Befreiung, sei es vom indischen Kastenwesen oder von der muslimischen Bevormundung. Leider sehen das die herrschenden Bevormunder gar nicht gern und reagieren oft mit Gewalt und Repressalien, wie die Sonntags-FAZ berichtet: Eine Schutzmauer um das Gotteshaus.
Derweil wurden in Deutschland bei einer Razzia frauenfeindliche muslimische Bücher beschlagnahmt, wie die WELT berichtet. »Frauen im Schutz des Islam« heißt das inkriminierte Werk, aus Saudi-Arabien stammend (woher sonst - wo Geld und schlechter Geschmack sich vereinen) und natürlich die körperliche Züchtigung der Frauen bejahend (wenn alles gute Zureden nicht geholfen habe ...). Blaue Flecken dürfe es allerdings nicht geben, heißt es. Das dürfte es bei manchen Frauen mit empfindlichem Untergewebe schwierig machen - da kann man(n) dann nur noch Wattebäuschchen werfen ... Auch als Demütigung oder Zwang, etwas gegen ihren Willen zu tun, dürften Frauen eine solche Züchtigung nicht auffassen (was dann sonst?). Jedenfalls habe sich eine solche Strafe auch bei »kontrollierenden oder führenden Frauen« bewährt; das seien jene, die »überprüfen, führen und die Angelegenheiten ihrer Ehemänner leiten wollen, indem sie sie herumschicken, ihnen Befehle erteilen und sie kommandieren.« Hausdrache à la Saudi-Arabien. Na toll. Ja, vielleicht ist da eine Züchtigung wirklich angebracht, dann hört das Generve und die Bevormundung vielleicht endlich auf. (»Deine Frauen sollst du hauen, eh sie dir den Tag versauen« - alte arabische Weisheit.) Noch besser wirke es aber bei den »unterwürfigen Frauen«: Diese genössen es regelrecht, geschlagen zu werden, stellen die Saudis unter Berufung auf einen europäischen Psychologen namens Holdfield fest.
Ob da dann eine Züchtigung noch den gewünschten Effekt erzielt? Die iranischen Mullahs meinten »nein« und verboten strafrechtliche Auspeitschungen für Masochisten, da sie wirkungslos blieben (so las ich's vor Jahren mal).
Das mit dem Masochismus haben die Moslems also auch schon begriffen. Dagegen wäre auch nichts einzuwenden, wenn nicht auch nichtmasochistische Frauen gänzlich »nonkonsensuell«, wie die SM-Szene sagen würde, »zwangsbeglückt« würden.
Und solange das so ist, kann ich die Feministinnen verstehen, daß sie dem Islam kritisch gegenüberstehen. Eine blinde Henne findet auch mal 'n Korn.
»Ich wünsche mir einen Mann, der an mir vor allem die äußere Erscheinung schätzt«, schreibt auf französisch (»... qui aime ma physique«) diese 19jährige Muslima aus Straßburg. Dabei sieht man doch gar nichts von ihrem Äußeren - oder ist gerade das gemeint? Das Bild sage alles, fügt sie, die erst im Begriff, ist, zum Islam zu konvertieren, noch hinzu. In der Tat ... - Mit solchen Bildern dürfte es nach Sarkozys geplantem Burkaverbot schwierig werden - sie müßte über die Grenze nach Kehl ziehen ;-) (Quelle: muslima.com)

PS: Kürzlich einen Artikel in der FAZ gelesen (find ich jetzt nimmer) über ein Kolleg, wo muslimische, jüdische und christliche Geistliche zusammen lernen. In puncto Frauenrechte waren sie sich alle einig: Wehre den Anfängen! Wenn sich die Frauen ihrer Rechte erst einmal bewußt seien, sei mit ihnen nichts mehr anzufangen ... - In einer konservativ-christlichen Teestube in Inverness, Schottland, die ich 1994 besuchte, wurde das in einer Broschüre auch angesprochen: Es sei ja heutzutage ein heikles Thema, hieß es, aber echt christliche Ehefrauen schuldeten ihrem Manne Gehorsam in allem, was nicht wider den Glauben sei. Tja - so ist das nun mal! ;-)
Was hätten (westliche) Frauen schon vom Islam zu erwarten außer (bestenfalls) Türkei light und schlimmstenfalls so was wie Saudi-Taliban (mit Zwangsvermummung, Schulverbot, Fahrverbot und so)? Eine Verbesserung gewiß nicht. Eine marokkanische Professorin äußerte vor Jahren mal kopfschüttelnd, sie könne sich den Übertritt westlicher Frauen zum Islam nur mit einem gehörigen Schuß Masochismus bei den betreffenden Frauen erklären ... Wenn Sie mal eine Mußestunde haben, verehrter Leser, dann schauen Sie sich mal die Kontaktanzeigen auf Muslima.com an. Klicken Sie nur die verschleierten Frauen an - das sind die schärfsten :-) Mit etwas Glück werden Sie erstaunliche Texte finden. Da möchte z. B. eine dänische Frau ihrem algerischen Wunschpartner beweisen, welch gehorsame Ehefrau sie sein kann, da schreibt eine aus Los Angeles: »I'm a perfect muslima and obeing every command of you, my man, my master!«, und eine vollvermummte 18jährige Bosnierin schreibt aus Oslo: »Es ist Allahs Wille, daß ich einen konservativen, traditionellen Moslem heirate, mich ihm unterordne und ihm viele Kinder schenke. Sollte ich seine Zweit-,Dritt- oder Viertfrau sein, dann ist auch das Allahs Wille.« Und für alle Begriffsstutzigen, die »Allahs« Willen immer noch nicht verstanden haben, fügt sie noch hinzu, es möchten sich doch bitte nur diejenigen melden, die verstünden, daß der Islam die Männer über die Frauen stelle. (Ob die inzwischen unter der Haube ist? Nein, da ist sie noch, nicht mehr in der Hauptübersicht, aber immerhin. Die ist schon für eine scharfe Phantasie gut - aber ernsthaft auf Schinkenbrot und Bier verzichten wollte ich dann doch nicht - und auf meinen »Porno-Verlag«, wie die Muslime ihn nennen würden, erst recht nicht. Lieber noch eine scharfe Geschichte über in Harems verschleppte Europäerinnen schreiben :-).) Oft frag ich mich als SMer bei solchen Kontaktanzeigen, ob die Damen glücklich werden, wenn sie geliefert bekommen, was sie bestellt haben. Es KÖNNTE sich als ein Tunnelspiel von ungeahnter Dauer erweisen ... (»Tunnelspiele« sind Spiele, bei denen man nicht zwischendurch abbrechen oder aussteigen kann - im Nicht-SM-Bereich z. B. ein Transatlantikflug.)
Tja, mit dem Aussteigen ist das so eine Sache. Für viele Inder und Südostasiaten sei der Übertritt zum Christentum wie eine Befreiung, sei es vom indischen Kastenwesen oder von der muslimischen Bevormundung. Leider sehen das die herrschenden Bevormunder gar nicht gern und reagieren oft mit Gewalt und Repressalien, wie die Sonntags-FAZ berichtet: Eine Schutzmauer um das Gotteshaus.
Derweil wurden in Deutschland bei einer Razzia frauenfeindliche muslimische Bücher beschlagnahmt, wie die WELT berichtet. »Frauen im Schutz des Islam« heißt das inkriminierte Werk, aus Saudi-Arabien stammend (woher sonst - wo Geld und schlechter Geschmack sich vereinen) und natürlich die körperliche Züchtigung der Frauen bejahend (wenn alles gute Zureden nicht geholfen habe ...). Blaue Flecken dürfe es allerdings nicht geben, heißt es. Das dürfte es bei manchen Frauen mit empfindlichem Untergewebe schwierig machen - da kann man(n) dann nur noch Wattebäuschchen werfen ... Auch als Demütigung oder Zwang, etwas gegen ihren Willen zu tun, dürften Frauen eine solche Züchtigung nicht auffassen (was dann sonst?). Jedenfalls habe sich eine solche Strafe auch bei »kontrollierenden oder führenden Frauen« bewährt; das seien jene, die »überprüfen, führen und die Angelegenheiten ihrer Ehemänner leiten wollen, indem sie sie herumschicken, ihnen Befehle erteilen und sie kommandieren.« Hausdrache à la Saudi-Arabien. Na toll. Ja, vielleicht ist da eine Züchtigung wirklich angebracht, dann hört das Generve und die Bevormundung vielleicht endlich auf. (»Deine Frauen sollst du hauen, eh sie dir den Tag versauen« - alte arabische Weisheit.) Noch besser wirke es aber bei den »unterwürfigen Frauen«: Diese genössen es regelrecht, geschlagen zu werden, stellen die Saudis unter Berufung auf einen europäischen Psychologen namens Holdfield fest.
Ob da dann eine Züchtigung noch den gewünschten Effekt erzielt? Die iranischen Mullahs meinten »nein« und verboten strafrechtliche Auspeitschungen für Masochisten, da sie wirkungslos blieben (so las ich's vor Jahren mal).
Das mit dem Masochismus haben die Moslems also auch schon begriffen. Dagegen wäre auch nichts einzuwenden, wenn nicht auch nichtmasochistische Frauen gänzlich »nonkonsensuell«, wie die SM-Szene sagen würde, »zwangsbeglückt« würden.
Und solange das so ist, kann ich die Feministinnen verstehen, daß sie dem Islam kritisch gegenüberstehen. Eine blinde Henne findet auch mal 'n Korn.
»Ich wünsche mir einen Mann, der an mir vor allem die äußere Erscheinung schätzt«, schreibt auf französisch (»... qui aime ma physique«) diese 19jährige Muslima aus Straßburg. Dabei sieht man doch gar nichts von ihrem Äußeren - oder ist gerade das gemeint? Das Bild sage alles, fügt sie, die erst im Begriff, ist, zum Islam zu konvertieren, noch hinzu. In der Tat ... - Mit solchen Bildern dürfte es nach Sarkozys geplantem Burkaverbot schwierig werden - sie müßte über die Grenze nach Kehl ziehen ;-) (Quelle: muslima.com)

PS: Kürzlich einen Artikel in der FAZ gelesen (find ich jetzt nimmer) über ein Kolleg, wo muslimische, jüdische und christliche Geistliche zusammen lernen. In puncto Frauenrechte waren sie sich alle einig: Wehre den Anfängen! Wenn sich die Frauen ihrer Rechte erst einmal bewußt seien, sei mit ihnen nichts mehr anzufangen ... - In einer konservativ-christlichen Teestube in Inverness, Schottland, die ich 1994 besuchte, wurde das in einer Broschüre auch angesprochen: Es sei ja heutzutage ein heikles Thema, hieß es, aber echt christliche Ehefrauen schuldeten ihrem Manne Gehorsam in allem, was nicht wider den Glauben sei. Tja - so ist das nun mal! ;-)
Bloggende Hühner
Ein blindes Huhn findet auch mal 'n Korn, heißt es. Ganz schön viele »Körner«, um nicht zu sagen »Perlen« findet der Tübinger Satiriker-, Literaten-, Verleger- und Journalistenstammtisch »Unser Huhn«, der vor über 20 Jahren aus einem Seminar des Tübinger Rhetorikprofessors Walter Jens hervorging. Er ist nämlich neuerdings unter die Blogger gegangen. Oder ist das alles nur viel Gegacker um viele Windeier?
Urteilen Sie selbst.
Das bloggende Huhn
Urteilen Sie selbst.
Das bloggende Huhn
»Stuttgarter Zeitung« würdigt SM-Kunstausstellung
Überraschenderweise hat die eher konservative Stuttgarter Zeitung einen recht positiven Artikel über Woschofius' Fotoausstellung »Das Höllentor« gebracht.
(Woschofius betreibt das SM-Onlineportal »Nachtwärtz« und hat schon bei verschiedenen Gelegenheiten mit dem Marterpfahl Verlag zusammengearbeitet.)
(Woschofius betreibt das SM-Onlineportal »Nachtwärtz« und hat schon bei verschiedenen Gelegenheiten mit dem Marterpfahl Verlag zusammengearbeitet.)
18.1.10
Qualitätsjournalismus und Blogosphäre
In der aktuellen Sonntags-FAZ geht Jaron Lanier, 49 und einer der Pioniere des Internets, hart mit der Internet-Gratiskultur und der »Blogosphäre« ins Gericht. Einige Auszüge aus dem ganzseitigen Artikel:
»›Informationen wollen frei sein‹, heißt es. Stewart Brand, der Begründer des ›Whole Earth Catalog‹, eines legendären Verzeichnisses relevanter Publikationen der Gegenkultur, scheint es als Erster gesagt zu haben. Ich behaupte: Informationen verdienen es nicht, frei zu sein. Die Cyber-Totalitaristen tun gerne so, als wäre Information lebendig und hätte ihre eigenen Vorstellungen und Ziele.«
Eben. Ein Stuß, der auch durch dauernde Wiederholung nicht wahrer wird. In Worte gekleidete Informationen gehören dem, der sie so formuliert hat - wie ein Garten dem gehört, der ihn gekauft und beackert hat. Logisch.
»In den Anfangstagen der sogenannten offenen Kultur bediente ich mich einer Argumentation, die inzwischen zum Klischee verkommen ist: All die Dinosaurier der alten Ordnung sind rechtzeitig vor der kommenden digitalen Revolution gewarnt worden. Wenn sie sich nicht anpassen können, dann aufgrund ihrer eigenen Dickköpfigkeit, Unbeweglichkeit oder Dummheit. Sie sind selbst Schuld an ihrem Schicksal. So sprachen wir über unsere ersten Opfer wie Plattenfirmen und Zeitungen. (...) Heute vermissen wir sie mehr, als wir je zugeben wollten. Eigentlich geht das Eingeständnis, daß wir die verschwindenden ›Mainstream-Medien‹ vermissen, sogar in Ordnung, solange wir ihnen selbst die Schuld daran geben. 2008 machte Jon Talton in einem populären Blog die Zeitungen für ihren eigenen Niedergang verantwortlich. Da er sich an die Usancen der digitalen Revolution hielt und mit einer stereotypen Anklage schloß, lohnt es sich, ihn ausführlich zu zitieren: ›Das größte Problem ... bestand im Zusammenbruch eines untragbaren Geschäftsmodells. Vereinfacht ausgedrückt, bestand dieses Modell unter anderem darin, kurzberockte Vertreterinnen loszuschicken, damit sie Anzeigen zu Raubritterpreisen an lüsterne alte Gebrauchtwagenhändler und Heimwerkermarktinhaber verkaufen ... Heute geht der Absturz ungebrochen weiter, und der Schaden für unsere Demokratie läßt sich schwerlich übertreiben. Es ist kein Zufall, daß die Vereinigten Staaten just in dem Moment, als der echte Journalismus sich in einer Wagenburg verkroch, in den Irakkrieg gestolpert sind und wie gelähmt vor ihren schwerwiegenden innenpolitischen Herausforderungen stehen. Beinahe könnten die üblichen Verschwörungstheoretiker glauben, es hätte einen Masterplan dafür gegeben, uns dumm zu halten.‹ Dies ist natürlich nur ein kleiner Blogeintrag von Millionen. Er ist aber äußerst bezeichnend für den Tenor der Onlinekommentare. Noch nie hat jemand einen guten Rat für die sterbenden Zeitungen gehabt, aber man hält es immer noch für angemessen, ihnen die Schuld an ihrem eigenen Schicksal zu geben. Dabei wirft dieser phrasendrescherische Beitrag eine wichtige Frage auf, die in Onlinekreisen zu stellen tabu wäre, wenn man sie nicht hübsch in einer Verschmähung der Würde unserer Opfer verpackte: Wäre die amerikanische Geschichte in den vergangenen Jahren irgendwie anders verlaufen, weniger katastrophal, wenn das Geschäftsmodell der Zeitung nicht unter Beschuß gestanden hätte? Gewiß, es gab mehr Blogger, aber zugleich weniger Bob Woodwards und Carl Bernsteins [die die Watergate-Affäre aufgedeckt haben, R. H.], und das in einer Zeit, in der desaströse ökonomische und militärische Entscheidungen getroffen wurden. Die Jahre der Bush-Regierung gelten fast allgemein als eine Katastrophe, zu der der Trug der irakischen Massenvernichtungswaffen ebenso zählt wie die Implosion der Wirtschaft. Und statt sich einer hartnäckigen Presse stellen zu müssen, wurde die Regierung vage auf Blogger hingewiesen, die einander lautstark widersprachen und sich gegenseitig neutralisierten. Diesen oder jenen Skandal haben Blogger gewiß aufgedeckt, aber das taten auch die Blogger von der jeweiligen Gegenseite. Unter dem Strich produzierte die Blogosphäre leeres Gerede, wie es in den heute hochgejubelten flachen und offenen Systemen eigentlich immer geschieht.«
Genauso ist es. Und ich füge noch hinzu: Auch den Schmu bei George Bushs erster Wahl 2000 in Florida (mit den Wählerregistern und anderen »Unregelmäßigkeiten«) - das haben auch nicht die amerikanischen Massenmedien aufgedeckt, dazu brauchte es die BBC und Michael Moore. Einige schließen daraus: Schließt die traditionellen Medien. Andere schließen daraus: Rettet und hebt den traditionellen, professionellen Qualitätsjournalismus.
Der komplette Artikel
So, liebe Leser - jetzt können Sie sich zur Nacht aussuchen, auf welcher Seite ich stehe :-)
»›Informationen wollen frei sein‹, heißt es. Stewart Brand, der Begründer des ›Whole Earth Catalog‹, eines legendären Verzeichnisses relevanter Publikationen der Gegenkultur, scheint es als Erster gesagt zu haben. Ich behaupte: Informationen verdienen es nicht, frei zu sein. Die Cyber-Totalitaristen tun gerne so, als wäre Information lebendig und hätte ihre eigenen Vorstellungen und Ziele.«
Eben. Ein Stuß, der auch durch dauernde Wiederholung nicht wahrer wird. In Worte gekleidete Informationen gehören dem, der sie so formuliert hat - wie ein Garten dem gehört, der ihn gekauft und beackert hat. Logisch.
»In den Anfangstagen der sogenannten offenen Kultur bediente ich mich einer Argumentation, die inzwischen zum Klischee verkommen ist: All die Dinosaurier der alten Ordnung sind rechtzeitig vor der kommenden digitalen Revolution gewarnt worden. Wenn sie sich nicht anpassen können, dann aufgrund ihrer eigenen Dickköpfigkeit, Unbeweglichkeit oder Dummheit. Sie sind selbst Schuld an ihrem Schicksal. So sprachen wir über unsere ersten Opfer wie Plattenfirmen und Zeitungen. (...) Heute vermissen wir sie mehr, als wir je zugeben wollten. Eigentlich geht das Eingeständnis, daß wir die verschwindenden ›Mainstream-Medien‹ vermissen, sogar in Ordnung, solange wir ihnen selbst die Schuld daran geben. 2008 machte Jon Talton in einem populären Blog die Zeitungen für ihren eigenen Niedergang verantwortlich. Da er sich an die Usancen der digitalen Revolution hielt und mit einer stereotypen Anklage schloß, lohnt es sich, ihn ausführlich zu zitieren: ›Das größte Problem ... bestand im Zusammenbruch eines untragbaren Geschäftsmodells. Vereinfacht ausgedrückt, bestand dieses Modell unter anderem darin, kurzberockte Vertreterinnen loszuschicken, damit sie Anzeigen zu Raubritterpreisen an lüsterne alte Gebrauchtwagenhändler und Heimwerkermarktinhaber verkaufen ... Heute geht der Absturz ungebrochen weiter, und der Schaden für unsere Demokratie läßt sich schwerlich übertreiben. Es ist kein Zufall, daß die Vereinigten Staaten just in dem Moment, als der echte Journalismus sich in einer Wagenburg verkroch, in den Irakkrieg gestolpert sind und wie gelähmt vor ihren schwerwiegenden innenpolitischen Herausforderungen stehen. Beinahe könnten die üblichen Verschwörungstheoretiker glauben, es hätte einen Masterplan dafür gegeben, uns dumm zu halten.‹ Dies ist natürlich nur ein kleiner Blogeintrag von Millionen. Er ist aber äußerst bezeichnend für den Tenor der Onlinekommentare. Noch nie hat jemand einen guten Rat für die sterbenden Zeitungen gehabt, aber man hält es immer noch für angemessen, ihnen die Schuld an ihrem eigenen Schicksal zu geben. Dabei wirft dieser phrasendrescherische Beitrag eine wichtige Frage auf, die in Onlinekreisen zu stellen tabu wäre, wenn man sie nicht hübsch in einer Verschmähung der Würde unserer Opfer verpackte: Wäre die amerikanische Geschichte in den vergangenen Jahren irgendwie anders verlaufen, weniger katastrophal, wenn das Geschäftsmodell der Zeitung nicht unter Beschuß gestanden hätte? Gewiß, es gab mehr Blogger, aber zugleich weniger Bob Woodwards und Carl Bernsteins [die die Watergate-Affäre aufgedeckt haben, R. H.], und das in einer Zeit, in der desaströse ökonomische und militärische Entscheidungen getroffen wurden. Die Jahre der Bush-Regierung gelten fast allgemein als eine Katastrophe, zu der der Trug der irakischen Massenvernichtungswaffen ebenso zählt wie die Implosion der Wirtschaft. Und statt sich einer hartnäckigen Presse stellen zu müssen, wurde die Regierung vage auf Blogger hingewiesen, die einander lautstark widersprachen und sich gegenseitig neutralisierten. Diesen oder jenen Skandal haben Blogger gewiß aufgedeckt, aber das taten auch die Blogger von der jeweiligen Gegenseite. Unter dem Strich produzierte die Blogosphäre leeres Gerede, wie es in den heute hochgejubelten flachen und offenen Systemen eigentlich immer geschieht.«
Genauso ist es. Und ich füge noch hinzu: Auch den Schmu bei George Bushs erster Wahl 2000 in Florida (mit den Wählerregistern und anderen »Unregelmäßigkeiten«) - das haben auch nicht die amerikanischen Massenmedien aufgedeckt, dazu brauchte es die BBC und Michael Moore. Einige schließen daraus: Schließt die traditionellen Medien. Andere schließen daraus: Rettet und hebt den traditionellen, professionellen Qualitätsjournalismus.
Der komplette Artikel
So, liebe Leser - jetzt können Sie sich zur Nacht aussuchen, auf welcher Seite ich stehe :-)
Die geheimnisvolle G-Zone
Schon der G-Punkt war geheimnisvoll: Irgendwo tief drinnen und schwer zu finden. Genauso ist es mit der G-Zone: der Gleitzone. Ich meine natürlich die bei der Sozialversicherung ... ;-)
Der Grundgedanke ist ja gar nicht schlecht: Während früher eine starre Grenze zwischen »sozialversicherungsfrei« und »sozialversicherungspflichtig« bestand und infolge dessen viele Jobs aus Kostengründen knapp darunter blieben, gibt es jetzt eine »Gleitzone«, die den Übergang leichter macht.
Leider wird damit auch alles viel komplizierter. Von Monatslohneuro zu Monatslohneuro ändern sich die Beitragssätze. Mit papierenen Tabellen oder kleinen Computerprogrammen sollte das aber kein Problem sein.
Ist es aber leider doch. Während die Krankenkasse meines Teilzeit-Angestellten früher eine Filiale in Mössingen hatte, müssen wir jetzt nach Reutlingen: 15 Kilometer statt drei - und wenn man dann noch zweimal hinfährt (jedesmal bis zu zwei Stunden, alles in allem, bezahlte Arbeitszeit natürlich) und immer noch nicht den neuen Nettolohn des Angestellten weiß, dann ist das ärgerlich. Warum hat nicht jeder Angestellte der Krankenkasse den »Gleitzonenrechner«, wie sie das nennen, auf seinem PC? »Ich komm jetzt nicht in den Gleitzonenrechner rein, aber ich werd das in Stuttgart anfordern, und die faxen Ihnen das zu!« Taten sie aber nicht. Wohlgemerkt: Die Abbuchung der geänderten Sozialabgaben läuft korrekt, aber was meinem Angestellten monatlich netto zusteht, das weiß ich immer noch nicht. Scheint nicht so wichtig zu sein ...
Bis jetzt halte ich noch daran fest, daß es möglich sein muß, ein Kleinunternehmen ohne Steuerberater zu führen, aber wegen so einem organisatorischen Sch*** wie dem beschriebenen geht es vielleicht doch irgendwann nicht mehr ...
Nachtrag 26.1.: Vor einigen Tagen machte mich die DAK Stuttgart telefonisch darauf aufmerksam, daß der Gleitzonenrechner auch online auf www.dak.de zu finden sei - was wohl zugleich auch bedeutete: Von uns haben Sie keine Hilfe mehr zu erwarten - fummeln Sie sich das gefälligst selber zurecht! Na, schau'n wer mal ...
Der Grundgedanke ist ja gar nicht schlecht: Während früher eine starre Grenze zwischen »sozialversicherungsfrei« und »sozialversicherungspflichtig« bestand und infolge dessen viele Jobs aus Kostengründen knapp darunter blieben, gibt es jetzt eine »Gleitzone«, die den Übergang leichter macht.
Leider wird damit auch alles viel komplizierter. Von Monatslohneuro zu Monatslohneuro ändern sich die Beitragssätze. Mit papierenen Tabellen oder kleinen Computerprogrammen sollte das aber kein Problem sein.
Ist es aber leider doch. Während die Krankenkasse meines Teilzeit-Angestellten früher eine Filiale in Mössingen hatte, müssen wir jetzt nach Reutlingen: 15 Kilometer statt drei - und wenn man dann noch zweimal hinfährt (jedesmal bis zu zwei Stunden, alles in allem, bezahlte Arbeitszeit natürlich) und immer noch nicht den neuen Nettolohn des Angestellten weiß, dann ist das ärgerlich. Warum hat nicht jeder Angestellte der Krankenkasse den »Gleitzonenrechner«, wie sie das nennen, auf seinem PC? »Ich komm jetzt nicht in den Gleitzonenrechner rein, aber ich werd das in Stuttgart anfordern, und die faxen Ihnen das zu!« Taten sie aber nicht. Wohlgemerkt: Die Abbuchung der geänderten Sozialabgaben läuft korrekt, aber was meinem Angestellten monatlich netto zusteht, das weiß ich immer noch nicht. Scheint nicht so wichtig zu sein ...
Bis jetzt halte ich noch daran fest, daß es möglich sein muß, ein Kleinunternehmen ohne Steuerberater zu führen, aber wegen so einem organisatorischen Sch*** wie dem beschriebenen geht es vielleicht doch irgendwann nicht mehr ...
Nachtrag 26.1.: Vor einigen Tagen machte mich die DAK Stuttgart telefonisch darauf aufmerksam, daß der Gleitzonenrechner auch online auf www.dak.de zu finden sei - was wohl zugleich auch bedeutete: Von uns haben Sie keine Hilfe mehr zu erwarten - fummeln Sie sich das gefälligst selber zurecht! Na, schau'n wer mal ...
13.1.10
Seit 20 Jahren hatte sie nicht mehr die Hosen an (Rockträger die Zwote)
Was vielen dominanten Herren in einer Ds-Beziehung vorschwebt, hier wurde es ganz locker und leicht verwirklicht (*vor Neid schmelz*): Seit fast 20 Jahren trägt diese Verlegersgattin und vielfache Mutter keine Hosen mehr:
Über die »Sezession« (Abschied) von den Hosen
(Des öfteren las ich, der Autor Arne Hoffmann habe ein extrem weites Spektrum, er publiziere bei rechten Verlagen wie »Edition Antaios« - dem Verleger gehört auch die »Sezession« - als auch beim »Marterpfahl Verlag« - als ob ich in der linken Ecke stünde! Bürgerlichkeit und SM - zumindest manche Arten von SM - gehen doch ganz wunderbar zusammen - ich erinnere mich nur daran, wie in den 90er Jahren mal eine zu Wort kam, die sagte: »Ich mag die SCHLAGZEILEN nicht. Da gerät meine Sexualität in so einen Zusammenhang von Alternativszene und Selbsthilfegruppen - muß man denn links sein, um SMer zu sein?« In der Tat - sie wünschte sich einen stockkonservativen Geschäftsmann als Partner, der ihr bei Problemen umstandslos mit dem Rohrstock das Fell gerbte. Ob sie ihn inzwischen gefunden hat? Ich kam damals leider nicht zum Zug ...)
Über die »Sezession« (Abschied) von den Hosen
(Des öfteren las ich, der Autor Arne Hoffmann habe ein extrem weites Spektrum, er publiziere bei rechten Verlagen wie »Edition Antaios« - dem Verleger gehört auch die »Sezession« - als auch beim »Marterpfahl Verlag« - als ob ich in der linken Ecke stünde! Bürgerlichkeit und SM - zumindest manche Arten von SM - gehen doch ganz wunderbar zusammen - ich erinnere mich nur daran, wie in den 90er Jahren mal eine zu Wort kam, die sagte: »Ich mag die SCHLAGZEILEN nicht. Da gerät meine Sexualität in so einen Zusammenhang von Alternativszene und Selbsthilfegruppen - muß man denn links sein, um SMer zu sein?« In der Tat - sie wünschte sich einen stockkonservativen Geschäftsmann als Partner, der ihr bei Problemen umstandslos mit dem Rohrstock das Fell gerbte. Ob sie ihn inzwischen gefunden hat? Ich kam damals leider nicht zum Zug ...)
Schlager statt Muezzin
(Rockträger die Erste)
Mit Schlagermusik statt mit dem üblichen Gebetsruf wurden die Bewohner der türkischen Schwarzmeerstadt Rize unlängst von sämtlichen Minaretten der Stadt herab beschallt. Unbekannte hatten die zentrale Computersteuerung des Gebetsrufs gehackt und ihn durch eine Schnulze eines 1996 verstorbenen, in der Türkei hochverehrten Schlagersängers ersetzt. Der Künstler war ein bekennender Schwuler und trat des öfteren in Frauenkleidern auf.
Manche Stadtbewohner fanden die Aktion lustig, andere ärgerlich, insbesondere die Geistlichkeit. Einer ihrer Sprecher sagte, man wisse noch nicht, ob es sich um eine Dumme-Jungen-Streich handle oder um eine Provokation.
Quelle: Deutschlandfunk, »Aus Religion und Gesellschaft«
Manche Stadtbewohner fanden die Aktion lustig, andere ärgerlich, insbesondere die Geistlichkeit. Einer ihrer Sprecher sagte, man wisse noch nicht, ob es sich um eine Dumme-Jungen-Streich handle oder um eine Provokation.
Quelle: Deutschlandfunk, »Aus Religion und Gesellschaft«
12.1.10
Amazon.de mal wieder ...
Als ob es nicht schon genug Arbeit und Ärger gäbe: Meine Internet-Verbindung ist seit Wochen wackelig und oft unterbrochen, schneien tut’s dagegen ununterbrochen, mir hat man mal wieder keinen Müllkalender zugestellt, meine letzten Stiefel sind im Eimer, so daß ich in dünnen Schuhen bei jedem Schritt vor die Tür naßkalte Eisfüße kriege, die Autorenhonorarabrechnungen stehen ins Haus, die Frühjahrs-Neuerscheinungen wollen bebildert, layoutet und vorbereitet werden, von der Sozialversicherung erhalte ich unzureichende Auskünfte, die weitere Bürobesuche nötig machen ...
... da zickt auch Amazon mal wieder rum. Einige Autoren stieren (wie Autoren so sind ;-) auf den Amazon-Rang ihres »Lieblingskinds« wie das Kaninchen auf die Schlange, und so fiel ihnen dann auch mal wieder viel schneller als mir auf, daß zwei Titel von Amazon als »derzeit nicht verfügbar« gelistet sind, obwohl sie natürlich von meiner Seite, Printing on demand sei's gedankt, abgesehen von kurzen Unterbrechungen (wenn nachgedruckt werden muß), wie immer lieferbar sind.
Seltsamerweise fragen diese Autoren dann mich und nicht Amazon, was das denn solle. Fragten sie Amazon, dann ginge es ihnen wohl wie mir, wie anderen: Man hat irgendwelche bestenfalls freundlichen, aber subalternen »Kundenbetreuer« an der Strippe; die wirklich was zu sagen haben, verschanzen sich in der Anonymität. Das Impressum sagt nur, daß die Website von einer Firma in Luxemburg betreut wird. Und letzten Endes ist man weitgehend hilflos gegenüber dem Software-und-Website-Rumgefummel, das die sich leisten.
Seit 2002 darf ich Amazon nicht mehr direkt beliefern, sondern das läuft über die Grossisten KNV und vor allem Libri, dessen Lager in Bad Hersfeld (zentral gelegener Kurort mit riesigem Industriegebiet - kurios) direkt bei dem Zentrallager von Amazon.de steht. Diese Lieferbarkeitsanzeigen werden wahrscheinlich vom Software-System automatisch generiert - »da können wir gar nichts machen!« werden die Sachbearbeiter am Telefon wahrscheinlich sagen, wenn ich sie nächste Woche mal anrufen werde. Denn ich muß denen wohl aufs Dach steigen, wenn der virtuelle Blödsinn nächste Woche immer noch andauert ...
Nachtrag 18.1.: Inzwischen stehen die beiden Titel - ohne mein Zutun - wieder auf lieferbar. Das grundsätzliche Problem, bei Amazon.de keinen vernünftigen Ansprechpartner zu haben, bleibt aber bestehen.
... da zickt auch Amazon mal wieder rum. Einige Autoren stieren (wie Autoren so sind ;-) auf den Amazon-Rang ihres »Lieblingskinds« wie das Kaninchen auf die Schlange, und so fiel ihnen dann auch mal wieder viel schneller als mir auf, daß zwei Titel von Amazon als »derzeit nicht verfügbar« gelistet sind, obwohl sie natürlich von meiner Seite, Printing on demand sei's gedankt, abgesehen von kurzen Unterbrechungen (wenn nachgedruckt werden muß), wie immer lieferbar sind.
Seltsamerweise fragen diese Autoren dann mich und nicht Amazon, was das denn solle. Fragten sie Amazon, dann ginge es ihnen wohl wie mir, wie anderen: Man hat irgendwelche bestenfalls freundlichen, aber subalternen »Kundenbetreuer« an der Strippe; die wirklich was zu sagen haben, verschanzen sich in der Anonymität. Das Impressum sagt nur, daß die Website von einer Firma in Luxemburg betreut wird. Und letzten Endes ist man weitgehend hilflos gegenüber dem Software-und-Website-Rumgefummel, das die sich leisten.
Seit 2002 darf ich Amazon nicht mehr direkt beliefern, sondern das läuft über die Grossisten KNV und vor allem Libri, dessen Lager in Bad Hersfeld (zentral gelegener Kurort mit riesigem Industriegebiet - kurios) direkt bei dem Zentrallager von Amazon.de steht. Diese Lieferbarkeitsanzeigen werden wahrscheinlich vom Software-System automatisch generiert - »da können wir gar nichts machen!« werden die Sachbearbeiter am Telefon wahrscheinlich sagen, wenn ich sie nächste Woche mal anrufen werde. Denn ich muß denen wohl aufs Dach steigen, wenn der virtuelle Blödsinn nächste Woche immer noch andauert ...
Nachtrag 18.1.: Inzwischen stehen die beiden Titel - ohne mein Zutun - wieder auf lieferbar. Das grundsätzliche Problem, bei Amazon.de keinen vernünftigen Ansprechpartner zu haben, bleibt aber bestehen.
Schräge Parallelen oder: Sinn und Unsinn der Polit-Bloggerei
»Gestern Muslime, heute Deutsche« tönt ein populäres Blog. Hintergrund: Einige in der Schweizer Volkspartei hätten nach dem Minarettverbot Oberwasser und redeten einer Zuzugsbeschränkung der vielfach ungeliebten Deutschen das Wort. (»Diese reichsdeutsche Schlampe, die auf UNSEREM Sozialamt über die Sozialhilfeleistungen UNSERER Bürger entscheidet!« grollt ein Schweizer Autor meines Verlags des öfteren.)
Nanu, frage ich mich, hab ich da irgendwas verpaßt? Haben die Schweizer über Zuzugsbeschränkungen für Muslime abgestimmt oder über Moschee-Bauverbote? Nein, es ging nur um das bauliche Detail namens »Minarette«, was immer die fürs Verbot stimmenden Schweizer dabei auch im Hinterkopf gehabt haben mögen. Bislang sind Zuzugsbeschränkungen für EU-Ausländer nur ein Diskussionsgegenstand; ob daraus eine Volksabstimmung wird und wie diese dann ausgeht, das steht noch in den Sternen. Und selbst wenn die Schweizer für Zuzugsbeschränkungen votierten – na und? Dann haben wir den Zustand wieder, den wir jahrzehntelang als ganz selbstverständlich akzeptiert hatten: daß nämlich Deutsche nur mühsam eine Daueraufenthaltsbewilligung für die Schweiz erhalten. Die Schweiz ist eben noch ein voll souveränes Land, und genauso wie ein Wohnungsinhaber selbst »souverän« darüber befinden kann, wer in seine Wohnung reindarf und wer nicht, genauso dürfen das souveräne Staaten. Die EU-Länder haben hier Teile ihrer Souveränität in Brüssel abgegeben. Vorteil? Nachteil? Klar finde ich das »grenzenlose« Reisen und Sich-niederlassen-dürfen schön – aber es kann eben auch seine Schattenseiten haben.
Minarettverbot: Diskriminierend? Möglicherweise. Deswegen wird sich ja auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte damit befassen. Die Religionsfreiheit beschneidend? M. E. nicht, da Minarette für muslimische Gottesdienste ebenso wenig zwingend nötig sind wie Glockentürme für christliche.
Ist es zulässig, über Grundrechte, deren Einschränkung oder Erweiterung demokratisch abzustimmen? Das ist die Gretchenfrage, in der Tat.
Nehmen wir doch einmal das gute alte Grundgesetz her: In Artikel 19 heißt es, daß Grundrechte per Gesetz eingeschränkt werden dürfen, allerdings nicht »in ihrem Wesensgehalt«. Ist es der Wesensgehalt des Islams, daß Muezzine von Minaretten rufen? Andererseits stünde einem Minarettverbot in Deutschland das Diskriminierungsverbot von Art. 3 GG im Wege.
Wenn es um die Benachteiligung von Christen in muslimischen Ländern geht, etwa um Kirchenbauverbote, wird oft gesagt, man dürfe nicht hier intolerant gegenüber Moscheen und Islam sein, auch wenn dort Intoleranz gegenüber Christen herrsche. Darf man nicht? Art. 18 GG betont, wer die Freiheiten des Grundgesetzes zum Kampf gegen diese Freiheiten mißbrauche, der verwirke diese Freiheiten. Das richtete sich natürlich damals – 1949 – vornehmlich gegen den Kommunismus, auch gegen die Wiederbetätigung von Ex-Nazis – aber kann man nicht auch den Islam möglicherweise als religiös-politische Ideologie betrachten? Im föderalistisch organisierten Nigeria haben die nördlichen, islamischen Bundesstaaten allesamt die – verfassungswidrige – Scharia eingeführt, richtig »schön« mit Handabhacken, Steinigen und allem Pipapo, etwa wilden Predigern, die UN-Impfkampagnen für antimuslimisches Teufelszeug halten u. dgl. mehr. Haben wir ein Glück, daß wir nicht in Nigeria leben – oder in Malaysia, wo man als Nichtmuslim demnächst vielleicht nicht mal mehr Jehova ... äh, Allah sagen darf ... ;-)
Aber für manchen befindet man sich mit einem Minarettverbot schon auf einer schiefen Ebene, auf der man dann schließlich in Uganda landet, wo man »demokratisch« über die Todesstrafe für Schwule entscheiden oder debattieren will. Eine absurde Parallele, meine ich. Für mich gibt eine andere Parallele mehr Sinn: Je mehr Moslems, desto mehr Schwulenfeindschaft. Ein türkischer Arbeitskollege, den ich Ende der 90er Jahre mal hatte, war eigentlich ganz nett – nur wenn’s um Gottes Gebote ging, wurde er fanatisch. Und am Tag nach dem CSD sagte er mir: »Hast du gestern im Fernsehen diese ganzen Schwulen gesehen? Ist das eklig – die sollte man alle abschießen!« Nicht umsonst gibt es die schärfsten Anti-Schwulen-Gesetze (die Lesben werden mal wieder kaum oder gar nicht bestraft) in muslimischen Ländern. Die meisten christlichen Länder haben sich von antiquierten Homosexualitätsverboten befreit. (Die BRD seit etwa 1970. Zuvor konnten Schwule ins Gefängnis wandern – und niemandem wäre es in den 50er Jahren in den Sinn gekommen, die BRD deswegen etwa für undemokratisch zu halten. Etwa 1997 bestätigte der Europäische Gerichtshof im britischen »spanner case«, daß ein Staat sehr wohl das Recht habe, bestimmte sexuelle Praktiken – in diesem Falle waren’s ziemlich heftig agierende schwule SMer – zu untersagen. Illiberal? Gewiß. Aber gesetzeskonform und u. U. durchaus demokratisch. Demokratie und Liberalismus sind eben zwei Paar Stiefel; oft ist die Bevölkerungsmehrheit nicht sonderlich liberal).
Biedermann und die Brandstifter? »Und hinterher will es wieder keiner gewesen sein« – wenn jemand umgebracht wird? Nein, dieses Paar Stiefel zieh ich mir nicht an. Nur weil ich skeptisch gegenüber der Einwanderung bin, insbesondere gegenüber muslimischer und Armutsmigration, muß ich mir nicht sagen lassen, ich sei ein geistiger Brandstifter und ein Herz und eine Seele mit jenen Alfred Tetzlaffs, die z. B. auf »Politically Incorrect« ihre haßerfüllten Kommentare ablassen.
Druck erzeugt Gegendruck. In dem Moment, wo der Einwanderungsdruck aus Afrika nachläßt, werden auch die z. T. rabiaten und inhumanen Abwehrmaßnahmen dagegen überflüssig werden. In weiten Teilen Afrikas herrscht schiere Not? Ja. Und es ist menschlich verständlich, daß dann viele ins vermeintlich gelobte Land, d. h. nach Europa streben. Europa kann aber nicht das Sozialamt für die Dritte Welt sein. Das ist zu viel verlangt. Deutschland solle endlich anerkennen, daß es ein Einwanderungsland sei? Prima – dann machen wir das doch! Die alten Einwanderungsländer Australien und Kanada machen uns vor, wie es geht: Wer ein paar Milliönchen zum Investieren und Arbeitsplätze-schaffen im Gepäck hat oder gesuchte Qualifikationen, der wird genommen, ein analphabetischer afrikanischer Hungerleider wird abgewiesen. Hart, aber realistisch. Denn die dortigen Politiker haben sicher einen ähnlichen Eid geschworen wie die deutschen: das Wohl des jeweils eigenen Volkes zu mehren und zu sichern – nicht das von Obervolta oder Bangla Desh.
Die europäische Haltung zur Armutsmigration ist – ähnlich wie die US-amerikanische – verheuchelt und verschwiemelt. Einerseits Mißbilligung, andererseits ist man doch irgendwie froh, wenn man für miese Arbeit, die sonst keiner machen will, jemanden hat ...
Besonders die Wirtschaft. Als im Dezember 1989 die Migration von Ost- nach Westdeutschland auch nach der politischen Wende noch weiter anschwoll, begann die Stimmung im Westen umzuschlagen: »Kritische Mitbürger ja – Anpasser und Lohndrücker nein« schrieben westdeutsche Arbeiter einer Fabrik auf ein Transparent – die spürten den Druck ja unmittelbar, nicht die wohlmeinenden Soziologieprofessoren auf ihren unkündbaren Lehrstühlen.
Die Krawalle gegen afrikanische Migranten in Süditalien werden mitunter in direkten Zusammenhang mit ausländerfeindlichen Parolen auf »Politically Incorrect« gebracht – dabei haben die ortsansässigen süditalienischen Kleinstädter von dieser deutschsprachigen Website gewiß noch nie was gehört. Wovon sie aber was verstehen, das sind die Krakenarme des organisierten Verbrechens.
Wieder einmal möchte ich ganz andere Parallelen und Verbindungen ziehen. Ich brauche noch nicht mal lange zu suchen, ein Zitat aus diesem Zeitungsartikel genügt vollkommen:
»Viele Migranten werden von der 'Ndrangheta, dem kalabresischen Arm der Mafia, für kriminelle Aktionen eingesetzt. Nur die Hälfte der Migranten hat eine Aufenthaltsgenehmigung.«
Seit Roberto Savianos »Gomorrha« wissen wir, daß die Mafia im Grunde nichts weiter ist als ein besonders effizient arbeitender kapitalistischer Wirtschaftszweig, befreit von jenen gesetzlichen Hemmungen, die der legalen Wirtschaft auferlegt sind. Wenn sie nun die illegalen Immigranten als Hebel benutzt, um die Lohndrückerei in den Orangenplantagen noch zu forcieren und Einheimische zu verdrängen, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn die Situation irgendwann eskaliert ...
Fassen wir noch einmal zusammen:
1.) Afrikaner reisen zumeist illegal nach Italien ein ...
2.) ... halten sich dort meist illegal auf ...
3.) ... arbeiten oft ohne Arbeitsgenehmigung ...
4.) ... teilweise im Dienst der organisierten Kriminalität ...
5.) ... verdrängen einheimische Arbeitskräfte ...
... und wenn bei denen dann die Nerven blank liegen und ein Schuß fällt, dann ...
6.) ... stecken die Afrikaner Autos in Brand und zertrümmern Schaufenster (wie in den französischen Banlieues), auch wenn kein Zusammenhang zwischen Laden-/Autobesitzern und den schießenden Einheimischen/Ausbeutern besteht ... (MSN-News)
... und dann wundert man sich, wenn die Einheimischen ihrerseits ausrasten und allerlei nicht Entschuldbares tun.
Die Afrikaner demonstrieren für bessere Lebensbedingungen? Verständlich – aber strenggenommen dürften sie noch nicht mal in Italien anwesend sein, wenn es nach Recht und Gesetz zuginge ...
Wäre all das passiert ohne die Anwesenheit der Afrikaner? Nein. Und was lernen wir daraus? ICH schlußfolgere daraus, daß multikulturelle Gesellschaften nichts Erstrebenswertes sind. Weil es eben immer wieder Knatsch gibt. Wo es sie schon gibt, diese multikulturellen Gesellschaften, da muß man irgendwie damit klarkommen – aber sie herbeiwünschen, wenn man sie vermeiden kann? Wo sollte da der Vorteil liegen (... außer für die Mafia)?
PS: Der aktuelle SPIEGEL berichtet über das Buch eines italienischen Journalisten namens Gatti: »Bilal. Als Illegaler auf dem Weg nach Europa«. Der hatte sich als »Illegaler« verkleidet und auf den lebensgefährlichen Weg durch die Sahara und das Mittelmeer gemacht. Schließlich landete im italienischen Flüchtlingslager auf der Insel Lampedusa, wo er medizinisch versorgt, aber auch unter Schlägen gezwungen wurde, in Fäkalien zu sitzen. Schlimm wie Guantanamo. Illegal. So illegal wie die Masseneinwanderung. 1980 gab es das alles noch nicht: Nicht den »Einwanderungsdruck« und nicht das Lager Lampedusa.
Gatti: »Eine Zeitlang bin ich mit einem ägyptischen Historiker gereist. In seiner Heimat verdiente er keine 40 Dollar im Monat, was hätte er für eine Wahl?« Umsatteln vielleicht – notfalls auf Taxifahrer? Was gehen Europa die unzureichenden Verdienstmöglichkeiten ägyptischer Historiker an? Gatti: »Was willst du machen, wenn du Tag für Tag sehen mußt, wie deine Kinder weinen, weil sie nichts zu essen haben?« Sich ans »Sozial- und Arbeitsamt Europa« wenden, weil die Heimat keins hat? Wo sind eigentlich die vielen Milliarden Euro Entwicklungshilfe versickert, die Europa seit 1960 in Afrika versenkt hat? Alles in den Privatschatullen der korrupten Mobutus und »Kaiser Bokassas« und dann auf irgendwelchen Schweizer Nummernkonten?
Gatti: »Fast ein Viertel der italienischen Wirtschaft lebt von diesen Illegalen. Davon, daß sie rechtlose, billige Arbeiter sind.« Sind sich die Befürworter massenhafter Einwanderung bewußt, daß sie indirekt Lohndrückerei und Sozialdumping befürworten?
Fragen über Fragen ...
PPS: ... die eigentlich keiner beantworten kann. Manchmal beschleicht mich der Verdacht, die Politiker haben das »Netz 2.0« mit all seinen Blogs und Laberplattformen erfunden, so nach dem Motto »dann fetzen sie sich an diesen virtuellen Stammtischen, sind beschäftigt und fühlen sich als demokratische Öffentlichkeit, und wir können in Ruhe durchsetzen, was wir durchsetzen wollen.« In der Tat: So wichtig sich manche Blogger auch fühlen - von dem, was sie tun, fällt in Berlin kein Sack Reis um, und kein Politiker hebt deswegen für oder gegen ein Gesetz die Hand. (... und in Brüssel schon gleich gar nicht)
Wem nutzt also die ganze Polit-Bloggerei? Den Bloggern wahrscheinlich am wenigsten. Die verlieren eher:
a) Zeit (die sich mit anderem wahrscheinlich sinnvoller nutzen ließe)
b) das Wohlwollen von Leuten, die sie vielleicht noch brauchen ...
Deswegen wird das hier bis auf weiteres mein letztes politisierendes Posting bleiben. Die Blogger sind nichts als die Schaumkrone auf dem Pils der von Profijournalisten solide recherchierten Fakten, schrieb ich vor Monaten. Na, dann genieße ich doch fortan das wohlschmeckende Pils von Deutschlandfunk und FAZ. Das Schäumen überlasse ich vorläufig anderen.
Nanu, frage ich mich, hab ich da irgendwas verpaßt? Haben die Schweizer über Zuzugsbeschränkungen für Muslime abgestimmt oder über Moschee-Bauverbote? Nein, es ging nur um das bauliche Detail namens »Minarette«, was immer die fürs Verbot stimmenden Schweizer dabei auch im Hinterkopf gehabt haben mögen. Bislang sind Zuzugsbeschränkungen für EU-Ausländer nur ein Diskussionsgegenstand; ob daraus eine Volksabstimmung wird und wie diese dann ausgeht, das steht noch in den Sternen. Und selbst wenn die Schweizer für Zuzugsbeschränkungen votierten – na und? Dann haben wir den Zustand wieder, den wir jahrzehntelang als ganz selbstverständlich akzeptiert hatten: daß nämlich Deutsche nur mühsam eine Daueraufenthaltsbewilligung für die Schweiz erhalten. Die Schweiz ist eben noch ein voll souveränes Land, und genauso wie ein Wohnungsinhaber selbst »souverän« darüber befinden kann, wer in seine Wohnung reindarf und wer nicht, genauso dürfen das souveräne Staaten. Die EU-Länder haben hier Teile ihrer Souveränität in Brüssel abgegeben. Vorteil? Nachteil? Klar finde ich das »grenzenlose« Reisen und Sich-niederlassen-dürfen schön – aber es kann eben auch seine Schattenseiten haben.
Minarettverbot: Diskriminierend? Möglicherweise. Deswegen wird sich ja auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte damit befassen. Die Religionsfreiheit beschneidend? M. E. nicht, da Minarette für muslimische Gottesdienste ebenso wenig zwingend nötig sind wie Glockentürme für christliche.
Ist es zulässig, über Grundrechte, deren Einschränkung oder Erweiterung demokratisch abzustimmen? Das ist die Gretchenfrage, in der Tat.
Nehmen wir doch einmal das gute alte Grundgesetz her: In Artikel 19 heißt es, daß Grundrechte per Gesetz eingeschränkt werden dürfen, allerdings nicht »in ihrem Wesensgehalt«. Ist es der Wesensgehalt des Islams, daß Muezzine von Minaretten rufen? Andererseits stünde einem Minarettverbot in Deutschland das Diskriminierungsverbot von Art. 3 GG im Wege.
Wenn es um die Benachteiligung von Christen in muslimischen Ländern geht, etwa um Kirchenbauverbote, wird oft gesagt, man dürfe nicht hier intolerant gegenüber Moscheen und Islam sein, auch wenn dort Intoleranz gegenüber Christen herrsche. Darf man nicht? Art. 18 GG betont, wer die Freiheiten des Grundgesetzes zum Kampf gegen diese Freiheiten mißbrauche, der verwirke diese Freiheiten. Das richtete sich natürlich damals – 1949 – vornehmlich gegen den Kommunismus, auch gegen die Wiederbetätigung von Ex-Nazis – aber kann man nicht auch den Islam möglicherweise als religiös-politische Ideologie betrachten? Im föderalistisch organisierten Nigeria haben die nördlichen, islamischen Bundesstaaten allesamt die – verfassungswidrige – Scharia eingeführt, richtig »schön« mit Handabhacken, Steinigen und allem Pipapo, etwa wilden Predigern, die UN-Impfkampagnen für antimuslimisches Teufelszeug halten u. dgl. mehr. Haben wir ein Glück, daß wir nicht in Nigeria leben – oder in Malaysia, wo man als Nichtmuslim demnächst vielleicht nicht mal mehr Jehova ... äh, Allah sagen darf ... ;-)
Aber für manchen befindet man sich mit einem Minarettverbot schon auf einer schiefen Ebene, auf der man dann schließlich in Uganda landet, wo man »demokratisch« über die Todesstrafe für Schwule entscheiden oder debattieren will. Eine absurde Parallele, meine ich. Für mich gibt eine andere Parallele mehr Sinn: Je mehr Moslems, desto mehr Schwulenfeindschaft. Ein türkischer Arbeitskollege, den ich Ende der 90er Jahre mal hatte, war eigentlich ganz nett – nur wenn’s um Gottes Gebote ging, wurde er fanatisch. Und am Tag nach dem CSD sagte er mir: »Hast du gestern im Fernsehen diese ganzen Schwulen gesehen? Ist das eklig – die sollte man alle abschießen!« Nicht umsonst gibt es die schärfsten Anti-Schwulen-Gesetze (die Lesben werden mal wieder kaum oder gar nicht bestraft) in muslimischen Ländern. Die meisten christlichen Länder haben sich von antiquierten Homosexualitätsverboten befreit. (Die BRD seit etwa 1970. Zuvor konnten Schwule ins Gefängnis wandern – und niemandem wäre es in den 50er Jahren in den Sinn gekommen, die BRD deswegen etwa für undemokratisch zu halten. Etwa 1997 bestätigte der Europäische Gerichtshof im britischen »spanner case«, daß ein Staat sehr wohl das Recht habe, bestimmte sexuelle Praktiken – in diesem Falle waren’s ziemlich heftig agierende schwule SMer – zu untersagen. Illiberal? Gewiß. Aber gesetzeskonform und u. U. durchaus demokratisch. Demokratie und Liberalismus sind eben zwei Paar Stiefel; oft ist die Bevölkerungsmehrheit nicht sonderlich liberal).
Biedermann und die Brandstifter? »Und hinterher will es wieder keiner gewesen sein« – wenn jemand umgebracht wird? Nein, dieses Paar Stiefel zieh ich mir nicht an. Nur weil ich skeptisch gegenüber der Einwanderung bin, insbesondere gegenüber muslimischer und Armutsmigration, muß ich mir nicht sagen lassen, ich sei ein geistiger Brandstifter und ein Herz und eine Seele mit jenen Alfred Tetzlaffs, die z. B. auf »Politically Incorrect« ihre haßerfüllten Kommentare ablassen.
Druck erzeugt Gegendruck. In dem Moment, wo der Einwanderungsdruck aus Afrika nachläßt, werden auch die z. T. rabiaten und inhumanen Abwehrmaßnahmen dagegen überflüssig werden. In weiten Teilen Afrikas herrscht schiere Not? Ja. Und es ist menschlich verständlich, daß dann viele ins vermeintlich gelobte Land, d. h. nach Europa streben. Europa kann aber nicht das Sozialamt für die Dritte Welt sein. Das ist zu viel verlangt. Deutschland solle endlich anerkennen, daß es ein Einwanderungsland sei? Prima – dann machen wir das doch! Die alten Einwanderungsländer Australien und Kanada machen uns vor, wie es geht: Wer ein paar Milliönchen zum Investieren und Arbeitsplätze-schaffen im Gepäck hat oder gesuchte Qualifikationen, der wird genommen, ein analphabetischer afrikanischer Hungerleider wird abgewiesen. Hart, aber realistisch. Denn die dortigen Politiker haben sicher einen ähnlichen Eid geschworen wie die deutschen: das Wohl des jeweils eigenen Volkes zu mehren und zu sichern – nicht das von Obervolta oder Bangla Desh.
Die europäische Haltung zur Armutsmigration ist – ähnlich wie die US-amerikanische – verheuchelt und verschwiemelt. Einerseits Mißbilligung, andererseits ist man doch irgendwie froh, wenn man für miese Arbeit, die sonst keiner machen will, jemanden hat ...
Besonders die Wirtschaft. Als im Dezember 1989 die Migration von Ost- nach Westdeutschland auch nach der politischen Wende noch weiter anschwoll, begann die Stimmung im Westen umzuschlagen: »Kritische Mitbürger ja – Anpasser und Lohndrücker nein« schrieben westdeutsche Arbeiter einer Fabrik auf ein Transparent – die spürten den Druck ja unmittelbar, nicht die wohlmeinenden Soziologieprofessoren auf ihren unkündbaren Lehrstühlen.
Die Krawalle gegen afrikanische Migranten in Süditalien werden mitunter in direkten Zusammenhang mit ausländerfeindlichen Parolen auf »Politically Incorrect« gebracht – dabei haben die ortsansässigen süditalienischen Kleinstädter von dieser deutschsprachigen Website gewiß noch nie was gehört. Wovon sie aber was verstehen, das sind die Krakenarme des organisierten Verbrechens.
Wieder einmal möchte ich ganz andere Parallelen und Verbindungen ziehen. Ich brauche noch nicht mal lange zu suchen, ein Zitat aus diesem Zeitungsartikel genügt vollkommen:
»Viele Migranten werden von der 'Ndrangheta, dem kalabresischen Arm der Mafia, für kriminelle Aktionen eingesetzt. Nur die Hälfte der Migranten hat eine Aufenthaltsgenehmigung.«
Seit Roberto Savianos »Gomorrha« wissen wir, daß die Mafia im Grunde nichts weiter ist als ein besonders effizient arbeitender kapitalistischer Wirtschaftszweig, befreit von jenen gesetzlichen Hemmungen, die der legalen Wirtschaft auferlegt sind. Wenn sie nun die illegalen Immigranten als Hebel benutzt, um die Lohndrückerei in den Orangenplantagen noch zu forcieren und Einheimische zu verdrängen, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn die Situation irgendwann eskaliert ...
Fassen wir noch einmal zusammen:
1.) Afrikaner reisen zumeist illegal nach Italien ein ...
2.) ... halten sich dort meist illegal auf ...
3.) ... arbeiten oft ohne Arbeitsgenehmigung ...
4.) ... teilweise im Dienst der organisierten Kriminalität ...
5.) ... verdrängen einheimische Arbeitskräfte ...
... und wenn bei denen dann die Nerven blank liegen und ein Schuß fällt, dann ...
6.) ... stecken die Afrikaner Autos in Brand und zertrümmern Schaufenster (wie in den französischen Banlieues), auch wenn kein Zusammenhang zwischen Laden-/Autobesitzern und den schießenden Einheimischen/Ausbeutern besteht ... (MSN-News)
... und dann wundert man sich, wenn die Einheimischen ihrerseits ausrasten und allerlei nicht Entschuldbares tun.
Die Afrikaner demonstrieren für bessere Lebensbedingungen? Verständlich – aber strenggenommen dürften sie noch nicht mal in Italien anwesend sein, wenn es nach Recht und Gesetz zuginge ...
Wäre all das passiert ohne die Anwesenheit der Afrikaner? Nein. Und was lernen wir daraus? ICH schlußfolgere daraus, daß multikulturelle Gesellschaften nichts Erstrebenswertes sind. Weil es eben immer wieder Knatsch gibt. Wo es sie schon gibt, diese multikulturellen Gesellschaften, da muß man irgendwie damit klarkommen – aber sie herbeiwünschen, wenn man sie vermeiden kann? Wo sollte da der Vorteil liegen (... außer für die Mafia)?
PS: Der aktuelle SPIEGEL berichtet über das Buch eines italienischen Journalisten namens Gatti: »Bilal. Als Illegaler auf dem Weg nach Europa«. Der hatte sich als »Illegaler« verkleidet und auf den lebensgefährlichen Weg durch die Sahara und das Mittelmeer gemacht. Schließlich landete im italienischen Flüchtlingslager auf der Insel Lampedusa, wo er medizinisch versorgt, aber auch unter Schlägen gezwungen wurde, in Fäkalien zu sitzen. Schlimm wie Guantanamo. Illegal. So illegal wie die Masseneinwanderung. 1980 gab es das alles noch nicht: Nicht den »Einwanderungsdruck« und nicht das Lager Lampedusa.
Gatti: »Eine Zeitlang bin ich mit einem ägyptischen Historiker gereist. In seiner Heimat verdiente er keine 40 Dollar im Monat, was hätte er für eine Wahl?« Umsatteln vielleicht – notfalls auf Taxifahrer? Was gehen Europa die unzureichenden Verdienstmöglichkeiten ägyptischer Historiker an? Gatti: »Was willst du machen, wenn du Tag für Tag sehen mußt, wie deine Kinder weinen, weil sie nichts zu essen haben?« Sich ans »Sozial- und Arbeitsamt Europa« wenden, weil die Heimat keins hat? Wo sind eigentlich die vielen Milliarden Euro Entwicklungshilfe versickert, die Europa seit 1960 in Afrika versenkt hat? Alles in den Privatschatullen der korrupten Mobutus und »Kaiser Bokassas« und dann auf irgendwelchen Schweizer Nummernkonten?
Gatti: »Fast ein Viertel der italienischen Wirtschaft lebt von diesen Illegalen. Davon, daß sie rechtlose, billige Arbeiter sind.« Sind sich die Befürworter massenhafter Einwanderung bewußt, daß sie indirekt Lohndrückerei und Sozialdumping befürworten?
Fragen über Fragen ...
PPS: ... die eigentlich keiner beantworten kann. Manchmal beschleicht mich der Verdacht, die Politiker haben das »Netz 2.0« mit all seinen Blogs und Laberplattformen erfunden, so nach dem Motto »dann fetzen sie sich an diesen virtuellen Stammtischen, sind beschäftigt und fühlen sich als demokratische Öffentlichkeit, und wir können in Ruhe durchsetzen, was wir durchsetzen wollen.« In der Tat: So wichtig sich manche Blogger auch fühlen - von dem, was sie tun, fällt in Berlin kein Sack Reis um, und kein Politiker hebt deswegen für oder gegen ein Gesetz die Hand. (... und in Brüssel schon gleich gar nicht)
Wem nutzt also die ganze Polit-Bloggerei? Den Bloggern wahrscheinlich am wenigsten. Die verlieren eher:
a) Zeit (die sich mit anderem wahrscheinlich sinnvoller nutzen ließe)
b) das Wohlwollen von Leuten, die sie vielleicht noch brauchen ...
Deswegen wird das hier bis auf weiteres mein letztes politisierendes Posting bleiben. Die Blogger sind nichts als die Schaumkrone auf dem Pils der von Profijournalisten solide recherchierten Fakten, schrieb ich vor Monaten. Na, dann genieße ich doch fortan das wohlschmeckende Pils von Deutschlandfunk und FAZ. Das Schäumen überlasse ich vorläufig anderen.
2.1.10
Ärger mit »Elena«
Auf einmal wissen es alle: Die Unternehmerverbände, die FDP, die Grünen, selbst das Arbeitsministerium der leyenhaften Ursula lenkt allmählich ein ... (War uns die Dame nicht schon als Familienministerin als Betreiberin freiheitsbeschränkender Online-Maßnahmen bekanntgeworden? Gut, daß wenigstens das seit dem Regierungswechsel erledigt ist ...)
Mir hatte »Elena« schon vor Wochen den Appetit und die Laune verdorben. »Wenn ich so was beim Frühstück lese«, sagte ich meinem Assistenten, »dann hab ich schon für den Rest des Tages genug.«
»Elena«: Hinter dem Kürzel verbirgt sich der »elektronische Entgeltnachweis«, den alle Unternehmen ab 1.1.2010 monatlich an ein neues Zentralregister abzuliefern haben. Das soll der Arbeitserleichterung und Entbürokratisierung für die Unternehmen dienen, heißt es im anschmeichelnden Anschreiben vom Ministerium. Na, bei mir bestimmt nicht. Die Auskunft bei der Krankenkasse, für Kleinunternehmen wie meines genüge weiterhin ein jährlicher Dauernachweis (wenn sich nichts ändert), tröstete zwar mich, aber nicht die anderen Unternehmer.
Heute vormittag berichtete der Deutschlandfunk, und auch Zeitungen waren plötzlich voll davon: »Elena« hatte einen sage und schreibe 41seitigen Fragenkatalog; nicht nur nach Entgelthöhe und Arbeitszeit wurde da gefragt, sondern auch nach jährlicher Zahl der Streiktage des Arbeitnehmers und danach, ob die Streiks legal oder illegal gewesen seien (seit wann entscheiden das die Arbeitgeber?), nach der Zahl der Krankheitstagen und danach, ob es echte oder vorgetäuschte Krankheiten gewesen seien, nach Kündigungsgründen etc. pp.
Man möchte es nicht glauben, daß Jerzy Montag von den Grünen allen Ernstes meint, »Elena« diene auch den Beschäftigten, weil nun z. B. der Arbeitgeber nicht mehr von einem Wohngeldantrag erfahre (als ob der sich das bei entsprechender Lohnhöhe nicht denken könnte), nur um dann einzuräumen, die Datensammelwut sei doch wohl übertrieben ... Die Grünen sind eben keine moderne Bürgerrechtspartei, sondern eher auf Seiten der Bevormunder und Einschränker (Rauchverbot, Umweltzonen).
Jetzt lenkt die Politik ein - aber immer erst mal versuchen, nicht wahr? (Wobei ich gern zugebe, von »Elenas« Ausmaßen auch nichts gewußt zu haben). Es ist so wie bei der EU, wo Jean-Claude Juncker schon mal sagte: »Wir stellen da mal was in den Raum, und wenn keiner Aua schreit, dann ziehen wir das durch.«
Bei den Umweltzonen ist es ähnlich: Die Politik fördert den Einbau von Holzpellets-Heizungen, die zigmal mehr Feinstaub emittieren als das mieseste alte Auto - aber auf den Autofahrern hackt man rum. Nach Hannover, Berlin und Freiburg dürfen jetzt nur noch Autofahrer mit grünen Plaketten hinein. »Die Autofahrer mit den grünen Plaketten bleiben gelassen, weil sie noch nicht begriffen haben, daß die Einschläge näher kommen.« (FAZ von heute). Eben. Und so geht es weiter mit dem täglichen Wahnsinn. Leider.

Laokoon in den Fesseln der Bürokratie. Auch so ein schwarzweißes Bild sieht vor dem schwarzen Hintergrund besser aus - findet Ihr nicht?
Mir hatte »Elena« schon vor Wochen den Appetit und die Laune verdorben. »Wenn ich so was beim Frühstück lese«, sagte ich meinem Assistenten, »dann hab ich schon für den Rest des Tages genug.«
»Elena«: Hinter dem Kürzel verbirgt sich der »elektronische Entgeltnachweis«, den alle Unternehmen ab 1.1.2010 monatlich an ein neues Zentralregister abzuliefern haben. Das soll der Arbeitserleichterung und Entbürokratisierung für die Unternehmen dienen, heißt es im anschmeichelnden Anschreiben vom Ministerium. Na, bei mir bestimmt nicht. Die Auskunft bei der Krankenkasse, für Kleinunternehmen wie meines genüge weiterhin ein jährlicher Dauernachweis (wenn sich nichts ändert), tröstete zwar mich, aber nicht die anderen Unternehmer.
Heute vormittag berichtete der Deutschlandfunk, und auch Zeitungen waren plötzlich voll davon: »Elena« hatte einen sage und schreibe 41seitigen Fragenkatalog; nicht nur nach Entgelthöhe und Arbeitszeit wurde da gefragt, sondern auch nach jährlicher Zahl der Streiktage des Arbeitnehmers und danach, ob die Streiks legal oder illegal gewesen seien (seit wann entscheiden das die Arbeitgeber?), nach der Zahl der Krankheitstagen und danach, ob es echte oder vorgetäuschte Krankheiten gewesen seien, nach Kündigungsgründen etc. pp.
Man möchte es nicht glauben, daß Jerzy Montag von den Grünen allen Ernstes meint, »Elena« diene auch den Beschäftigten, weil nun z. B. der Arbeitgeber nicht mehr von einem Wohngeldantrag erfahre (als ob der sich das bei entsprechender Lohnhöhe nicht denken könnte), nur um dann einzuräumen, die Datensammelwut sei doch wohl übertrieben ... Die Grünen sind eben keine moderne Bürgerrechtspartei, sondern eher auf Seiten der Bevormunder und Einschränker (Rauchverbot, Umweltzonen).
Jetzt lenkt die Politik ein - aber immer erst mal versuchen, nicht wahr? (Wobei ich gern zugebe, von »Elenas« Ausmaßen auch nichts gewußt zu haben). Es ist so wie bei der EU, wo Jean-Claude Juncker schon mal sagte: »Wir stellen da mal was in den Raum, und wenn keiner Aua schreit, dann ziehen wir das durch.«
Bei den Umweltzonen ist es ähnlich: Die Politik fördert den Einbau von Holzpellets-Heizungen, die zigmal mehr Feinstaub emittieren als das mieseste alte Auto - aber auf den Autofahrern hackt man rum. Nach Hannover, Berlin und Freiburg dürfen jetzt nur noch Autofahrer mit grünen Plaketten hinein. »Die Autofahrer mit den grünen Plaketten bleiben gelassen, weil sie noch nicht begriffen haben, daß die Einschläge näher kommen.« (FAZ von heute). Eben. Und so geht es weiter mit dem täglichen Wahnsinn. Leider.

Laokoon in den Fesseln der Bürokratie. Auch so ein schwarzweißes Bild sieht vor dem schwarzen Hintergrund besser aus - findet Ihr nicht?
Schwarz zu sehen ...
... brauchen Sie nicht, verehrter Leser, wenn Sie das neue »Outfit« des Marterpfahl-Blogs sehen, höchstens mit uns anstoßen auf das neue Jahrzehnt, das ein etwas biederes Outfit ersetzt durch ein eleganteres. Geliebäugelt hatte ich mit »Minima Black« schon zu Beginn meines Blogs 2006, aber eingedenk all der gräßlichen SM-Websites, die dunkelrot auf Schwarz daherkamen, kaum lesbar, wählte ich doch lieber ein konventionelleres Äußeres.
»Schnell - welche Punkte sind farbiger?« warb ein Hersteller von Farbfernsehern in den 70er Jahren für sein Gerät. In der Tat: Auf dunklem Hintergrund wirkten die bunten Punkte irgendwie »farbiger« ...


Solche Flaggenbildchen hab ich mir schon seit Jahren immer mal wieder runtergeladen und nun zwei der ansprechendsten ausgewählt; man muß ja schließlich vorbereitet sein auf die Zeit, wo man sich zu einem multinationalen Konzern entwickelt, nicht? :-)
Allen Lesern ein frohes neues Jahr(zehnt)!
»Schnell - welche Punkte sind farbiger?« warb ein Hersteller von Farbfernsehern in den 70er Jahren für sein Gerät. In der Tat: Auf dunklem Hintergrund wirkten die bunten Punkte irgendwie »farbiger« ...


Solche Flaggenbildchen hab ich mir schon seit Jahren immer mal wieder runtergeladen und nun zwei der ansprechendsten ausgewählt; man muß ja schließlich vorbereitet sein auf die Zeit, wo man sich zu einem multinationalen Konzern entwickelt, nicht? :-)
Allen Lesern ein frohes neues Jahr(zehnt)!
20.12.09
Zu Weihnachten
In Tübingen gab's einst einen Laden, der - neben normalen Möbeln - allerlei lustigen Firlefanz verkaufte: Aufblasbare Weihnachtsbäume, made in Hong Kong, Sessel in Herzform und vieles mehr. Leider existiert er nicht mehr. In Berlin gibt's einen ähnlichen Laden, nahe dem Prenzelberg, aber man kann ja nicht jedes Mal nach Berlin fahren ...
Gut, daß es hie und da passende Versandhändler gibt.
»Nixgut« z. B., der Versandhändler für den gepflegten Punker von heute, der auch schon mal mit Kreditkarte zahlt und Boni für dicke Bestellungen schätzt, bietet diese Fußmatte an:

Na, wenn das nicht das passende Präsent für alle dominanten SMer ist! Gut, für dieses Weihnachten ist es schon zu spät ... aber Weihnachten kommt ja alle Jahre wieder! ;-)
In diesem Sinne: Frohe Feiertage!
Rüdiger Happ
Gut, daß es hie und da passende Versandhändler gibt.
»Nixgut« z. B., der Versandhändler für den gepflegten Punker von heute, der auch schon mal mit Kreditkarte zahlt und Boni für dicke Bestellungen schätzt, bietet diese Fußmatte an:

Na, wenn das nicht das passende Präsent für alle dominanten SMer ist! Gut, für dieses Weihnachten ist es schon zu spät ... aber Weihnachten kommt ja alle Jahre wieder! ;-)
In diesem Sinne: Frohe Feiertage!
Rüdiger Happ
14.12.09
»Mainstream« - was ist das?
Da kommt mir wieder einmal ein Manuskript auf den Schreibtisch geflattert. Im Anschreiben teilt mir der Autor mit, er habe für mich sowohl ein SM-Manuskript als auch ein Stino-Manuskript geschrieben, »weil ich in Ihrer Website gelesen habe, daß Sie mit Ihrem Verlag ›aus dem SM-Ghetto rauswollen‹ und ›im Mainstream-Bereich‹ mehr Geld verdienen wollen.
Persönlich hoffe ich, daß sich Ihr Verlag aber trotzdem weiterhin im SM-Genre verdient macht. Um mit der Fahrzeugsprache zu reden: Mir kommt der Mainstream-Bereich vor wie all die im Luftkanal geformten, gleich aussehenden Blechschachteln von Autos. Das SM-Genre bietet noch Ecken und Kanten, aus denen sich Charakter bildet. In der Fahrzeugsprache würde ich es eher mit einer Harley vergleichen.
Aber gut, wenn Sie unbedingt lieblos mit einem Mainstream-Toyotopelfordmazdagolf das größere Geld verdienen wollen, als mit einem knorrigen britischen Roadster oder einer Harley permanent in love zu fallen, sende ich Ihnen auch gern ein Exposé ...« eines Stino-Romans zu.
Jou. Das hat mich doch ins Grübeln gebracht. Ich fürchte, der Herr hat da was falsch verstanden. So wie ein Zuckerbäcker nach Jahren voller Süßem Sehnsucht nach sauren Gurken hat und ein Polizist in der Freizeit alles außer Krimis liest, so habe ich natürlich auch das Bedürfnis nach Abwechslung, zumal ich ja auch noch andere Interessen habe als nur SM ... Politik und Geschichte etwa. Reisen. In diesem Sinne meinte ich »Mainstream« - im Sinne von »Nichterotisches«, nicht unbedingt im Sinne von »Stino-Erotik«.
Obwohl ich die natürlich auch nicht verachte. 32.000 verkaufte Exemplare von »Sex für Fortgeschrittene«, das ist mit SM-Titeln so gut wie nicht zu machen. Ohne diesen Erfolg hätte ich mir meine gebrauchte Harley vielleicht nicht leisten können;-) Es war eben schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben. Deshalb auch die relativ kleinen Auflagen und, dadurch bedingt, die relativ hohen Preise meiner Bücher.
Der SM-Buchmarkt ist eben eine Nische. In einer Nische kann es relativ gemütlich sein, geschützt vor den großen Haien im weiten Meer gewissermaßen, aber es kann auch unangenehm eng sein, die Wachstumsmöglichkeiten beschneiden. Den Ausblick beschränken.
Mr. X kann aber beruhigt sein. Natürlich wird es weiterhin SM-Titel aus meinem Hause geben, es ging ja nur um Ergänzendes. Und wenn ich sehe, wie viele SM-Titel für 2010 schon wieder geplant sind, dann wird es sowieso schon wieder verdammt eng für alles geplante Nichterotische ... (Außerdem haben die meisten Autoren, die ich bislang ansprach, sich skeptisch geäußert: Veröffentlichen in einem SM-Verlag? Lieber nicht ... So kann das mit Nischen sein: Steckt man mal in einer solchen, hat man - wie ein Schauspieler nach zu vielen einseitig ausgewählten Rollen - ein Etikett weg, und es ist schwer, das wieder abzukriegen ...)
Persönlich hoffe ich, daß sich Ihr Verlag aber trotzdem weiterhin im SM-Genre verdient macht. Um mit der Fahrzeugsprache zu reden: Mir kommt der Mainstream-Bereich vor wie all die im Luftkanal geformten, gleich aussehenden Blechschachteln von Autos. Das SM-Genre bietet noch Ecken und Kanten, aus denen sich Charakter bildet. In der Fahrzeugsprache würde ich es eher mit einer Harley vergleichen.
Aber gut, wenn Sie unbedingt lieblos mit einem Mainstream-Toyotopelfordmazdagolf das größere Geld verdienen wollen, als mit einem knorrigen britischen Roadster oder einer Harley permanent in love zu fallen, sende ich Ihnen auch gern ein Exposé ...« eines Stino-Romans zu.
Jou. Das hat mich doch ins Grübeln gebracht. Ich fürchte, der Herr hat da was falsch verstanden. So wie ein Zuckerbäcker nach Jahren voller Süßem Sehnsucht nach sauren Gurken hat und ein Polizist in der Freizeit alles außer Krimis liest, so habe ich natürlich auch das Bedürfnis nach Abwechslung, zumal ich ja auch noch andere Interessen habe als nur SM ... Politik und Geschichte etwa. Reisen. In diesem Sinne meinte ich »Mainstream« - im Sinne von »Nichterotisches«, nicht unbedingt im Sinne von »Stino-Erotik«.
Obwohl ich die natürlich auch nicht verachte. 32.000 verkaufte Exemplare von »Sex für Fortgeschrittene«, das ist mit SM-Titeln so gut wie nicht zu machen. Ohne diesen Erfolg hätte ich mir meine gebrauchte Harley vielleicht nicht leisten können;-) Es war eben schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben. Deshalb auch die relativ kleinen Auflagen und, dadurch bedingt, die relativ hohen Preise meiner Bücher.
Der SM-Buchmarkt ist eben eine Nische. In einer Nische kann es relativ gemütlich sein, geschützt vor den großen Haien im weiten Meer gewissermaßen, aber es kann auch unangenehm eng sein, die Wachstumsmöglichkeiten beschneiden. Den Ausblick beschränken.
Mr. X kann aber beruhigt sein. Natürlich wird es weiterhin SM-Titel aus meinem Hause geben, es ging ja nur um Ergänzendes. Und wenn ich sehe, wie viele SM-Titel für 2010 schon wieder geplant sind, dann wird es sowieso schon wieder verdammt eng für alles geplante Nichterotische ... (Außerdem haben die meisten Autoren, die ich bislang ansprach, sich skeptisch geäußert: Veröffentlichen in einem SM-Verlag? Lieber nicht ... So kann das mit Nischen sein: Steckt man mal in einer solchen, hat man - wie ein Schauspieler nach zu vielen einseitig ausgewählten Rollen - ein Etikett weg, und es ist schwer, das wieder abzukriegen ...)
7.12.09
»Austickende Schweizer« vs. »Pfosten der Unaufgeklärtheit«
Großer Gott! (... und Allahu akbar ;-) Kochen die Leidenschaften immer noch hoch bei dem Streit ums Schweizer Minarettverbot!
Mancher Blogger versteigt sich gar dazu zu behaupten, die Schweizer wären bei der Abstimmung »reihenweise ausgetickt« und hätten sich dazu verleiten lassen, gegen die Religionsfreiheit zu stimmen (dabei sind Moscheenbau und muslimische Gottesdienste natürlich weiterhin erlaubt).
Nicht vergessen wird auch der Hinweis, bei den Minarettgegnern handle es sich überwiegend um dümmliche Unterschichts-Prolls. Tja, vielleicht liegt das daran, daß die Unterschicht eher in den Stadtteilen lebt, wo Minarette entstehen, wohingegen die Bessersituierten in friedlichen Villengegenden leben oder auf dem Lande, fernab von den meisten Muslimen, und sich daher leicht in Toleranz üben können ...
Es fehlt auch nicht der Hinweis darauf, daß die Schweizer in irgendwelchen US-TV-Satireshows zur Lachnummer werden. Hahahahaha.
Irritierend, das Ganze. Das findet auch dieser Poster in einem anderen Internetforum:
»Es ist schon irritierend, mit welcher Beflissenheit weite Kreise plötzlich irgendwelchen hinterwäldlerischen Ziegenbärten beim Bau von Minaretten hierzulande behilflich sein wollen. Man möchte meinen, sie müßten ganz andere Probleme haben. Ich bin mir ganz sicher: Die Toleranz, die sie für die Manifestationen des Islam bei uns einfordern, würde ihnen in vielen islamischen Ländern ganz gewiß nicht gewährt.
Ich bin geplagt genug von Glockentürmen, die ich als Ausdruck der ›Religionsfreiheit‹ hinzunehmen habe. Aber die stehen teilweise immerhin schon seit tausend Jahren hier. Was soll das für ein Fortschritt sein, das Übel zu vermehren, weitere Pfosten der Unaufgeklärtheit hier einzuschlagen, anstatt die alten nach und nach zu überwinden?
Komisch, das Ganze, oder vielmehr traurig.«
Und nach Vorwürfen, hier finde sich eine eigenartige, aber würdige Koalition zusammen:
»Falls du dich auf mein Posting beziehst, fürchte ich, falsch verstanden worden zu sein. Und natürlich kann ich mir nicht aussuchen, wer sich mit seinen Auffassungen in eine Koalition mit meinen gesellt.
Nun tun eine Menge Leute so, als ginge die Welt unter, weil Moslems in der Schweiz keine Minarette bauen dürfen. Da sind Leute dabei, die für ihren Lebensstil nicht die geringste Toleranz in islamischen Ländern erwarten dürften, ein Lebensstil, der sich immerhin auf Aufklärung, Emanzipation und Liberalität stützen kann. Und ausgerechnet solche Leute tun so, als ginge es bei diesem Bauverbot für Minarette um Diskriminierung oder die Verletzung von Menschenrechten. Wohlgemerkt: Nicht die Glaubensausübung wurde verboten, nicht einmal der Bau von Moscheen. Mag sein, daß viele Schweizer etwas anderes mit ihrem Entscheid abgelehnt haben, aber für mich sind Minarette (wenn sie jetzt und hier neu gebaut werden) ein Symbol der Unaufgeklärtheit. Wir importieren damit etwas, was wir mühevoll über Jahrhunderte überwinden mußten.«
Jou. Und hier - nur so als kleines Beispiel - eine Auflistung der muslimischen Toleranz gegenüber Schwulen:
Von Bußgeld bis Todesstrafe
Ja, es sind auch christliche Länder dabei. Aber zu zwei Dritteln handelt es sich um muslimische Länder. An vorderster Stelle: Saudiarabien und Mauretanien: Rübe ab für ertappte Schwule! Pikantes Detail am Rande: Mauretanien kritisierte 2008 die Schweiz vor der UNO wegen mangelnder Menschenrechte, ließ sich aber immerhin dazu herab zuzugestehen, die Schweiz habe »im Gender-Bereich Fortschritte gemacht«. Ganz im Gegensatz zu Mauretanien offensichtlich:
»Als einer der ersten Staaten wurde vor einer Woche im Beisein der Außenministerin Micheline Calmy-Rey die Schweiz durchleuchtet. Die dreistündige Debatte im Uno-Gebäude in Genf war allerdings kein Beispiel eines heilenden, herrschaftsfreien Diskurses, sondern glich eher einem absurden, kafkaesken Stück. Die rund vierzig Diplomatinnen und Diplomaten hatten je zwei Minuten zur Verfügung, um die Anregungen ihrer Länder vorzubringen. Ihre Voten waren mehrheitlich von ideologischen und politischen Eigeninteressen bestimmt und schwankten zwischen Groteske, Unehrlichkeit und Ignoranz. Sie zeichneten das Bild einer Schweiz, die sich zwar um Besserung bemüht, aber sich in vielerlei Hinsicht, was die Umsetzung der Menschenrechte betrifft, noch in besorgniserregender Lage befindet.
Verschiedenste Länder mahnten daher die Schweiz an, so schnell als möglich eine landesweite, ›unabhängige Menschenrechtsinstitution‹ zu schaffen, welche die Verstöße beobachten, melden und anprangern könnte. Die Betonung auf ›unabhängig‹ suggerierte, daß sie die bestehenden helvetischen Behörden und Gesetze als ›abhängig‹, das heisst als unfähig, parteiisch, verfault oder was auch immer erachten. Die Empfehlungen kamen unter anderem von Ländern wie Deutschland, Malaysia, Mexiko, Indien, Algerien, Saudi-Arabien oder Mauretanien, einem hochkorrupten, von hausgemachten Hungersnöten und Sklavenwirtschaft geprägten Staat, dessen verschleierte Vertreterin der Schweiz immerhin zubilligte, im ›Gender-Bereich‹ Fortschritte gemacht zu haben.
(...) So äußerten sich die meisten Redner besorgt über zunehmende Fremdenfeindlichkeit, Ausländerdiskriminierung und rassistische Stimmung. Islamische Länder wie Ägypten, Katar, Marokko beklagten die menschenrechtswidrige Diskriminierung ihrer Religion, um wie gewohnt eine angeblich zu weit gehende Meinungsfreiheit zu unterstellen. Rußland wunderte sich, daß in der Schweiz Parteien mit unverhohlen rassistischer Gesinnung legal seien; Nigeria sah in der Tatsache, daß die meisten Redner das Thema Rassismus und Xenophobie angesprochen hätten, den Beweis, daß Rassismus und Xenophobie eine Realität in der Schweiz seien; und der Feminist aus Kanada wußte gar von exzessiver, rassistisch motivierter Polizeigewalt gegen Ausländer zu berichten.
Eine Bündelung dieser Meinungen lieferte der Gesandte des Irans. Er drückte zuerst seine Befriedigung darüber aus, daß die Schweiz in ihre neue Verfassung den Zusatz aufgenommen habe, daß vor dem Gesetz alle Menschen gleich seien. Dann äußerte er aber seine starke Besorgnis über die ›Vorfälle rassistischer Intoleranz‹ und die ›anhaltenden feindseligen Einstellungen gegenüber Schwarzen und Muslimen‹, die ›wir in den jüngsten Jahren beobachtet haben‹. Angesichts der Fälle von ›Misshandlung und Folter‹ in ›Polizeigewahrsam‹ und bei ›Verhören‹ müsse man festhalten, daß die Kantone bei ihrer Aufgabe, die Polizei zu kontrollieren, versagt hätten. Und auch der Frauenhandel, die Prostitution, die sexuelle Ausbeutung und die Gewalt, welche Migrantinnen in der Schweiz riskierten, erfüllten ihn mit Sorge. Aber niemand sei perfekt, munterte der Mann aus dem Gottesstaat, wo mutmaßliche Ehebrecherinnen in einen Leinensack gesteckt, in eine Grube gestellt und mit gezielten Steinwürfen an den Kopf getötet werden, die Schweiz auf. Der Weg zur Verbesserung sei der ›genuine und konstruktive Dialog‹. Ein Dialog, wie ›er bereits existiert‹ zwischen der Islamischen Republik Iran und der Schweiz. Beide Partner ›versuchen einander zu helfen‹, um die Menschenrechtssituation in ihren Ländern zu optimieren.«
Na, dann können wir ja alle zufrieden sein ;-) Frau Calmy-Rey ließ das alles ruhig über sich ergehen, statt den ganzen Unfug einfach zurückzuweisen oder die Sitzung zu verlassen. Möglicherweise möchte sie aus diesen ganzen z. T. absurden Anschuldigungen ihr »linksfeministisches innenpolitisches Süppchen kochen« gegen innenpolitische Schweizer Gegner, wie der Journalist suggeriert. Möglich ist alles bei einer Frau, die qualifizierte männliche Bewerber für den Schweizer diplomatischen Dienst zurückwies, weil eine Frauenquote noch nicht erfüllt war. - Und hier der Artikel in ganzer Pracht:
»Die Menschenrechtler«
Auffallend ist bei der Schwulen-Strafliste, daß weibliche Homosexualität (d. h. Lesbentum) geringer bis gar nicht bestraft wird: Genau dieselbe Sch..., die wir hier im Abendland glücklicherweise (und mühseligerweise) überwunden haben. Und das sollen wir uns nun importieren? Na, Mahlzeit.
Und mit diesem Wort zum Montag entlasse ich Sie in die zweite Adventswoche ...
Rüdiger Happ
Mancher Blogger versteigt sich gar dazu zu behaupten, die Schweizer wären bei der Abstimmung »reihenweise ausgetickt« und hätten sich dazu verleiten lassen, gegen die Religionsfreiheit zu stimmen (dabei sind Moscheenbau und muslimische Gottesdienste natürlich weiterhin erlaubt).
Nicht vergessen wird auch der Hinweis, bei den Minarettgegnern handle es sich überwiegend um dümmliche Unterschichts-Prolls. Tja, vielleicht liegt das daran, daß die Unterschicht eher in den Stadtteilen lebt, wo Minarette entstehen, wohingegen die Bessersituierten in friedlichen Villengegenden leben oder auf dem Lande, fernab von den meisten Muslimen, und sich daher leicht in Toleranz üben können ...
Es fehlt auch nicht der Hinweis darauf, daß die Schweizer in irgendwelchen US-TV-Satireshows zur Lachnummer werden. Hahahahaha.
Irritierend, das Ganze. Das findet auch dieser Poster in einem anderen Internetforum:
»Es ist schon irritierend, mit welcher Beflissenheit weite Kreise plötzlich irgendwelchen hinterwäldlerischen Ziegenbärten beim Bau von Minaretten hierzulande behilflich sein wollen. Man möchte meinen, sie müßten ganz andere Probleme haben. Ich bin mir ganz sicher: Die Toleranz, die sie für die Manifestationen des Islam bei uns einfordern, würde ihnen in vielen islamischen Ländern ganz gewiß nicht gewährt.
Ich bin geplagt genug von Glockentürmen, die ich als Ausdruck der ›Religionsfreiheit‹ hinzunehmen habe. Aber die stehen teilweise immerhin schon seit tausend Jahren hier. Was soll das für ein Fortschritt sein, das Übel zu vermehren, weitere Pfosten der Unaufgeklärtheit hier einzuschlagen, anstatt die alten nach und nach zu überwinden?
Komisch, das Ganze, oder vielmehr traurig.«
Und nach Vorwürfen, hier finde sich eine eigenartige, aber würdige Koalition zusammen:
»Falls du dich auf mein Posting beziehst, fürchte ich, falsch verstanden worden zu sein. Und natürlich kann ich mir nicht aussuchen, wer sich mit seinen Auffassungen in eine Koalition mit meinen gesellt.
Nun tun eine Menge Leute so, als ginge die Welt unter, weil Moslems in der Schweiz keine Minarette bauen dürfen. Da sind Leute dabei, die für ihren Lebensstil nicht die geringste Toleranz in islamischen Ländern erwarten dürften, ein Lebensstil, der sich immerhin auf Aufklärung, Emanzipation und Liberalität stützen kann. Und ausgerechnet solche Leute tun so, als ginge es bei diesem Bauverbot für Minarette um Diskriminierung oder die Verletzung von Menschenrechten. Wohlgemerkt: Nicht die Glaubensausübung wurde verboten, nicht einmal der Bau von Moscheen. Mag sein, daß viele Schweizer etwas anderes mit ihrem Entscheid abgelehnt haben, aber für mich sind Minarette (wenn sie jetzt und hier neu gebaut werden) ein Symbol der Unaufgeklärtheit. Wir importieren damit etwas, was wir mühevoll über Jahrhunderte überwinden mußten.«
Jou. Und hier - nur so als kleines Beispiel - eine Auflistung der muslimischen Toleranz gegenüber Schwulen:
Von Bußgeld bis Todesstrafe
Ja, es sind auch christliche Länder dabei. Aber zu zwei Dritteln handelt es sich um muslimische Länder. An vorderster Stelle: Saudiarabien und Mauretanien: Rübe ab für ertappte Schwule! Pikantes Detail am Rande: Mauretanien kritisierte 2008 die Schweiz vor der UNO wegen mangelnder Menschenrechte, ließ sich aber immerhin dazu herab zuzugestehen, die Schweiz habe »im Gender-Bereich Fortschritte gemacht«. Ganz im Gegensatz zu Mauretanien offensichtlich:
»Als einer der ersten Staaten wurde vor einer Woche im Beisein der Außenministerin Micheline Calmy-Rey die Schweiz durchleuchtet. Die dreistündige Debatte im Uno-Gebäude in Genf war allerdings kein Beispiel eines heilenden, herrschaftsfreien Diskurses, sondern glich eher einem absurden, kafkaesken Stück. Die rund vierzig Diplomatinnen und Diplomaten hatten je zwei Minuten zur Verfügung, um die Anregungen ihrer Länder vorzubringen. Ihre Voten waren mehrheitlich von ideologischen und politischen Eigeninteressen bestimmt und schwankten zwischen Groteske, Unehrlichkeit und Ignoranz. Sie zeichneten das Bild einer Schweiz, die sich zwar um Besserung bemüht, aber sich in vielerlei Hinsicht, was die Umsetzung der Menschenrechte betrifft, noch in besorgniserregender Lage befindet.
Verschiedenste Länder mahnten daher die Schweiz an, so schnell als möglich eine landesweite, ›unabhängige Menschenrechtsinstitution‹ zu schaffen, welche die Verstöße beobachten, melden und anprangern könnte. Die Betonung auf ›unabhängig‹ suggerierte, daß sie die bestehenden helvetischen Behörden und Gesetze als ›abhängig‹, das heisst als unfähig, parteiisch, verfault oder was auch immer erachten. Die Empfehlungen kamen unter anderem von Ländern wie Deutschland, Malaysia, Mexiko, Indien, Algerien, Saudi-Arabien oder Mauretanien, einem hochkorrupten, von hausgemachten Hungersnöten und Sklavenwirtschaft geprägten Staat, dessen verschleierte Vertreterin der Schweiz immerhin zubilligte, im ›Gender-Bereich‹ Fortschritte gemacht zu haben.
(...) So äußerten sich die meisten Redner besorgt über zunehmende Fremdenfeindlichkeit, Ausländerdiskriminierung und rassistische Stimmung. Islamische Länder wie Ägypten, Katar, Marokko beklagten die menschenrechtswidrige Diskriminierung ihrer Religion, um wie gewohnt eine angeblich zu weit gehende Meinungsfreiheit zu unterstellen. Rußland wunderte sich, daß in der Schweiz Parteien mit unverhohlen rassistischer Gesinnung legal seien; Nigeria sah in der Tatsache, daß die meisten Redner das Thema Rassismus und Xenophobie angesprochen hätten, den Beweis, daß Rassismus und Xenophobie eine Realität in der Schweiz seien; und der Feminist aus Kanada wußte gar von exzessiver, rassistisch motivierter Polizeigewalt gegen Ausländer zu berichten.
Eine Bündelung dieser Meinungen lieferte der Gesandte des Irans. Er drückte zuerst seine Befriedigung darüber aus, daß die Schweiz in ihre neue Verfassung den Zusatz aufgenommen habe, daß vor dem Gesetz alle Menschen gleich seien. Dann äußerte er aber seine starke Besorgnis über die ›Vorfälle rassistischer Intoleranz‹ und die ›anhaltenden feindseligen Einstellungen gegenüber Schwarzen und Muslimen‹, die ›wir in den jüngsten Jahren beobachtet haben‹. Angesichts der Fälle von ›Misshandlung und Folter‹ in ›Polizeigewahrsam‹ und bei ›Verhören‹ müsse man festhalten, daß die Kantone bei ihrer Aufgabe, die Polizei zu kontrollieren, versagt hätten. Und auch der Frauenhandel, die Prostitution, die sexuelle Ausbeutung und die Gewalt, welche Migrantinnen in der Schweiz riskierten, erfüllten ihn mit Sorge. Aber niemand sei perfekt, munterte der Mann aus dem Gottesstaat, wo mutmaßliche Ehebrecherinnen in einen Leinensack gesteckt, in eine Grube gestellt und mit gezielten Steinwürfen an den Kopf getötet werden, die Schweiz auf. Der Weg zur Verbesserung sei der ›genuine und konstruktive Dialog‹. Ein Dialog, wie ›er bereits existiert‹ zwischen der Islamischen Republik Iran und der Schweiz. Beide Partner ›versuchen einander zu helfen‹, um die Menschenrechtssituation in ihren Ländern zu optimieren.«
Na, dann können wir ja alle zufrieden sein ;-) Frau Calmy-Rey ließ das alles ruhig über sich ergehen, statt den ganzen Unfug einfach zurückzuweisen oder die Sitzung zu verlassen. Möglicherweise möchte sie aus diesen ganzen z. T. absurden Anschuldigungen ihr »linksfeministisches innenpolitisches Süppchen kochen« gegen innenpolitische Schweizer Gegner, wie der Journalist suggeriert. Möglich ist alles bei einer Frau, die qualifizierte männliche Bewerber für den Schweizer diplomatischen Dienst zurückwies, weil eine Frauenquote noch nicht erfüllt war. - Und hier der Artikel in ganzer Pracht:
»Die Menschenrechtler«
Auffallend ist bei der Schwulen-Strafliste, daß weibliche Homosexualität (d. h. Lesbentum) geringer bis gar nicht bestraft wird: Genau dieselbe Sch..., die wir hier im Abendland glücklicherweise (und mühseligerweise) überwunden haben. Und das sollen wir uns nun importieren? Na, Mahlzeit.
Und mit diesem Wort zum Montag entlasse ich Sie in die zweite Adventswoche ...
Rüdiger Happ
5.12.09
»Jammern auf hohem Niveau ...«
sei es, wenn sich Muslime über den Schweizer Volksentscheid contra Minarette erregten, schrieb unlängst ein selbstkritischer türkischer Journalist* in seinem Blatt. Zwar mißbilligte er auch er den Ausgang des Schweizer Referendums, aber kritisch trug der die Fakten zur Lage in der Türkei zusammen: Bis 2003 hatten Nichtmuslime in der Türkei überhaupt keine Möglichkeit, neue Kirchen zu errichten, denn die Bauordnungen sahen nur neue Moscheen vor. Endlich wurde das Wort »Moschee« durch »Gebetsstätte« ersetzt, de facto aber änderte sich wenig. Die Behörden verweigerten ganz einfach die Genehmigungen für Kirchen. Und das in einem relativ »liberalen« Land des muslimischen Teils der Welt. Bevor man hier dazu vordringt, das Recht auf Glockentürme zu debattieren, müßte man erst mal die dazugehörige Kirche selbst genehmigen ... Aber Pustekuchen. Das 1971 geschlossene Priesterseminar auf der türkischen Insel Chalki bleibt geschlossen, die enteigneten Gebäude bleiben enteignet. Und das bei einem Beitrittsanwärter zur Europäischen Union. Pfui.
Derweil geht der zu erwartende Theaterdonner über den Schweizer Entscheid weiter, »dem Publikum soll schließlich was geboten werden. So grollten und grummelten türkische Politiker nach dem Minarett-Referendum in der Schweiz routiniert vor sich hin. Eine ›Schande‹ sei das (Staatspräsident Gül), ein Ausweis der ›Islamphobie‹(Ministerpräsident Erdogan) ... ein gemischt publizistisch-politischer Chor, der wieder einmal die Evergreens muslimischer Empörung vom Blatt sang.«
*laut FAZ vom 3. und 5. Dezember 2009
Derweil geht der zu erwartende Theaterdonner über den Schweizer Entscheid weiter, »dem Publikum soll schließlich was geboten werden. So grollten und grummelten türkische Politiker nach dem Minarett-Referendum in der Schweiz routiniert vor sich hin. Eine ›Schande‹ sei das (Staatspräsident Gül), ein Ausweis der ›Islamphobie‹(Ministerpräsident Erdogan) ... ein gemischt publizistisch-politischer Chor, der wieder einmal die Evergreens muslimischer Empörung vom Blatt sang.«
*laut FAZ vom 3. und 5. Dezember 2009
3.12.09
»Die Muezzine der Mainstream-Medien ...

... waren sich in ihrem Entsetzen einig« über den Volksentscheid der Schweizer, Minarette zu verbieten, so gestern morgen Roger Köppel, der Chefredakteur der Zürcher »Weltwoche«, in einem Gastbeitrag in der FAZ. Tja, dann ist man wohl soweit, mit Bert Brecht zu sagen: »Wäre es nicht gescheiter, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?«
Kuriose Situation: Ein kleines Bergvolk verbietet ein paar Türme, und halb Europa steht kopf - oder versucht wenigstens ersatzweise, die Hände über demselben zusammenzuschlagen ;-) Die Süddeutsche Zeitung sprach von einem »Kollateralschaden der direkten Demokratie«. In Herrenreitermanier befand der Journalist, so komme es eben, wenn man das Volk nicht nur über Turnhallen und Transrapid abstimmen lasse, sonder über alles. Wo kommt man denn da hin!? Dahin:
»Ein Gespenst geht um: die Demokratie. Demokratie heißt Volksherrschaft, und es gehört zu den Berufsrisiken dieser Regierungsform, daß das Volk manchmal anders denkt und fühlt als seine Regierung (...). Das politische Establishment, eifrig unterstützt von allen großen Zeitungshäusern, orchestrierte eine gewaltige Einschüchterungskampagne. Die Schweiz, hieß es, würde sich ins Abseits manövrieren mit dem Kampf gegen die Minarette. Plakate wurden verboten. Man malte das Schreckgespenst arabischer Boykotte an die Wand. Doch die Drohungen verfingen nicht: Bis weit ins linke und liberale Milieu muß die islamkritische Initiative Anklang gefunden haben. Noch selten war der Abstand zwischen den Eliten und den gewöhnlichen Bürgern in der Schweiz so groß.
Das Abstimmungsresultat (...) war nicht Ausdruck von Angst, sondern von Mut. Eine Mehrheit der Schweizer hat sich gegen alle Bevormundungen die Freiheit herausgenommen, eine andere Meinung zu vertreten als die von den Politikern und Intellektuellen gewünschte.(...)
Gerade die EU hat sich (...) zu einem Instrument der Demokratieverhinderung entwickelt. Viele Brüsseler Institutionen sind auf der Grundlage eines soliden Mißtrauens gegen die eigenen Bevölkerungen von oben nach unten errichtet worden. (...)
Was immer an unterschiedlichen Motiven hineinspielte, der entscheidende Grund für das Abstimmungsresultat darf nicht übersehen werden: In der Schweiz herrscht große Skepsis gegenüber dem Islam und vor allem gegenüber dem Integrationswillen der schnell wachsenden muslimischen Minderheit, die innerhalb weniger Jahre auf rund 400.000 Personen anschwoll. (...) Es ist nachvollziehbar und vernünftig, daß die Schweizer hellhörig bis kritisch werden, wenn sie sich mit einer Religion konfrontiert sehen, die im Unterschied zum Christentum ihren weltlichen Herrschaftsanspruch immer noch geltend macht. Das Minarett wurde als Ausdruck des politischen Islam bekämpft und als Markierung, mit der sich die Muslime von der säkularen Schweizer Leitkultur Richtung Parallelgesellschaft abgrenzen wollen.(...) Der Islam ist eine problematische Religion, weil er die Trennung von Kirche und Staat bis heute nicht zustande brachte. (...) Ungeachtet dessen: Die Ausübung ihrer Religion bleibt den Muslimen weiterhin unbenommen. Von einer Einschränkung der Glaubensfreiheit kann keine Rede sein.
Während sich die deutschen Meinungsführer ihren heiligen Zorn über den Schweizer Volksentscheid von der Seele schrieben, meldeten sich ihre Leser mit ganz anderen Voten zu Wort« - nämlich mit Dreiviertel-Zustimmungsraten zum Minarettverbot. Prost und gute Nacht!
30.11.09
Komplett runderneuerte Website :-)
Endlich ist es soweit: Nach 10 Jahren und 3 1/2 Monaten erstrahlt die Website des Marterpfahl Verlags runderneuert in neuem Glanz. Gut - kleine Macken müssen noch beseitigt werden, aber im großen und ganzen ist es doch okay, oder? Sachlicher als früher, ohne große »Stories« oder Bilder, aber gerade das wollte ich ja.
Ach ja: Vor kurzem erhielt ich noch eine Mail: »Hallo Ruth, kannst Du mir sagen ...«
Tja, von Ruth heißt es nun auch Abschied zu nehmen. Schade eigentlich - sie war ein nettes Mädel :-) 10 Jahre lang hat sie uns Literatur serviert ...

... jetzt wird sie uns für immer verlassen *schnüff* ... aber sie wird hoffentlich immer ein warmes Heim haben im Himmel für alte, abgenutzte Phantasien ...
Ach ja: Vor kurzem erhielt ich noch eine Mail: »Hallo Ruth, kannst Du mir sagen ...«
Tja, von Ruth heißt es nun auch Abschied zu nehmen. Schade eigentlich - sie war ein nettes Mädel :-) 10 Jahre lang hat sie uns Literatur serviert ...

... jetzt wird sie uns für immer verlassen *schnüff* ... aber sie wird hoffentlich immer ein warmes Heim haben im Himmel für alte, abgenutzte Phantasien ...
Die arme Demokratie ...
Einer meiner Bekannten betätigt sich in der Freizeit als Amateur-Rockmusiker. Vor Jahren hatte seine damalige Band einen Probenraum, der direkt neben einer Hinterhofmoschee lag. Hier prallten zwei Welten aufeinander. Ständig gab es Ärger, Behinderungen beim Transport der Anlage, dumme Bemerkungen - die Moslems konnten offenbar ganz einfach diese Art von Musik nicht akzeptieren. Ein weibliches Bandmitglied im Minirock wurde gar offen angepöbelt, sie sei eine Hure, eine Nutte. Muß man sich das gefallen lassen? Mein Bekannter, der auch noch andere negative Erlebnisse dieser Art zu berichten weiß, hat denn auch die Nase voll: »Wenn ich mir vorstelle, daß der Ruf eines Muezzins von einem Minarett über mein Wohnviertel schallt, dann macht mir das keine Laune.«
Genau das fanden die Schweizer Stimmbürger mehrheitlich auch - und stimmten für das Minarettverbot. Und lösten einen Wirbelsturm öffentlicher Empörung in ganz Europa aus, besonders schön hier zusammengefaßt. Man faßt sich an den Kopf, wozu sich manche versteigen: »Rassismus« sei der Entscheid (als ob die Moslems eine andere Rasse wären als die Nichtmoslems), »eine Schande für die Schweiz«, zumindest aber ein Angriff auf die Religionsfreiheit.*
Schauen Sie mal hier, werter Leser:

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Kein Minarett jedenfalls. Und dabei ist das die Al-Aqsah-Moschee in Kairo, eine der wichtigsten Moscheen überhaupt. Minarette sind nämlich keineswegs zwingend für eine Moschee, genauso wenig wie ein Glockenturm für eine Kirche.
Der Glauben ist frei, nicht aber das aus dem Glauben resultierende Handeln. Ein streng protestantischer Niederländer muß laut Gerichtsurteil im Auto den Sicherheitsgurt anlegen, auch wenn er findet, wenn Gott ihn mit einem Unfall strafen wolle, dürfe man dem nicht wehren. Führt eine Schule Schuluniformen ein, sind eben ab sofort sowohl Lumpenjeans als auch Kopftuch passé. Wenn Schächten aus Tierschutzgründen verboten ist, müssen Juden und Moslems eben Fleisch importieren oder vegetarisch leben. Und wenn das Recht auf körperliche Unversehrtheit durchgesetzt wird, dann haben eben Beschneidungen von Knaben und Mädchen aus religiösen, nichtmedizinischen Gründen zu unterbleiben. Punkt.
»Populismus« ist noch der mildeste Vorwurf, den sich die armen Schweizer gefallen lassen müssen. Aber ist die Demokratie nicht dazu gedacht, den Willen des Volkes (lat. »populus«) durchzusetzen? Kann ein Volk auch vernagelte, unsinnige Beschlüsse fassen? Klar. »Wenn 60 Millionen Menschen etwas Dummes sagen, so bleibt es doch etwas Dummes.« (George Bernard Shaw). Vox populi ist eben nicht vox dei. Aber genauso kann sich auch ein Alleinherrscher irren. Oder eine Politikerkaste, wie wir sie jetzt haben. Die Vergangenheit hat allerdings gezeigt, daß das Schweizer Stimmvolk Fehlentscheidungen meist ein paar Jahre später korrigiert, wenn sich die Gemüter beruhigt haben. Konservativ, aber nicht vernagelt, und sich bedächtig, nicht überhastet, an Neues herantastend - das ist nicht die schlechteste Einstellung in dieser Zeit.
Gestern sah ich mit einem Freund den neuen Michael-Moore-Film »Kapitalismus - eine Liebeserklärung«. Das politische System der USA sei ein Spielball, eine Beute des Großkapitals, behauptete der Film und stellte das als eine Entwicklung der letzten Jahre und Jahrzehnte dar - als hätte es nicht schon Ende des 19. Jahrhunderts Klagen gegeben, das Weiße Haus sei eine Marionette der Trusts, der Rockefellers, Vanderbilts etc. Die reichen Plutokraten hätten kein Interesse an der Demokratie, so Moores These. Gewöhnliche Menschen seien für die nur als Arbeitssklaven und Konsumenten interessant. Das Wahl- und Abstimmungsrecht sähen sie am liebsten abgeschafft, da es ihren Interessen schaden könne.
Die wohlmeinende Politikerkaste billigt die Demokratie offenbar auch nur, solange das Volk im gewünschten Sinne abstimmt. Wie lästig, bei Referenden um Zustimmung werben zu müssen, Überzeugungsarbeit leisten zu müssen! »Ich bin froh, daß es Deutschland keine Referenden gibt«, sagte denn auch ein Interviewter heute im Radio erfrischend ehrlich mit Blick auf das Schweizer Minarettverbot. Notfalls läßt man bockbeinige kleine Völker (die Iren, die Dänen) eben so lange abstimmen, bis das Ergebnis aus Sicht der Regierenden stimmt. (Auch in der Schweiz gibt es solche Beispiele - leider).
Kein Wunder, daß die Umfrageergebnisse vor der Abstimmung anders aussahen als das Ergebnis. Viele hielten es für weiser, angesichts des Meinungsdrucks mit ihrer wahren Meinung hinter dem Berg zu halten - bis zur Wahlkabine.
Hach ja - um die Demokratie steht's nicht gut. Von gleich zwei Seiten gerät sie unter Beschuß: Die Plutokraten und Großkonzerne wollen sie nicht, und der wohlmeinenden »politischen Klasse« ist sie ebenfalls meist lästig, assistiert von den meisten Medien, die wieder einmal viel linker sind als vermutlich der Querschnitt auch des deutschen Volkes und mal wieder wie verhinderte Oberlehrer auftreten.
*Seufz* Und das alles an einem Tag, so trist und grau, daß man am liebsten einfach durchschlafen möchte. Na wenigstens darf man sich noch einen tröstenden Rotwein eingießen, solange man noch nicht muslimisch ist ... ;-) In diesem Sinne: Fröhlichen Advent, liebe Leser!
* In den von mir gehörten Radio-Presseschauen hob sich nur eine einzige Pressestimme wohltuend von der allgemeinen Hysterie ab - eine Zeitung aus Passau: »Wenn die Schweizer lieber unter Kirchtürmen leben wollen als unter Minaretten, dann ist das ihr gutes Recht. In einem christlich geprägten Land sollte der Islam nicht so auftrumpfen.« Eben.
Genau das fanden die Schweizer Stimmbürger mehrheitlich auch - und stimmten für das Minarettverbot. Und lösten einen Wirbelsturm öffentlicher Empörung in ganz Europa aus, besonders schön hier zusammengefaßt. Man faßt sich an den Kopf, wozu sich manche versteigen: »Rassismus« sei der Entscheid (als ob die Moslems eine andere Rasse wären als die Nichtmoslems), »eine Schande für die Schweiz«, zumindest aber ein Angriff auf die Religionsfreiheit.*
Schauen Sie mal hier, werter Leser:

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Kein Minarett jedenfalls. Und dabei ist das die Al-Aqsah-Moschee in Kairo, eine der wichtigsten Moscheen überhaupt. Minarette sind nämlich keineswegs zwingend für eine Moschee, genauso wenig wie ein Glockenturm für eine Kirche.
Der Glauben ist frei, nicht aber das aus dem Glauben resultierende Handeln. Ein streng protestantischer Niederländer muß laut Gerichtsurteil im Auto den Sicherheitsgurt anlegen, auch wenn er findet, wenn Gott ihn mit einem Unfall strafen wolle, dürfe man dem nicht wehren. Führt eine Schule Schuluniformen ein, sind eben ab sofort sowohl Lumpenjeans als auch Kopftuch passé. Wenn Schächten aus Tierschutzgründen verboten ist, müssen Juden und Moslems eben Fleisch importieren oder vegetarisch leben. Und wenn das Recht auf körperliche Unversehrtheit durchgesetzt wird, dann haben eben Beschneidungen von Knaben und Mädchen aus religiösen, nichtmedizinischen Gründen zu unterbleiben. Punkt.
»Populismus« ist noch der mildeste Vorwurf, den sich die armen Schweizer gefallen lassen müssen. Aber ist die Demokratie nicht dazu gedacht, den Willen des Volkes (lat. »populus«) durchzusetzen? Kann ein Volk auch vernagelte, unsinnige Beschlüsse fassen? Klar. »Wenn 60 Millionen Menschen etwas Dummes sagen, so bleibt es doch etwas Dummes.« (George Bernard Shaw). Vox populi ist eben nicht vox dei. Aber genauso kann sich auch ein Alleinherrscher irren. Oder eine Politikerkaste, wie wir sie jetzt haben. Die Vergangenheit hat allerdings gezeigt, daß das Schweizer Stimmvolk Fehlentscheidungen meist ein paar Jahre später korrigiert, wenn sich die Gemüter beruhigt haben. Konservativ, aber nicht vernagelt, und sich bedächtig, nicht überhastet, an Neues herantastend - das ist nicht die schlechteste Einstellung in dieser Zeit.
Gestern sah ich mit einem Freund den neuen Michael-Moore-Film »Kapitalismus - eine Liebeserklärung«. Das politische System der USA sei ein Spielball, eine Beute des Großkapitals, behauptete der Film und stellte das als eine Entwicklung der letzten Jahre und Jahrzehnte dar - als hätte es nicht schon Ende des 19. Jahrhunderts Klagen gegeben, das Weiße Haus sei eine Marionette der Trusts, der Rockefellers, Vanderbilts etc. Die reichen Plutokraten hätten kein Interesse an der Demokratie, so Moores These. Gewöhnliche Menschen seien für die nur als Arbeitssklaven und Konsumenten interessant. Das Wahl- und Abstimmungsrecht sähen sie am liebsten abgeschafft, da es ihren Interessen schaden könne.
Die wohlmeinende Politikerkaste billigt die Demokratie offenbar auch nur, solange das Volk im gewünschten Sinne abstimmt. Wie lästig, bei Referenden um Zustimmung werben zu müssen, Überzeugungsarbeit leisten zu müssen! »Ich bin froh, daß es Deutschland keine Referenden gibt«, sagte denn auch ein Interviewter heute im Radio erfrischend ehrlich mit Blick auf das Schweizer Minarettverbot. Notfalls läßt man bockbeinige kleine Völker (die Iren, die Dänen) eben so lange abstimmen, bis das Ergebnis aus Sicht der Regierenden stimmt. (Auch in der Schweiz gibt es solche Beispiele - leider).
Kein Wunder, daß die Umfrageergebnisse vor der Abstimmung anders aussahen als das Ergebnis. Viele hielten es für weiser, angesichts des Meinungsdrucks mit ihrer wahren Meinung hinter dem Berg zu halten - bis zur Wahlkabine.
Hach ja - um die Demokratie steht's nicht gut. Von gleich zwei Seiten gerät sie unter Beschuß: Die Plutokraten und Großkonzerne wollen sie nicht, und der wohlmeinenden »politischen Klasse« ist sie ebenfalls meist lästig, assistiert von den meisten Medien, die wieder einmal viel linker sind als vermutlich der Querschnitt auch des deutschen Volkes und mal wieder wie verhinderte Oberlehrer auftreten.
*Seufz* Und das alles an einem Tag, so trist und grau, daß man am liebsten einfach durchschlafen möchte. Na wenigstens darf man sich noch einen tröstenden Rotwein eingießen, solange man noch nicht muslimisch ist ... ;-) In diesem Sinne: Fröhlichen Advent, liebe Leser!
* In den von mir gehörten Radio-Presseschauen hob sich nur eine einzige Pressestimme wohltuend von der allgemeinen Hysterie ab - eine Zeitung aus Passau: »Wenn die Schweizer lieber unter Kirchtürmen leben wollen als unter Minaretten, dann ist das ihr gutes Recht. In einem christlich geprägten Land sollte der Islam nicht so auftrumpfen.« Eben.
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